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Das Elsässische Selbstverständnis - Hunaniaeth Alsás
„Das Elsass ist ein von der Natur begnadetes, prosperierendes und vielseitiges Land. Aber seine Persönlichkeit ist tief geprägt von seiner Geographie, seiner Geschichte und seiner sprachlichen und kulturellen Besonderheit.“[1]
Aus dieser Aussage ergeben sich grundlegende Fragestellungen: In wie weit kann das Elsass, eine Region Frankreichs, ein tief geprägtes Selbstverständnis bestätigen, dessen Kultur ein Konglomerat der französischen und deutschen Welt ist? Ist es überhaupt möglich, Franzose und Deutscher zugleich zu sein? In dieser Arbeit wird die elsässische Identität in den Mittelpunkt gestellt und es soll gezeigt werden, dass das Elsass seine Besonderheit der geographischen Lage, der wechselvollen Geschichte und der sprachlichen Individualität verdankt.
Ausgehend davon sollen die Schwierigkeiten bei der Erhaltung der elsässischen Identität berűcksichtigt werden und die Auswirkungen der neueren historischen Ereignisse auf das Selbstbewusstsein der Elsässer. In der Arbeit möchte ich mich mit dem elsässischen Schriftsteller René Schickele beschäftigen, dessen deutsch-französischen Heimatbild heute als exemplarisch fűr Europa betrachtet wird.
In dieser Hinsicht soll die gegenwartige Situation des Elsass angesichts der Europäischen Gemeinschaft und der deutsch–französischen Zusammenarbeit seit dem Jahr 1963 geschildert werden. Zum Schluss wird sich die Frage stellen, ob das Elsass noch eine sprachliche und kulturelle Zukunft hat und ob es im heutigen Europa seine Ausnahmestellung weiterhin bewahren können wird.
Der elsässische Sonderfall
Geographische Lage - Das Land zwischen Rhein und Vogesen
Mit einer Fläche von 8280 km2 und einer Bevölkerung von 1 735 145 Einwohnern[2] ist das Elsass die kleinste Region Frankreichs. Es grenzt im Norden und Osten an Deutschland, im Süden an die Schweiz und im Westen an Lothringen an. Trotzdem beruht die Eigenart des Elsass in erster Linie auf seiner geographische Geschlossenheit. Es wird im Osten vom Rhein und im Westen von den Vogesen eingesäumt und erstreckt sich im Norden von der Lauter bis zu Burgundischen Pforte im Süden. Außerdem ist das Rheintal ein Durchgangsgebiet; es bildet einen natürlichen Korridor zwischen Nord- und Südeuropa und ist damit auch ein Schnittpunkt des Ost-Westverkehrs Europas. Der Regionalrat in Straßburg, dessen Name „die an der liegende Straße, befestigte Stadt“[3] bedeutet, ist daher auch ein angemessender Sitz für das europäische Parlament. Ungeachtet dessen zieht das Elsass nämlich seine Einzigartigkeit nicht nur aus seiner geographischen Besonderheit, sondern auch aus seiner bewegten Geschichte.
Zur wechselvollen Geschichte der Alemannen
Normalerweise enthält ein Volk seine geschichtliche Identität aus politischen Rahmenereignissen, was aber das Elsass anbelangt, ist dies gar nicht der Fall. Der Name „Elsass“ wird auf das 7. Jahrhundert zurückgeführt. Das elsässische Gebiet wurde ab dem 4. Jahrhundert urprünglich von den „aus dem Norden eingewanderten germanischen Völkern“[4] – den Alemannen - den Vorfahren der Elsässer - besetzt. Der alemannische Ansiedlungsraum erstreckte sich vom Elsass über die heutige Schweiz, Bayern, Baden-Württemberg und Italien. Ein Jahrhundert später ließen sich die Franken im Gebiet westlich der Vogesen nieder. Außer einer kurzer politischen Unabhängigkeit durch die Schaffung eines Herzogtums Elsass im 7. Jahrhundert, hat das Elsass nie allein als politischer Staat gestanden. Ab 870 wurde es dem Heiligen Römischen Reich angegliedert. Nach mehreren Jahrhunderten unter deutscher Herrschaft, in dem der Zugang zum Rhein ständig ein Streitthema zwischen Deutschland und Frankreich darstellte, wurde das Elsass im 17. Jahrhundert durch den westfälischen Friedensvertrag 1648 vom französischen König, Ludwig XIV, annekiert. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Elsass zu einem Auflöser für Auseinandersetzungen zwischen der französischen und der deutschen Welt, so dass die Zugehörigkeit des Elsass fünf Mal wechselte. 1870 wurde das Elsass aus dem französischen Staat herausgelöst und in das preußische Deutschland eingegliedert, wurde nach dem ersten Weltkrieg im Jahre 1918 aber wieder an Frankreich angeschlossen. Nachdem die Deutschen das Elsass während des Zweiten Weltkrieges eingenommen hatten, wurde das Elsass nach dem Krieg 1945 ein letztes Mal zu Frankreich gegeben.
