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Tage 114 - 129: Ich bin hier nun mehr als 4 Monate, hab meine ersten zwei ‘School Terms’ hinter mir (also genau die Hälfte) und seit Freitag frei, also endlich Sommerferien! Ich finde es ist Zeit ein wenig Revue passieren zu lassen. Die letzten vier Monate vergingen so schnell, dass ich einerseits froh bin, immerhin wird dann auch die kommende Zeit schnell vorbei gehen, ich andererseits aber auch ein wenig Angst bekomme, dass Alles im Endeffekt zu schnell vorbei geht. Bzw, dass die Zeit dann auch in Deutschland weiter so rennt. Die größte Schwierigkeit war (und ist es manchmal auch immer noch), dass ich mich nicht komplett auf dieses jahr einlassen konnte, da ich dafür quasi meine ganzen Freunde und Alles in Deutschland hinter mir lassen musste, wobei ich mich immer noch ziemlich daran klammere. Es bedeutet ja nicht, dass ich keinen Kontakt mehr nach Hause haben kann, jedoch, dass ich Zuhause auch mal Zuhause sein lassen muss und mein Leben hier leben sollte. Vielleicht ist das aber auch zu viel verlangt. Ich hab mich einfach noch sehr oft dabei erwischt lieber wieder in Deutschland sein zu wollen. Hatte das Gefühl etwas zu verpassen. Obwohl ich nun wirklich derjenige sein sollte, der etwas erlebt. Es ist wohl einfach auch ein wenig die Tatsache, dass hier unter normalen Umständen, wenn ich in meinem Arbeitstrott bin, wirklich nicht viel passiert. Aber der Sommer ist da und deshalb auch das meiste Trübsal wie weggeweht. Ich habe auch jetzt schon sehr viel (auch über mich) gelernt, und bin wirklich gespannt wie es weiter geht. Jetzt habe ich aber erstmal Pause und kann mich entspannen und auf die Ferien freuen! In den letzten Wochen ist fast mehr passiert als in den 2 Monaten zuvor. Für die Lehrer und alle Beteiligten an der Schule kommt der Stress von Weihnachten und (Schul-) Jahresende zusammen, was die letzten Wochen sehr turbulent gestaltete. Zudem war ich, zusammen mit anderen Lehrern, Teil des jährlichen ‘Shepherd’s Play’, welches ich noch aus meiner Zeit an einer Waldorfschule kenne. Meine Rolle war ziemlich klein, hat aber trotzde großen Spaß gemacht. (Ich war Wirt Nr.1, Rufinus, ein Freund von Joseph, der keinen Platz mehr für ihn hat. Gesprochen habe ich 4 Zeilen.) Es hat mich zurück in die Zeit an der Waldorfschule versetzt (wie so vieles Andere hier) und wie sehr ich es eigentlich mag auf einer Bühne zu stehen. Außerdem wurde viel aufgeräumt, zurecht gemacht usw. usw. und Klasse 7 wurde verabschiedet. Zum Schluss hatten wir, die gesamte Belegschaft der Schule, ein ‘End of the year afternoon gathering’ im Haus der Koch-Lehrerin der Schule. Sie hat ein wundervolles Haus mit Ausblick auf das Meer. (Ein kleiner Ausschnitt ist das Bild in der Mitte unten.) Es gab viel viel Essen, ein paar Reden, in denen viel Honig um die Münder geschmiert wurde, denn jeder ist super nett zu jedem und alle bedankten sich für diverse tolle Mitarbeiten. Es ist irgendwie schön, kann aber auch ab und zu etwas viel sein. Seit Freitag habe ich also frei und bin ehrlich gesagt ziemlich gelangweilt, haha. Ich warte eigentlich nur noch auf Weihnachten und darauf, dass endlich die Jungs kommen und wir in den Urlaub fahren! Die nächsten 4 Wochen sind wohl der Hauptgrund weshalb ich hier bin. (Zumindest war er es ursprünglich) Ich kann es kaum erwarten! Ich denke, dass dies der letzte Eintrag für dieses Jahr sein wird. Es sind noch zwei Tage bis Weihnachten und am 26. fahren wir los. Ich wünsche allen, die diesen Blog verfolgen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ich melde mich im neuen Jahr wieder, mit hoffentlich vielen tollen Reiseberichten. Zu den Bildern: das Bühnenbild für das ‘Shepherd’s Play’ ist links ganz oben (leider das einzige Bild von dem ganzen, da es während des Stücks nicht erlaubt war Bilder zu machen), rechts ganz oben ist der Weihnachtsbaum meiner Gastfamilie zu sehen, (ein Prachtexemplar aus Plastik, haha. Nicht sehr feierlich, mit ziemlich kitschigen bunten Lichtern) und darunter zwei Bilder von Häusern, die sich besonders “schick” dekoriert haben. (Wir, also meine Gastfamilie und ich, sind am Freitagabend hier in der Gegend rumgefahren und haben uns Häuser angesehen, die ziemlich aufwändig dekoriert waren. Die Besitzer der Häuser haben sich in eine Liste eingetragen, sodass man wusste, wo die Häuser sind und dass die Besitzer kein Problem damit haben, dass man ihre Häuser begafft. Es ist hier irgendwie so etwas wie eine Tradition, glaube ich. Da ist so ein bisschen die Ami-Kultur herüber geschwappt, haha. Teilweise sah das ganze aber auch ein bisschen nach Halloween aus. Ich mag Häuser ja lieber schlicht geschmückt, aber das ist wohl im Sommer zu langweilig. Einiges war auch ganz schön, anderes verursachte eher Kopfschmerzen! Ich hätte gedacht, dass das ja ziemlich auf die Brieftasche gehen würde, aber Emil meinte, dass die Besitzer von den Energiekonzernen Rabatte bekommen, dafür, dass sie das öffentlich zur Schau stellen. Ich will jetzt gar nicht auf das Thema Umweltschutz eingehen.. *hust*, aber sie machen es ja für die Kinder. [Auf dem linken Bild sieht man übrigens auch die Rücken meiner Gastfamilie.]) Das Bild darunter ist von dem vorletzten Schultag, an dem alle Klassen, nicht so wie in Deutschland, schon vor den Sommerferien in die neuen Klassen umgezogen sind, um schon mal einen Tag im neuen “Heim” zu verbringen, und ihre ganzen Tische und Stühle raus getragen haben, um sie sauber zu machen. Derweil waren die Eltern fleißig in den Klassenräumen am putzen. Und dann wurde alles in den neuen Raum getragen. Links unten bin ich mit einer Weihnachtsmütze :D, in der Mitte, wie gesagt, Fiona’s Haus und unten Rechts eine kleine Wolke über Raumati South, die ich irgendwie besonders fand. (Stand: 22.12.15)