Ed Sheeran: “Divide” (03.03.17)
„Welcome to the new show/ I guess you know I've been away“ - Lange ist es her, seit das letzte Album von Ed Sheeran veröffentlicht wurde. Warum das lange Warten? Vielleicht erklärt es der erste Songs des Albums „Divide“, das den Namen „Eraser“ trägt. Kraftvoll eröffnet es Eds drittes Album mit seinem bereits bekanntem „singer with a flow“-Rythmen und einem wildem Genremix aus Latinorap und einem 90ies Beat. Damit stimmt es bereits eines der Themen des Albums an und zeigt wie viel der Sänger in seiner einjährigen Pause herumgekommen ist. Das findet sich ebenfalls in Songs, wie „Galway Girl“ oder „Barcelona“ wieder. Es scheint die eine Message zu sein, die der Sänger direkt am Anfang loslassen möchte. Er erzählt autobiografisch, reflektiert sich selbst, sein Leben und schließt es mit einer selbstbewussten Einstellung ab „I’m happy on my own, so here I’ll stay“. Was sein „Pain eraser“ sein mag, bleibt offen. Doch man munkelt bei einer starken Albumleistung wie dieser, kann es nichts geringeres, als die Musik sein. Die folgenden Songs auf der ersten Hälfte des Albums knüpfen an des Sound der ersten zweiten Platten an („New Man“, „Happier“). Des Weiteren sind kraftvolle, durchdachte und detailgetreue Balladen zu finden, wie „Perfect“ oder „Hearts don’t break around here“, und Uptempo-Tracks, wie das nostalgische „Castle on the Hill“ und „Shape of you“, die bereits als Singles überzeugen konnten. Dies ist allerdings nichts Neues und sticht eher weniger hinaus. Diese Leistung sind wir von Ed Sheeran gewöhnt. Ab diesem Punkt jedoch wird es interessant: Der Fakt, dass Ed und seine Gitarre ein unzertrennliches Team sind, ist bereits bekannt. Doch auf diesem Album ist diese Experimentierfreude mit dem Zupfinstrument und ungewöhnlichen Genres kaum deutlicher herauszuhören. „Galway Girl“, „Barcelona“, „Bibia Be Ye Ye“ und „Nancy Mulligan“ sind inspiriert von traditionellen Folk verschiedener Regionen dieser Welt, wie Irland, Spanien oder gar Afrika, und überraschen wohl jeden eingefleischten Sheeran Fan. Nicht jedem werden diese Songstile gefallen und das mag auch teilweise an ihrer mangelnden inhaltlichen Tiefe liegen. Doch Ed nimmt es mit dem Genre auf und verwandelt es in einen Endorphine-ankurbelnden Hit, der womöglich eher nur oberflächlich als Ohrwurm zu genießen ist. Im Kontrast zu diesen werden die Töne auf den übrigen Songs ernster. Sie handeln von Tod („Supermarkt Flowers“) und Gesellschaft („What do I know?“), maßen sich aber nicht an einen positiven Ausblick zu missen. Das traurigste Lied von ihnen mag der letzte Song der Deluxe Version sein: „Save myself“. Das Lied beschreibt einen Menschen, der all seine Energie immerzu dafür aufwendet das Leben anderer Menschen zu bereichern und sich darüber hinaus selbst vergisst, dabei sich mit Drogen betäubte und nun die Erkenntnis gewonnen hat sich ab jetzt „selbst zu retten, selbst zu lieben“. Dieser finale Titel schlägt den Bogen zurück zu „Eraser“ und zeigt die thematische Ordnung des Albums auf. Eine Entwicklung der Heilung wird deutlich und zeigt auf aus welchen Gedanken die Kraft von „Eraser“ entstehen konnte. Ob dem gesamten Album so viel Autobiographisches zugesprochen werden kann, ist offen für Interpretationen. Es lässt sich eine gewisse Diskrepanz mit der Musikindustrie und der Politik heraushören, was wohl zu einer längeren Musikpause geführt hat. Diese Abneigung wird aber nicht sonderlich akzentuiert. Viele Gefühle wurden verarbeitet, unterschiedlichstes mitten aus dem Leben herausgegriffen, aber im Gesamten bleibt es bei einer vorausschauend befürwortenden Haltung zum Leben, zur Gesellschaft und zur Musik. Wiederrum beweist Sheeran Stärke in seinen aufmerksamen Lovesongs, die für manche perfekt scheinen und andere schon weit die Grenze zum Schmalz überschritten haben. Sie füttern den Hunger, den man auf einem Ed Sheeran Album erwartet hat. Album Nummer drei ist anders als seine Vorgänger und deutlich durch persönliches Wachstum geprägt, wagt sich musikalisch außer dem Folk aber nicht in risikoreichere Sphären. Der Singer-Songwriter ist zurück mit positiven Vibes und gewohnt gut gemachtem Pop, der jedoch an kleineren Stellen schwächelt. Zweifellos jedoch wird „Divide“ Ed Sheeran einen Höhenflug bescheren











