«Barbie»
USA 2023 · Greta Gerwig (dir), Greta Gerwig; Noah Baumbach (scr). ★★★☆☆
Die melancholische Krise einer Mutter und Puppenfreundin (America Ferrera) verursacht Verwerfungen in Barbie-Land. Barbie (Margot Robbie) muss durch ein (metaphorisches) Dimensionsportal in die Menschenwelt reisen, um ihr perfektes Leben zu retten. Dabei kostet Ken (Ryan Gosling) vom Patriarchat und macht eine Incel-Krise durch, die er als Faschismus auslebt. Am Ende wird alles etwas verwirrend, aber gut.
Der dritte Akt ist ausgefranst und unübersichtlich, aber konsequent verspult wie der Rest des Films. Stil und Ton passen perfekt zum Drehbuch. Der Film ist metafiktional und ironisch, von der ersten Einstellung an steckt er voll Anspielungen auf Filmklassiker und Popkultur. Unser Eindruck ist, dass es ihm weit weniger gelingt als zum Beispiel Pixar-Filmen, neben erwachsenen Zuschauer*innen auch Kinder zu unterhalten.
Weird Barbie (Kate McKinnon) stellt Stereotypical Barbie (Robbie) vor die Wahl: Alles vergessen oder der Wahrheit ins Auge sehen. Statt einer blauen und einer roten Pille hält sie in der rechten Hand einen High Heel, in der linken eine Birkenstock-Sandale.
Patriarchat, Kapitalismus, Mansplaining oder Feminismus sind in «Barbie» nicht bloß unterschwellige Themen, sondern entscheidende Plot-Points. Mit viel Witz verhandelt «Barbie» Pop-Feminismus oder politische Männlichkeit. Mögliche Kritik nimmt er weitgehend ironisch selbst vorweg – was die tatsächlich mögliche Kritik auf eine neue Ebene hebt. Das Dilemma von «Barbie» erinnert uns an Joko Winterscheidts «The World’s Most Dangerous Show», die mit ihrer Kritik an ausbeuterischem Kapitalismus à la amazon ausgerechnet amazon in die Taschen spielt.













