Akerhus Fortress, Oslo, Norway
October 2022
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Akerhus Fortress, Oslo, Norway
October 2022
OSLO: Zwischen Fjord und Futurismus
Der Januar 2017 wird als Reisemonat in die Annalen des AALs eingehen: Im Januar 2017 war ich nämlich 4 Wochen ununterbrochen im Urlaub, unterwegs zwischen sehr nördlichen und ziemlich südlichen Gefilden Europas. Auf den Weg zu einer Hundeschlittentour durch die Fjällregion Schwedens, machte ich halt in Oslo. Insgesamt habe ich hier eine knappe Woche verbracht und die Hauptstadt Norwegens ausgiebig erkundet. Mit Oslo habe ich nun auch die letzte der Skandinavischen Hauptstädte gesehen und wieder einmal fuhr ich recht angetan zurück Richtung Heimat. Anbei folgt der Bericht zur Stadt am Fjord.
Hinkommen:
Oslo liegt knapp 1.000KM nördlich der schönsten Stadt der Welt, Hamburg. Eigentlich könnte man Oslo auch von Kiel aus per Fähre erreichen, ich habe in Ermangelung an Zeit und Lust jedoch auf diese Alternative verzichtet und einmal mehr das Flugzeug gewählt (ich fahre in Hamburg fast ausschließlich Fahrrad oder gehe zu Fuß, das sollte also in Ordnung sein). Germanwings bietet etwa zwei Flüge täglich von Hamburg Richtung Oslo an. Ich wählte den frühen Flug um 6:30 Uhr und landete knapp 90 Minuten später auf dem Flughafen Gardermoen, der sich etwa 50 KM außerhalb Oslos befindet. Der Flughafen Gardermoen erinnert hier und da an den Hamburger Flughafen, wirkt allerdings noch um einiges freundlicher und heller. Kurz nach der Ankunft war ich schon recht angetan von den ersten Eindrücken des skandinavischen Designs, das auch diesen sehr modernen Flughafen bestimmt. Mittels Schnellzug für 25€ pro Strecke oder S-Bahn für bummelig die Hälfte, kommt man in etwa 30 Minuten am Hauptbahnhof Oslos an - auch hier wird das skandinavische Design übrigens vollends durchgezogen.
Unterkommen:
Schon während der Reisevorbereitungen wird klar, das Oslo unfassbar teuer ist. So sind auch die Unterkünfte in der Stadt nicht günstig, mit etwas Vorlauf kann man jedoch ganz gute Deals machen. So fiel meine Wahl auf das Comfort Xpress Hotel im Stadtteil Youngstorget von dem ich wirklich angetan war. Dieses Hotel unterscheidet sich wirklich in vielen Dingen sehr positiv von bisherigen Hotelerlebnissen. Ich traf um ca. 8 Uhr morgens ziemlich müde ein und wollte eigentlich nur mein Gepäck bis zum Checkin um 15 Uhr unterstellen. An der Rezeption, die gleichzeitig auch die Bar des Hauses ist (man sagt hier Barception), bot man mir für einen mickrigen Aufschlag von 10€ einen sofortigen Checkin an, den ich mit Kusshand angenommen habe. Das Comfort Xpress Hotel befindet sich strategisch günstig am Rande der Fußgängerzone Oslos in unmittelbarer Nähe des sehr angesagten Stadtteils Grünerløkka. Direkt ums Eck findet man außerdem das Regierungsviertel, in dem Anders-Arschloch-Breivik im Sommer 2011 einen seiner Anschläge verübte, die ganze Gegend ist auch Jahre später noch ein ziemlicher Downer. Das Comfort Xpress Hotel ist wirklich sehr hübsch, äußerst modern und leicht hipsteresque eingerichtet und ausgestattet. Die Zimmer sind nicht riesig aber ausreichend dimensioniert und gut ausgestattet. Im Keller des Hotels findet sich eine, auf altes Wohnzimmer getrimmte Lounge, in der neben einer Tischtennisplatte auch Konsolen, ein Flipperautomat, Kühlschränke sowie eine Mikrowelle findet. Das Frühstück kann morgens an der Barception gekauft und entweder auf dem Zimmer im Bett, in der Lobby, auf der Dachterrasse oder eben in der Lounge eingenommen werden. Wer möchte kann anschließend im hauseigenen Fitnessstudio ein wenig trainieren.
