Happy Birthday!
Jahrelang wurde der BER als Parabel auf Berlin gesehen, noch vor wenigen Tagen zitierte die „New York Times“ Ex-Botschafter John Kornblum mit der Allegorie „charmant, respektlos, exzentrisch und völlig dysfunktional“ (CP v. 26.10). Tja, und was nun, da der BER fertig ist, die Stadt aber dazu verdammt bleibt, „immerfort zu werden und niemals zu sein“ (Karl Scheffler?). Was bedeutet die Eröffnung für Berlin? Der Flughafenchef selbst hält jede Art dieser Symbolik für übertrieben, und wahrscheinlich hat er recht: Ein Flughafen ist ein Flughafen, oder, in der kontemporären Form, eine Shoppingmall mit angeschlossener Startbahn. Außerdem ist der BER sowieso nur zu 33% ein Berliner. Der Rest geht auf Brandenburg und den Bund, aber wer mag über die schon lachen? Berlin bleibt eben doch Berlin.
Im Mittelpunkt steht der Mann, der es möglich machte: Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. Er kam, sah – und stieg in die Details ein wie niemand zuvor. Heute sagt er: „Es war eine harte Zeit. Was ich hier am Flughafen an Belastung und öffentlicher Beobachtung erlebt habe, war eine neue Kategorie.“ Zu seinem heutigen Geburtstag macht er sich selbst das schönste Geschenk.
Im chinesischen Horoskop ist der BER übrigens ein Hund, und über den heißt es 2020, im Jahr der Ratte: „Sie werden endlich alles unter Kontrolle haben, sich motiviert und voller Energie fühlen. Genießen Sie das Leben und denken sich nicht die gesamte Zeit darüber nach, Single zu sein.“ Und das ist für den BER, der das „Single-Airport-Konzept“ Berlins vollendet, gerade in Zeiten coronal bedingter Vereinzelung nicht der schlechteste Rat.
(via Lorenz Maroldt)