Scheinbar können die Elsässer also ihre Identität nicht aus einer historischen, politischen Einheit ziehen, vielmehr erlangen sie ihre Identität dadurch, dass sie an der Geschichte beider Länder (nämlich Deutschland und Frankreich) teilgenommen haben und zu beiden Ländern gehörten. In diesem Zusammenhang unterscheidet sich nicht nur die Geschichte der Elsässer von der deutschen und der französischen Geschichte sondern auch das Verhältnis der Elsässer zu ihrer eigenen Geschichte.
Die alemannische Sprachvariante
In Hinblick auf diese wechelhafte Geschichte ist es kaum verwunderlich, dass die Vergangenheit des Elsass auch Spuren an ihrer sprachlichen Identität hinterlassen hat - das spezielle Elsässische. Der elsässische Dialekt ist aber keine moderne Entwicklung, sondern kann bis auf die alemannischen und fränkischen Mundarten zurückgeführt werden. Der alemannische Sprachraum hat sich, im Vergleich zu den nationalen Grenzen des Elsass, kaum seit dem hohen Mittelalter verändert. Heute werden die Varianten der alemannischen und fränkischen Dialektes auch in Baden, in der deutschen Schweiz, in Liechtenstein und im Vorarlberg in Ősterreich gesprochen. Im 16. Jahrhundert wurde die Hochsprache unter dem Einflüssen der Zentralverwaltung und der Bibelűbersetzung von Martin Luther zur gemeinsamen Sprache des deutschen Sprachraums, die das Elsässische ebenso stark beeinflusst hat. Bis dahin entwickelte sich das Elsässische wie die anderen deutschprachigen Dialekte. Auch bei der Annektierung Frankreichs wurde das Elsässische fest in der deutschsprachigen Welt verankert, damit die Mehrheit der Menschen beim Elsässerditsch geblieben ist.[5]
Dennoch wurden die deutschsprachigen Elsässer nach der französischen Revolution als Feinde der Republik betrachtet und der Vetreter der Convention, Lacoste, hat sogar vorgeschlagen ein Viertel der Elsässer zu gullotieren.[6] Von 1800 – 1870 als der Status der französischen Sprache als Hochkultursprache der Großbourgeoisie stieg, setzte sich das Französische nach und nach durch. Das Elsässische blieb jedoch die Sprache der Kirche, der Familie und des Herzens. Im Jahre 1870 wurde das Deutschen wieder die Sprache des öffentlichen Lebens, was wieder ein Grund für die höhere Gewichtung des Dialekts war. Das schlechte Ansehen Deutschlands nach den Weltkriegen führte dazu, dass der Dialekt im Rückgang begriffen war. In dieser Zeit, nämlich 1968, wurde die René Schickele Gesellschaft gegründet um die deutsch-französische Zweisprachigkeit zu fördern und die Stellung des Elsässisches zu verbessern, dessen Wichtigkeit heute vielleicht am Besten durch die Bildung des Amtes fűr Sprache und Kultur im Elsass nachzuvollziehen ist.