Mir hat dieses Hotel so gut gefallen, dass ich meine Reservierung für den zweiten Teil des Oslo-Trips storniert und mich stattdessen wieder hier einquartiert habe. Und wie man weiss, kommt das beste zum Schluss: Jeden Sonntag können die Zimmer im Comfort Xpress Hotel ohne jeglichen Aufpreis bis 18 Uhr am Abend genutzt werden... was für 1 Service ist das?
Rumkommen:
Mit einer Grundfläche von etwa 450km² ist Oslo etwa die Hälfte von Berlin. Wie das aber mit größeren Städten so ist, muss man von diesen auch nicht unbedingt alles sehen. Der Kern von Oslo beherbergt die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt und wer nicht unbedingt eine Makroaufnahme der Holmenkollen Sprungschanze braucht, der kann Oslo gut - wie sollte es auch anders sein - zu Fuß erkunden. Ohnehin lädt Oslo sehr zum Flanieren ein.
Von der Oper, deren Dach man betreten kann und sollte, am Ufer des Oslofjords bis zum Wasserfall von Grünerløkka erstreckt sich ein kleines Flüsschen, dass man sehr entspannt abspazieren kann. Zur Rechten und Linken des Flusses kann man jeder Zeit entweder nach Grünerløkka (rechts, obgleich politisch eher linksliberal) oder in die Innenstadt (links) abtauchen. An zwei Tagen kann man den Stadtkern eigentlich bequem und zudem sehr entspannt beschreiten und dabei die ruhig vor sich hinladenden Teslas am Straßenrand zählen. Ich habe bei der Nummer 58 damit aufgehört.
Obwohl ich im tiefsten Winter in Oslo gewesen bin, waren die Temperaturen auch im Januar gut erträglich. Ein wenig hinderlich und auf Dauer sicherlich auf´s Gemüt drückend, ist die intensive Dunkelheit. Es wird im Januar vor 10 Uhr am Morgen nicht wirklich hell und verdunkelt sich ab etwa 16 Uhr am frühen Abend schnell... das dürften in Anbetracht der nördlichen Lage Oslo´s jedoch keine wirklich überraschenden Nachrichten sein.
Do´s:
Wie bereits erwähnt, kann man in Oslo hervorragend mit wenig Plan viel umherziehen. Ich würde hierbei unbedingt empfehlen, Grünerløkka sehr ausgiebig zu erkunden. Der Stadtteil besteht zu einem großen Teil aus einem revitalisierten ehemaligen Industriegebieten und erinnert mit seinen großen Ziegelsteingebäuden hier und da etwas an Tribeca in New York. Entlang der beiden Hauptstraßen, der Markveien und der Thorvad Meyers Gate, finden sich viele schöne Geschäfte, Vertretungen verschiedener größerer und kleinerer weltbekannter Ketten, schicke Fahrradläden und Cafés, sowie einige Fahrradcafés. Insbesondere die Cafés sind hier zu beinahe jeder Tageszeit gut besucht und es ist nicht immer ganz einfach einen Platz zu ergattern, um hervorragenden Kaffee zu trinken und dabei die ein oder andere Kanelsnegle zu vertilgen.
Besonders ans Herz legen möchte ich jedem Besucher von Grünerløkka übrigens die Mathallen. Hier finden sich verschiedene Restaurants, Weinläden, Spezialitätengeschäfte und zahlreiche andere Lädchen, die allerhand Dinge anbieten, die darauf ausgelegt sind, glücklich zu machen. Die meisten dieser Dinge sind essbar und können zudem direkt in der Mitte der Mathallen an eine der zahlreichen Tische, Sessel oder Sofas eingenommen werden. Direkt an den Mathallen muss man dem anliegenden Fluss übrigens nur noch wenige Minuten folgen, um den recht beeindruckenden Wasserfall zu sehen.
