Ich vermisse dich. Ich hasse und verachte mich selbst dafür, aber ich kann es nicht ändern. Ich kann’s verdrängen, ich kann’s wegschieben, aber seit Freitagmorgen denkt ein Teil von mir unaufhörlich an Dich. Und heute war es grausam. Es ist das Gefühl des Vermissens, gepaart mit der Ermattung des sinnlosen Kampfes es nicht zu wollen. Es nutzt nichts Dich zu vermissen, und es nutzt nichts dagegen anzukämpfen. Wenn ich’s zulasse vermisse ich Dich und damit einher geht die Scham über meine Gefühle, mein Verhalten, mein Wollen. Und die Trauer, über das was war und nicht mehr ist, über die Sinnlosigkeit meiner Wünsche, die Sinnlosigkeit jedes einzelnes meiner Gefühle für Dich. Gefühle folgen keiner Logik, aber ich möchte Logik in sie hineinstopfen damit sie endlich verschwinden. Ich will sie nicht haben, keines davon. Du hast sie nicht verdient, Du willst sie nicht, Du brauchst sie nicht. Ich brauche sie auch nicht, ohne Dich. Meine verkorkste Zuneigung zu Dir, das Vertrauen was ich mit Dir verbinde und zu Dir haben will, der Wunsch, Du würdest mich so sehen wie ich Dich sehe, dieser Haufen Scheiße aus Zuneigung, Anziehung, Vertrauen und ja, so sehr ich mich sträube das überhaupt zu denken, irgendwie auch Liebe. Ich möchte ihn anbrüllen er habe keine Daseinsberechtigung, ihn aus mir hinausbefördern, rausschneiden, auskotzen, weghungern (Ich verbiete mir das alles). “Euch braucht keiner, ihr seid hier nicht erwünscht” steht ganz groß auf der Tür zu dem Raum, dem riesigen Festsaal, geschmückt mit jeder einzelnen Erinnerung an Dich und mich, und bis zum bersten gefüllt mit all den zugehörigen Gefühlen. Es ist alles da. Direkt in der Mitte in mir. Da bist Du. Ich kriege Dich nicht aus mir raus. Und ich weiß nicht wie ich mit Dir in mir leben soll, ohne Dich. Ich tu es, irgendwie, mal besser, mal schlechter. Aber ich wehre mich, gegen mich, gegen das, gegen den Schmerz, der mit der Akzeptanz eines Lebens ohne Dich, immernoch einhergeht. Der Schmerz ist nicht laut, er überrollt mich nicht. Er ist viel schlimmer. Mittig im Herzen, von außen nicht sichtbar, unter all den Schichten verborgen die nach Dir kamen, sitzt direkt am Kern der Einstich. Oder die Narbe. Vielleicht auch der Bruch. Und es schmerzt, zieht und sticht, tief in meinem Brustkorb. Und ich komm nicht ran.