Eine eigenartige Sprachsituation - „Der Zweisprachige Grenzvogels“
Die Geschichte hat daher den Elsässer eine starke Identität geschenkt und ermöglichte ihnen den Zugang zu zwei oder eher drei Sprachen. Der im Elsass geborene Autor, René Schickele, hat immer die „Zweifältigkeit“ der Elsässer gefördert. Er nannte sein geliebtes Volk „Zweisprachige[r] Grenzvogel“, da die Elsässer sich auf Deutsch wie auf Französisch gleich fliessend unterhalten können. Für den im Elsass verwurzelten deutschen Schriftsteller mit französischer Staatsangehörigkeit, war die Verständigung auf deutsch und französisch immer eine friedliche and natürliche Gegebenheit.[7]
Was den elsässischen Dialekt angeht, führt aber häufig die Definition des Dialekts zu Problemen, weil man es als eine sprachliche „Triglossie“ bezeichnet, da das Elsässische weder ausschließlich Französisch noch ausschließlich Deutsch ist und zudem seine eigenen grammatischen Regeln hat.[8] Trotzdem hat im Jahre 1985 der ehemalige Rektor der Académie de Strasbourg, Pierre Deyon, die offizielle Defintion des mündlichen Dialekts bestätigt; „Es gibt nur eine wissenschaftlich anerkannte Definition der elsässischen Regionalsprache, es handelt sich um die elsässischen Dialekte, deren Schriftform die deutsche Hochsprache ist.“[9]
Daraus ergibt sich, dass die besondere Eigenart des Elsässischen, im Gegensatz zu alle anderen Regionalsprachen ist, dass es den Einstieg in eine zweite Hochsprache bietet. Das Deutsche ist daher die Schriftsprache, wohingegen der Dialekt das Kommunikationsmittel der Elsässer ist. Hierbei wird auch erklärt warum René Schickele sich für das Deutsche als Schriftsprache entschieden hat. Im Artikel „Als ob mich jemand beim Namen riefe. René Schickele und der elsässische Dialekt“, vertritt der Autor Raymond Matzen die These dass ihm, trotz seiner französischen Erziehung, seiner Elsässischkenntnisse als „Bűhne“ zu einer festen deutschen Schriftsprache dienten.[10] Das Elsässische blieb allerdings die Sprache, die ihm am meisten am Herzen lag. Ich greife hiermit den Gedanken auf, dass diese einheimisch gesprochene Sprache auch eine identikative und expressive Funktion hat. Obwohl das Elsässische weder von wirtschaftlichem noch von politischem Nutzen war, war für Schickele die Sprache des Volkstammes im kulturellen Sinne stärker als seine Muttersprache. Seine tiefwurzelnde Liebe für das Elsässische zeigt sich am besten in seinen Werken „Das Ewige Elsaß“ und „Le Retour“, die er geschrieben hat als er im Exil in Frankreich war und sehnsűchtig auf den Klang der Sprache seines Heimatlandes wartete.[11]
Drei kulturelle Quellen aber nur eine Kultur
Ausgehend von der Zweisprachigkeit des Elsass bezieht sich Schickele auf die besondere Persönlichkeit der Elsässer und hat immer auf „die Blűte zweier Traditionen“ hingewiesen. Zum einen ensteht den Eindruck, dass das Elsass eine Doppelkultur einnimmt, da besondere künstlerische und literarische Stile des Elsass entweder aus dem französischen oder dem deutschen Kulturerbe hervorgegangen sind. Eine andere Meinung ist jedoch – hierfür tritt vor allem Philips ein, dass das Elsass nur eine einzige Kultur besitzt. Durch das Zusammenfließen der deutschen und der französischen Quelle, wird eine spezifische elsässische Quelle geschaffen, die eine zusätzliche Dimension eröffnet.
Das 16. Jahrhundert wird „das große elsässische Jahrhundert“ gennant, weil berühmte Schriftsteller wie Geiler von Kayserberg und Jakob Wimpfeling eine große Rolle im Deutschen Reich gespielt haben. So wurde der französische Urpsrung bei der Annektierung Straßburgs im 17. Jahrhundert in das elsässische Kulturleben eingefűhrt. Obwohl die einflussreiche französische Kultur von Versailles in dieser Epoche in Europa schon tonangebend war, markierte die französische Herrschaft die Schaffung der elsässischen Kultur. Ungeachtet der französischen Assimilationspolitik entwickelte das Volk spezifische elsässische Zűge, nämlich die Koexistenz zweier Weltkultursprachen auf einem Boden.
Für Schickele, der den Begriff von „geistigen Elsässertum“ als Bezeichnung der Kultur geprägt hat, soll die privilegierte Kultur des Elsass sich nach Deutschland hinöffnen. Der jüngere und optimistische Schickele, der an den elsässischen Bewegungen „Jüngstes Elsass“ und „Stümerkreis“ teilnahm, war vor 1914 davon überzeugt, dass diese geistige Elssässertum einen Beitrag an der deutschen Literatur leisten könnte wie es bereits im 16. Jahrhundert geschafft hatte. Vor alllem brächte der elsässische Einfluss eine andere Dimension in die deutsche Literatur hinein, dadurch dass er der deutschen Sprache Impulse und Anregungen aus einer französischen Sichtweise vermitteln könnte. Schickele behaupete vor 1914, dass das Elsass „von allen deutschen Provinzen die größte und nächste Zukunft“ hätte und es „Deutschland eine moderne Freiheit geben“[12] könnte.
Dieser Traum wurde nicht erfüllt, da das Elssas ab 1914 wieder in den ewigen Kreislauf seiner Geschichte einging und im Folgenden noch einmal seine Heimat verlor. Philips zufolge stoßen die Kultur und Sprache im Elsass wegen der Weltkriegsjahre heute auf große Schwierigkeiten. In diesem Zusammenhang möchte ich zunächt dieses Problem genauer betrachten, das Philips zufolge die Einzigartigkeit der Elsässer bedroht.
