Gehirndoping mit Memantin?
Können vorübergehende, nicht pathologische, durch Glutamat vermittelte neuronale Schäden auf niedrigem Niveau auch im Gehirn gesunder Menschen auftreten? Und wenn ja, könnte die Wirkung von Memantin die Schäden begrenzen und das Gedächtnis bei diesen Personen verbessern? Ken S. Ota und Tina Godwin kamen in einem Fachartikel im Journal of Osteopathic Medicine zu dem Schluss, dass sich die Forschung mit diesen Fragen befassen sollte.
Eine zentrale Rolle, sowohl beim Gehirndoping mit Memantin als auch bei seiner medizinischen Anwendung, scheint ein Zwischenprodukt des Gehirnstoffwechsels zu spielen, das sogenannte N-Acetyl-Aspartat, kurz NAA.
Memantin kann die NAA-Konzentration im Gehirn erhöhen, was durch bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanzspektroskopie (MRS) auch messbar ist. Die Auswertung von MRS-Aufnahmen hat gezeigt, dass Patienten mit Alzheimer im Vergleich zu gesunden Personen einen weitaus geringeren NAA-Gehalt aufweisen. Der Wirkmechanismus von Memantin könnte es den betroffenen Gehirnzellen ermöglichen, ein gewisses Maß an Funktion wiederzuerlangen, wie zum Beispiel die Synaptogenese, die für das Lernen und die Gedächtnisbildung von Bedeutung ist.
Außerdem wurde ein direkter Zusammenhang zwischen dem NAA-Gehalt im Gehirn und der Intelligenz festgestellt. Gesunde Personen mit hohen NAA-Werten erzielen bei Intelligenztests bessere Ergebnisse als gesunde Personen mit niedrigeren Werten. Möglicherweise deuten die höheren NAA-Werte auf eine verstärkte Präsenz neuronaler Prozesse hin.
Die Wirkungen von Medikamenten gegen Demenz wurden mehrfach auch bei Menschen ohne dieser Diagnose untersucht. AChE-Hemmer wie Donepezil verbessern laut mancher Studien das Gedächtnis und kognitive Funktionen auch bei gesunden Menschen. Andere Studien kommen zu einem gegenteiligen Ergebnis. Ein weiteres Medikament, das die kognitive Leistung steigert, ist Methylphenidat. Besser bekannt unter dem Markennamen Ritalin, wird es oft zur Behandlung von ADHS verschrieben, aber auch von gesunden Studierenden als Mittel zur Steigerung der akademischen Leistung verwendet wird. Umfragen haben ergeben, dass Ritalin vor allem an Hochschulen mit hohen Zulassungsstandards missbraucht wird.