Wer sich nach dem Besuch der Mathallen etwas die Beine vertreten möchte und neben dem Kulinarischen auch den schönen Künsten frönen will, dem empfehle ich nun einen Ausflug in den Vigelandsparken. Auf einer Fläche von etwa 3 Fussballfeldern durfte sich der berühmte norwegische Bildhauer Gustav Vigeland richtig austoben. Insgesamt finden sich in diesem Park 212 beeindruckende und lebensgroße Skulpturen des Künstlers, welche sich im Zentrum des Parks in einen äußerst beeindruckenden Menschenturm auftürmen.
Wer mit Skulpturen so gar nicht anfangen kann und stattdessen den historischen Wurzeln der Stadt auf die Spuren kommen möchte, dem empfehle ich einen Besuch der Akershus Festning. Diese etwa im 13. Jahrhundert entstandene, stetig ausgebaute und vorzüglich erhaltene Festungsanlage bildet den Sitz der Norwegischen Armee und ist trotzdem für jeden fast komplett frei zu betreten. Von hier hat man einen tollen Blick auf den Fjord, das Zentrum Oslo´s sowie auf die norwegische Geschichte. Der Besuch ist zudem kostenlos und nicht nur deswegen unbedingt empfehlenswert.
Von der Festung ist es nicht mehr weit in Richtung Oslo´s Interpretation der Hafencity, hier nennt man das ganze Aker Brygge und es ist in meinen Augen besser gelungen, als das Hamburger Pendant. Dieser, offensichtliche ebenfalls gewollte Stadtteil, profitiert von jeder Menge Folk und Infrastruktur, die ebenfalls Will. Im Gegensatz zur Hamburger Hafencity ist es hier wirklich lebhaft, auch spät am Abend. Zudem Hat man einen tollen Blick aus Wasser und kann die Schiffe kommen und gehen sehen. Das ist dann doch wieder etwas wie in Hamburg und kann damit gar nicht verkehrt sein (-;
Soweit jetzt noch etwas Licht zugegen ist, kann man auf dem Weg zurück ins eigentliche Zentrum der Stadt, welches sich entlang der Karl Johans Gate erstreckt, noch einen Abstecher zum königlichen Palast machen oder aber sich das kleine historische Zentrum der Stadt ansehen. Beides ist sprichwörtlich zum Anfassen nahe: An den Palast kommt man so nah heran, dass man meint die Duftkerzen im inneren zu riechen, im historischen Zentrum kann man hingegen sogar die historischen Gebäude betreten und in den Restaurants, die sich hier niedergelassen haben Speisen.
Wo wir beim Thema sind: Lobenswerte Erwähnung soll an dieser Stelle die Freddy Fuego Burrito Bar finden. Offensichtlich von Leuten geführt, die Ahnung von Burritos haben, finden sich hier vermutlich die besten gefüllten mexikanischen Teigrollen außerhalb Mexikos. Für, nach Oslo-Verhältnissen völlig passable 15€, bekommt man hier einen wirklich grandiosen Burrito über den Tresen gereicht.
Dont´s:
Ehrlich gesagt, gibt es in Oslo keine wirklichen Dont´s. Trotzdem sollte man von dieser Stadt nicht die Schönheit Kopenhagens oder das Mondäne Stockholms erwarten. Oslo hat wirklich schöne und besondere Ecken und ist vermutlich in einer der schönsten Gegenden Europas gelegen. Die Stadt an sich ist gesamt aber sicherlich kein Juwel. Kulturell hat Oslo trotzdem einiges zu bieten und ist zudem herrlich unaufgeregt. Der größte Fehler den man in Olso machen kann, ist mit der Absicht zu kommen, einen günstigen Urlaub zu verbringen. Low-budget ist hier wirklich gar nichts, nicht mal die Discounter. Erfreulicherweise kann man sich aber jegliches Bargeld sparen, da hier selbst Kleinstbeträge mit der Kreditkarte beglichen werden. Selbst nach insgesamt 5 Tagen in Oslo weiss ich bis heute nicht, wie eine norwegische Krone aussieht...
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Some magic in Oslo <3