Die elsässische Problematik
Heimat als Problem - Der wunde Punkt zwischen Deutschland und Frankreich
Schon immer stehen Frankreich und Deutschland in einem schwierigen Verhältnis zueinander. Wie zuvor bemerkt wurde das Elsass aus Konflikt gezeugt. Obgleich die Elsässer sich entweder auf die Seite der Franzosen oder auf die der Deutschen stellen mussten, hatten sie im 20. Jahrhudert eine eigene Identität gefunden.
Die Identitätskrise der Elsässer entstand hauptsächlich nach dem Zweiten Weltkrieg. Trotzdem wird „die elsässische Problematik“ auf die zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zurückgeführt, wie Schickele die Zerrissenheit seiner Heimat nach dem Ersten Weltkrieg in seinen Bücher bezeugte. Im Jahre 1918 wurde das Elsass wieder in Frankreich eingegliedert, mit dem Ziel dieses Land, das den wunden Punkt zwischen Deutschland und Frankreich darstellte, sowohl politisch als auch kulturell vollkommen durch Frankreich aufzunehmen.
Während allen Schűler im Jahre 1914 ausschließlich Elsässisch sprachen, führte die sprachliche Assimilierung Frankreichs ab 1918 zum Rückgang der Hochdeutschkenntnisse und bedrohte im Folgenden auch die Existenz des elsässischen Dialekts. Obwohl Schickele an seinem Glauben an die Heimat und seiner Hoffnung auf eine Realisierung dieses Gedankens festhielt, wurde seine Heimatansicht von fast niemandem geteilt; in Frankreich wurde er so sogar verdächtigt ein „unsicherer Kantonist“ zu sein.[13] Eine von Tomi Ungerer in seiner Jugend gezeichnete Karte zeigt, wie das Elsass und das Département Moselle nach dem Krieg aus dem Geographieunterricht verschwand (Bild 1, S.20). Ungerer, der in Strassburg geboren wurde und damit bereits früh mit dem Konflikt des Elsass betraut war, ist heute ein bekannter Illustrator; er stellte die Identitätsproblematik der Elsässer schon in seinen Kinderbildern dar. Obwohl Ungerer erklärt, dass seine Mutter „wie viele Elsässer, französischer als die Franzosen“[14] war, merkte er, dass sich elsässische Redewendungen in ihrer Unterhaltungen einschlichen, vor allem, wenn das Gespräch um die Gefühle ging „als füllten sie die Lücken einer durch Genauigkeit verzerrten Sprache.“[15]
Bedenkt man alle Konsequenzen dieser Entwicklung, ergeben sich folgende Fragen: In wie weit haben die Elsässer ihre Identität geopfert und in wie weit wurden die Elsässer gezwungen ihre Besonderheit aufzugeben?
Die Tragödie des Elsass nach den Weltkriegen
Viel politischer Druck wurde auf die Elsässer während der Weltkriegen ausgeübt aber am Ende des Zweiten Weltkrieges setzte die Elsässer dann unter psychologischen Druck auch noch ihre Identität aufzuopfern. Die besondere Tragödie des Elsass ist die Tatsache, dass die Elsässer von zwei Seiten verdächtigt wurden, nämlich zum einem dadurch dass sie an der Naziregime teilnahmen und zum anderen, dass sie für niemanden getötet wurden. In Anbetracht der Tatsache, dass sie keine Wahl hatten, ob sie am Krieg teilnehmen wollten oder nicht, lässt sich hierbei vermuten, dass sie auch kein Wahl hatten, ihre elsässischen Zügen aufzugeben. Sie wurden geschwächt, als sie auf ihre Identität beharrten, da sie auch immer an ihre Mitschuld während des Naziregimes erinnerte. Eigentlich mussten sich die Elsässer an dieser Wendung der Geschichte jedoch keine Schuld geben. Aber wie hätten die Elsässer ihre Persönlichkeit bejahen können, wie sie vorher getan hatten? Philips ist der Ansicht, dass die Elsässer keine Hoffnung hatten, ihre Identität bewahren zu können, ohne Erinnnerungen an das Naziregime hervorzurufen. Er argumentiert weiter, dass sie „vor allem Angst davor [hatten], fűr etwas gehalten zu werden, was sie nicht waren.“[16] Die Lage war noch nie so gűnstig gewesen, um den elsässischen „Problemfall“ zum Schweigen bringen und das Jakobinische Gesetz einzuführen. In der Tat wurden viele Elsässer zu größeren „Patrioten“ für ihr neues französisches Vaterland als die Mehrheit der anderen Franzosen selbst.
