Da sitzt sie, sie
Sieht mich (an)
In tausend Bildern
Wie nur sie es kann
Tausend Fragmente
Doch nur eine Sicht
Tausende Fragen
Doch Antworten nicht
Schwarz und galant
Ist sie gekleidet
Ihr Mantel ist weich
Wobei sie Parfum
Eher vermeidet
Sie kommt aus
dem Facetten-Reich
dem nah-fernen Land
doch nun ist sie
bei mir zu Haus.
Sie kann mit Leichtigkeit
Im Zimmer schweben
Und sich zu jeder Zeit
Über mich
erheben
Wenn sie das macht
schaut sie auf mich herunter
Heftet die großen Augen
ohne Bedacht
Auf mich
Und ich
Mal mir ihre Zukunft aus
Farbig, schillernd, schön
Doch der Glanz der sie umgibt
Der ist nur Illusion
Und ihre Haut, die wirkt auch bunter
Als sie tatsächlich ist
Auch mit ihrem Intellekt
Hält sie sich meist eher bedeckt
Es scheint mir so zu sein
Dass er nicht sehr
facettenreich ist
Und mit dem ganzen Mist
Den sie so gerne mag
Da kommen wir nicht überein
So nervt sie mich
den ganzen Tag
Ich halt
ihr Verhalten
Nicht mehr länger aus
Fort sag ich, fort
Kann dich nicht behalten
Verlass diesen Ort!
Und sie geht raus
Doch kurze Zeit später
Ist sie wieder dort
Nimmt mir in jedem Duell
Die Butter vom Brot
Ich fühl mich bedroht
Sie ist mir zu schnell
Sie
Reibt sich die Hände
Ich
Reibe mich an ihr auf
Bleib wegen ihr
Ganze Nächte lang auf
Und wünsch mir ihr Ende
Eines Tages wird der Winter kommen
sie wird schwach und ganz benommen
Sie sitzt am Fenster
Sie will ins Licht
Sie sieht Gespenster
Findet den Ausgang nicht
Den ich ihr so oft gezeigt
Ich kann sie nicht retten
jetzt da ihr Leben
sich dem Ende neigt
All ihre Facetten
Zerfallen zu Asche und Staub
sie wird blind, sie wird taub
Wenn ich sie stoße
Geht sie langsam umher
Doch irgendwann
Tut sie auch das nicht mehr
Ist still wie nie
Geht in die Knie
Ich kann die Stille
Nun doch nicht genie-ßen
Kann nur noch ihre
Facettenaugen schließen
Ihren letzten Willen, den kenne ich nicht
Also schreib ich
zum Gedenken
Ihr dieses Gedicht.