Es waren 35 Grad im Schatten. Die Luft stand still, die Hitze hat gedrückt und die Erde hat regelrecht geglüht. Aber die größte Hitze brannte heute in meinem Kopf – die Hitze der Panik, mich nach all den Jahren das erste Mal wieder verletzlich zu zeigen.
Ich bin eine selbstbewusste Frau. Eigentlich. Doch dieser Moment, in dem man die Kleidung ablegt und das erste Mal wieder im Bikini im Sand liegt, kostet unendlich viel Kraft.
Ich lag da und konnte spüren, wie die Sonne meine Haut berührt. Erst hat es sich fast bedrohlich angefühlt, so ungeschützt unter den Blicken der Menschen zu liegen, die direkt neben mir auf der Wiese lagen. Ich war komplett konfrontiert mit meinen tiefsten Ängsten.
Aber dann ist etwas passiert.
Die Sonne auf meiner Haut wurde warm. Einhüllend. Als würde sie die alten Zweifel und die jahrelange Scham einfach wegbrennen. Ich habe mich nicht mehr versteckt.
Und dann der Schritt ins Wasser.
Nach dieser extremen Hitze das kühle Nass des Sees zu spüren, während neben mir das Leben tobte, war wie ein Befreiungsschlag. Ich bin geschwommen. Das Wasser hat mich getragen, die Sonne hat auf der nassen Haut geglitzert, und in diesem Moment gab es nur noch ein Gefühl:
Freiheit.
Es hat sich einfach verdammt gut angefühlt, diese Mauern bei 35 Grad am See schmelzen zu sehen.












