Tagebucheintrag, 31.07.2014
Du weißt, wo ich vorgestern war. Es sollte mir gut tun. Es hat mir auch gut getan. Zunächst. Aber jetzt? Ich war da und bin wieder gegangen. Einfach so. Aber er sitzt noch immer dadrin. Er sitzt noch immer in diesen elendig kalten Räumen. Allein. Allein, weil ich gegangen bin. Weil ich es nicht geschafft habe, ihn mitzunehmen. Wir haben früher so oft darüber gesprochen, dass wir auch einzeln jede Chance auf Freiheit nehmen, die wir kriegen können. Doch das hilft mir heute nicht mehr. Ich muss immerzu daran denken, dass ich ihm nicht helfen konnte. Meine Erinnerungen holen mich nachts andauernd ein - aber was für mich ‘nur noch’ Alpträume sind, ist nach wie vor sein Alltag. Ich habe das Gefühl, ihn im Stich gelassen zu haben. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich hab’s so satt, mich schuldig zu fühlen. Ich hab’s so satt, ich selbst zu sein. Und das obwohl ich nicht einmal weiß, was das überhaupt bedeutet.
Jane