Das Elsässische im Verhältnis zum Französischen als Sprachnorm
Man darf daher voraussetzen, dass der Rückgang des elsässischen Dialekts auf die beiden Weltkriege zurückzuführen ist. Trotzdem muss es noch einen weiteren Grund geben, da der Rückgang nicht im Jahr 1945 begann, sondern schon im 17. Jahrhundert nach der französischen Revolution anfing. Für die französische Staatsgemeinschaft von fünzig Millionen Menschen nach der Revolution war die Identifitzierung mit Sprache und Nation nötig, um eine sprachliche und damit eine emotionale Einheit zu erzielen. So wurde das Französische ein wesentliches Element der französischen Einheit und daher die einzige rechtmäβige Sprache der Republik. Von einem französischen Standpunkt wird das Elsässische als negativer Einfluss auf die Französische, was der Grund für die Niederdrückung aller regionalen Identitäten in Frankreich war. Das Ende des Zweiten Weltkrieges beschleunigte nur den Verfall des Dialekts, da die Elsässer nicht in der Lage waren, sich an ihre elsässische oder ihre deutsche Identität zu klammern und damit der französischen Regierung ermöglichten direkt in der Sprachpolitk des Elsass einzugreifen.
Das Eingreifen des Staates hatte die gröβte Wirkung auf die Schule. Das Jahr 1945 markiert das erstes Mal, dass die deutsche Sprache aus den elsässischen Schulen verbannt wurde und alle die Elsässisch sprachen betraft wurden. Weitere Wandlungen wurden in der Presse, den Medien und in der Verwaltung durchgeführt um die Vorherrschaft des Französischen zu betonen. Größte Műhe gab man sich, damit die Stellung des Französisches im Elsass erhöht würde. Eine bekannte Werbung, die Ungerer damals skizzierte, hatte den Slogan „c’est chic de parler français“ ist damit ein gutes Beispiel des psychologischen Einflusses der Assimilationspolitik auf die Elsässer.[17] Nur auf religiöser Ebene wurde das Deutsche besser erhalten, da das Elsass sehr religiös war, obwohl auch hier die deutsche Sprache nach und nach durch den Französisch ersetzt.
Eine Sprache ohne Nutzen
Es steht nicht zur Debatte, dass ein Volk dem es verboten ist, seine eigene Sprache zu sprechen, dessen Sprache als minderwertig bertracht wird, sich dieses Volk so schnell wie möglich eine neue, stärkere Identität zu finden. Der „Minderwertigkeitskomplex“, den die Elsässer folglich in der Nachkriegszeit besaßen war ein Grund dafür, dass die Eltern die elsässische Sprache nicht mehr an ihre Kinder weitergaben. Die jüngere Generation nach dem Krieg werden manchmal als sprachenlose Generation bezeichnet, da sie das Französische nicht richtig beherrschten und das Hochdeutsch nicht richtig schreiben konnten und der minderwertige Dialekt auch nicht gefördert wurde.[18] Auf der Grundlage dieser These, behaupte ich, dass die Elsässer von ihrer Vergangenheit entwurzelt wurden.
Die sich ihrer Herkunft bewussten Elsässer wurden daher sowohl von den Deutschen als von den Franzosen unterdrückt. Im Buch von Emile Baas „La Situation de l’Alsace“ behauptet der Autor, dass das Elsass „in der Lage einer Kolonie“[19] ist. Vordergründlich hat die Nachkriegsjahre eine freiwillige Integration in die französische Welt hervorgerufen, betrachtet man jedoch die andere Seite der Medaille, so haben die Mehrheit der Elsässer einen Teil ihrer Identität verloren, weil sie nicht nur ihre besondere Sprache aufopfern mussten, sondern auch ihre Gedanken, ihre Bestrebungen und ihre tiefe Gefühle. Der Begriff „Elsaß“ beschränkte sich seit dem auf die geographische Bedeutung der Departements Bas-Rhin und Haut-Rhin und die Elsässer wurden eher nur Bas-Rhinois („Unterrheiner“) und Haut-Rhinois („Hautrrheiner“) und nicht Alsaciens.[20]
Allerdings änderte sich der Kreislauf der Geschichte im letzten Teil des 20. Jahrhundert und den Elsässern eröffnete sich eine neue Wende ihres Schicksals.
Das elsässische Schicksal
Das heutige Elsass - Europäische oder eigenständige Region?
„Das Elsass ist fűr mich keine provinzielle Angelegenheit, sondern der Prűfstein fűr die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich, die meiner Ansicht nach – besonders kulturell – das Schicksal Europas bestimmen.“[21]
Diese vorausschauende Aussage von Schickele ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass der elsässische Autor weder die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland noch den Aufbau eines gemeinsamen Europa erlebt hat, die dem Elsass ein neues Selbstbewusstsein schenkten.
„Es sollte ein Jahrhundert voller leidvoller deutsch-französischer Kriege vergehen, bevor sich eine Entwicklung anbahnen konnte, die die Annäherung der Völker Europas“[22] und das Schicksal des Elsass förderte. Auf dem Kongress in Den Haag im Mai 1948 wurde die Einberufung eines Europäischen Parlaments diskutiert und Straßburg wurde zur Hauptstadt Europas ernannt. Der britische Außenminister Ernest Bevin behauptete nach der Zustimmung zu Straßburg als Europasitz die europäische Union wurde „durch die Unabhängigkeit, die die Elsässer immer wieder beweisen haben, und den Eifer, mit dem sie ihre Freiheiten und Traditionen zu bewahren versuchten, dazu ermutigt.“[23] Bei der ersten Sitzung des Europarates in Straßburg am 8. August 1949, wurde Straßburg in Schnittpunkt zwischen deutscher und französischer Kultur auch zu dem Ort gewählt, an dem die deutsch-französische Feindschaft ausgesöhnt wűrde. Durch den Elysée Vertrag des Jahres 1963 wurde den Grundstein für die deutsch-französische Zusammenarbeit gelegt. Die Elsässer konnten endlich ihre Verkleidung fallen lassen und sich im „deutschen und französischen Geist freundschaftlich begegnen,“[24] wie es sich René Schickele immer gewünscht hatte.
Die elsässische Geschichte kann als eine Art Labor für Europa angesehen werden, da es jetzt sein Ziel als eine harmonische europäische Region erreicht hat. Dabei ergeben sich trotzdem aus meiner Sicht immer noch folgende Probleme: In wie weit steht ein gemeinsames Europa im Widerspruch zum elsässischen Partikularismus? Gehören sie nicht vor allem zur elsässischen Heimat und nicht zu Europa?
Es scheint deshalb angebracht, sich auf das Heimat-Empfinden von Schickele zu beziehen, das häufig als eine provinzielle und verengte Konzeption missverstanden wurde. In der Tat ist dieses deutsch-französische Heimatbild im kleineren Rahmen das „Abbild“ eines gemeinsames Europas, das nicht an geographische oder sprachliche Grenze gebunden ist. Dabei geht es um eine multinationale Heimat, die nicht mit einer nationaler Identität zu vergleichen ist, sondern Freiheit, Gemeinschaft und Gleichheit aller europäischen Völker zu bestärken versucht.[25] Dies ist genau das Ziel des heutigen Europas und mit seiner sechzigjährigen friedlichen Einheit wird die Organisation stärker und nimmt immer mehr an Ansehen zu.
Wie bereits erwähnt vertrat die elsässische Bevölkerung jeweils nicht die europäische Heimat-Konzeption von Schickele. In wie weit halten die Elsässer sich für Europäer? Beim Referendum 1992 haben 65% der Elsässer für den Maastricht Vertrag gestimmt, (mit einer Mehrheit von 72% in Straßburg), während die Franzosen nur zu 51% insgesamt zugestimmt haben. Darüberhinaus wird das Elsass nicht nur als ein kulturell führender Raum Europas bezeichnet, sondern schätzt seine Partnerschaft am Oberrhein, in dem 90% der Elsässer von den 100 000 Berufspendler am Oberrhein, in Deutschland oder in der Schweiz arbeiten.[26]
Auf der einen Seite befindet Frankreich sich in einer Identitätskrise, dessen republikanische Ideologie im Widerspruch zu einem vereinten Europa steht. An der anderen Seite deckt die Werbeslogan Europas „Identität in Vielfalt“ mit der vielschichtigen Identität des Elsass. Angesichts dessen, was die Forschung zu dieser Frage bereit gestellt hat, liegt die Vermutung nahe, dass die Elsässer hierbei als ursprüngliche Europäer bezeichnet werden können.
Die Europäische Union wird trotzdem kritisiert, da eine multikulturelle Gesellschaft von unterschiedlichen persönlichen und politischen Interesse nicht immer erfolgreich ist. Gleichermaßen ist es fraglich ob das friedliche Zusammenleben zweier verschiedener Kulturen heute im Elsass möglich ist. Auch bei der Űbersetzung des Wortes „Heimat“ werden wir in Schwierigkeiten kommen. „Heimat“, ein Wort das es im Französischen wie in anderen Sprachen einfach nicht gibt, verliert, wenn es übersetzt wird, schnell Nuancen seiner sehr umfassenden Bedeutung.
Zunkunftsaussichten - die Bewahrung der kulturellen Besonderheit
Wenngleich ein neuer europäischer Geist im Elsass seit einigen Jahren belebt wird, ist die sprachliche und kulturelle Besonderheit des Elsass heute immer noch dringend zu fördern. Das Elsass steht heute noch im Widerspruch zweier Verwaltungswelten – die der Europäischen Gemeinschaft und die des französischen Staates - die letztere, die immer noch zentrale Maßnahmen durch die Regierung in Paris ergreift.
Die europäische Charta der Regional - oder Minderheitensprachen des Jahres 1992, die von allen europäischen Länder ratifiziert wurde, wurde trotzdem von Frankreich abgelehnt. Das Deutsche und daher das Elsässische haben keinen offiziellen Status. Frankreich beeinflusst nachhaltig das elsässische Kulturschaffen und das Elsässische ist also auf die Privatsphäre reduziert. Anhand von Untersuchung wurde nachgewiesen, dass die Mehrheit nur eine „begrenzte“ Zweisprachigkeit besitzt.[27] Wenn auch 61% sich als Elsässisch sprechend bezeichnen, ist die Weitergabe der Regionalsprache durch das Elternhaus heute bei nur noch 15%.[28] Diese Untersuchung zeigt ebenfalls dass die Zahl der Dialektsprecher in der großen Mehrheit alt sind. Experten warnten vor düsteren Zukunftsprognosen und schätzen voraus, dass die Bevölkerung des Elsass in 30 Jahren einsprachig geworden sein wird.[29]
Dabei handelt es sich heute im Elsass um einen sprachlichen und kulturellen Kampf. Der elsässische Autor André Weckmann berichtete der Frankfurter Allgemeine Zeitung im Jahre 1982 dass die Revolution Padagögik vorzieht, weil sie allein die sprachliche Zukunft entfalten kann.[30] Durch kulturelle Bewegungen, wie die René Schickele Gesellschaft mit ihrem Schlagwort „Zweisprachig ist unsere Zukunft“ und das Amt für Kultur und Sprache im Elsass, können die Elsässer noch um ihre Sprache kämpfen. 1982 wurde der Deutschunterricht in den Grundschulen des Elsass eingefűhrt, mit dem Ziel die elsässische Geschichte und Kultur zu lehren.[31] Der 18 Oktober 2000 markierte auch die Einführung einer wöchentlichen dreistündigen Vermittlung des Elsässisches in der Grundschule. Was aber das Elsass im 21. Jahrhundert unterscheidet, ist dass die Verwaltung und die politischen Parteien sich auf die Zukunft des Elsass geeinigt haben und, dass sie beschlossen haben, die Dialekt in der Zukunft und in das Leben zu integrieren. Die zweisprachige Untertitelung der Straßennamen in Elsass, die in den letzten Jahren vorgenommen wurden, bezeugt, dass die bilinguale Bewegung der Elsässer, trotz der französischen Assimilationspolitik noch erfolgreich ist.[32]
Der Schluss
Scheinbar mag das elsässische Selbstverständnis in dieser Zeit der heutigen Globalisierung und des Terrorismus utopisch klingen.
Im Vergleich zu allen anderen Minderheiten in Frankreich kann das elsässische Selbstverständnis heute als eine Art von neuem Humanismus angesehen werden. Während die Minderheiten der Welt versuchen ihre Gebiete zu bestimmen, damit sie ihre Identität nicht verlieren, bestimmen die Elsässer ihre Identität durch ein grenzenloses Zusammenleben. Das Elsass ist daher nicht nur ein positives Beispiel für die Bevölkerung Frankreichs, Deutschlands und Europas, sondern für die ganze Weltbevölkerung. Was der deutsche Romantiker Friedrich Schlegel bereits im Jahr 1803 über das Elsass sagte, sei hier zitiert: „Hier an den Ufern des Rheins ist der Ort, von dem aus das Schicksal einer ganzen Welt zu hohen Zielen hin gestaltet und geführt werden könnte...“[33]
Trotz dieser Aussage im 19. Jahrhundert ist das Elsass noch im 21. Jahrundert relativ unbekannt. Mit dem Zentralsitz des heutigen Europas setzt sich das Elsass an der Spitze der europäischen Einheit, die nicht durch die Zusammenarbeit der politischen Institutionen oder die wirschaftliche Kooperation geleistet wird, sondern durch eine geistige und friedliche Existenz aller europäischen Völker. Deshalb sollten die Elsässer ihren Heimatdichter René Schickele endlich zum Bewußtsein bringen und von ihm geprägten Begriff des „geistigen Elsässertum“ als Symbol des elsässischen Selbstverständnisses im 21. Jahrhundert ernst nehmen.
Zum Schluss lässt sich meines Erachtens noch eine Frage beantworten: Können die Elsässer, trotz ihres neuen Selbstbewusstseins, sich zu echten Bilingualisten entwickeln? Diese Frage stellen sie sich gar nicht, denn sie Utopisten und Realisten zu gleichen Teilen sind. Sie haben von ihrer Geschichte gelernt und wissen dass, wie André Weckmann äußert, „Glauben für uns ein Imperativ [ist].“[34]
Literaturverzeichnis
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Weckmann, André.: Diesseits leben wir, jenseits leben andere. Eine Partnershaft kann nich funktionieren, wenn sie sprachlos bleibt. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Dienstag, 7. Juni 1988, Nr. 130, S.7.
Bild 1
Frankreich 1940
Musée Tomi Ungerer, Centre international de l’Illustration, Strasbourg <http://ungerer.videomuseum.fr/Navigart/slide/slide_main.php?so=oeu_nom_prem&it=2&cc=11&is_sel=0>
[3]Kircher, Walter-Siegfried.: Elsaß – Europäische Region in Geschichte und Gegenwart, Stuttgart: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 1996, S.7.
[7] Storck, Joachim W.: Meine Herkunft ist mein Schicksal. Heimat als Problem beim „zweisprachigen Grenzvogel“ René Schickele in Görner, Rüdiger.: Heimat im Wort. Die Problematik eines Begriffs im 19. und 20. Jahrhundert, München : Iudicium, 1992, S.107.
[8] Germin, Tanja.: Das Aussterben des Elsässisch – die Entwicklung des Dialektes im bilingualen Elsass. Grin: Universität Trier,2001, S.8.
[10] Matzen, Raymond.: Als ob mich jemand beim Namen riefe. René Schickele und der elsässische Dialekt inFinck, A., Ritter, A., Staiber, M.: René Schickele aus neuer Sicht. Beiträge zur deutsch-französischen Kultur. Hildesheim: Olms. 1991, S.218.
[11] ebda.
[12] Ertz, Michel.: Friedrich Lienhard und René Schickele. Elsässische Literaten zwischen Deutschland und Frankreich,Hildesheim; New York: Olms, 1990, S.164.
[13] Storck, Joachim W.: Meine Herkunft ist mein Schicksal. Heimat als Problem beim „zweisprachigen Grenzvogel“ René Schickele in Görner, Rüdiger.: Heimat im Wort. Die Problematik eines Begriffs im 19. und 20. Jahrhundert, München : Iudicium, 1992, S.109
[14] Ungerer, Tomi.: Die Gedanken sind Frei. Meine Kindheit im Elsass, Zürich: Diogenes, 1993, S.17.
[15] ebda.
[16] Philips, Eugène.: Schicksal Elsaß: Krise einer Kultur und einer Sprache, Karlsruhe: Müller, 1980. S.79
[17] Kircher, Walter-Siegfried.: Elsaß – Europäische Region in Geschichte und Gegenwart, Stuttgart: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 1996, S.5
[19] Philips, Eugène.: Schicksal Elsaß: Krise einer Kultur und einer Sprache, Karlsruhe: Müller, 1980, S.116
[20] ebda.
[21] Kircher,Walter-Siegfried.: Elsaß – Europäische Region in Geschichte und Gegenwart, Stuttgart: Landeszentrale für politische Bildung, Baden-Württemberg, 1996, S.15
[22] ebda. S.15
[23] ebda. S.15
[24] Kircher, Walter-Siegfried.: Elsaß – Europäische Region in Geschichte und Gegenwart, Stuttgart: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 1996. S.1
[25] Storck, Joachim W.: Meine Herkunft ist mein Schicksal. Heimat als Problem beim „zweisprachigen Grenzvogel“ René Schickele in Görner, Rüdiger.: Heimat im Wort. Die Problematik eines Begriffs im 19. und 20. Jahrhundert, München : Iudicium, 1992, S.115
[26] Kircher, Walter-Siegfried.: Elsaß – Europäische Region in Geschichte und Gegenwart, Stuttgart: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 1996, S.22.
[27] Kircher, Walter-Siegfried.: Elsaß – Europäische Region in Geschichte und Gegenwart, Stuttgart: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 1996. S.5.
[29] Kircher, Walter-Siegfried.: Elsaß – Europäische Region in Geschichte und Gegenwart, Stuttgart: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 1996. S.5.
[30] Weckmann, André.: Kann man Franzose und Deutscher zugleich sein? Frankfurter Allgemeine Zeitung, Mittwoch, 21. April 1982, Nr.92, S.10.
[31] Abalain, Hervé.: Le Francais est les langues historiques de la France, France: Gisserot, 2007, S.243.
[32] Kircher, Walter-Siegfried.: Elsaß – Europäische Region in Geschichte und Gegenwart, Stuttgart: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 1996. S.3.
[33] Ertz, Michel.: Friedrich Lienhard und René Schickele. Elsässische Literaten zwischen Deutschland und Frankreich. Hildesheim: New York: Olms, 1990, S.343.
[34] Weckmann, André in Philips, Eugène.: Schicksal Elsaß: Krise einer Kultur und einer Sprache. Karlsruhe: Müller, 1980. S.179.