Als ich Mesty bekam, war klar, dass sie den Rest ihres Lebens mit einem Erreger in ihren Körper verbringen würde. Sie war auf Mittelmeerkrankheiten getestet worden und man hatte Ehrlichiose bei ihr festgestellt. Wir hatten dann den Titer zur Kontrolle ein halbes Jahr später bestimmen lassen und erschien leicht erhöht gegen über dem, welchen man in Spanien festgestellt hatte. Zur Behandlung gab es ein Antibiotikum. Nach einem halben Jahr wurde der Titer erneut bestimmt und er war wieder niedriger. Vor drei Wochen waren wir dann wieder einmal zur Kontrolle. Ich hatte meinen Tierarzt gesagt, dass ich irgendwie das Gefühl hatte, Mesty wäre irgendwie in ihrer Leistung etwas beeinträchtigt. Zumindest war dieses mein Eindruck. Verglichen mit dem letzten Sommer schien sie mir schneller zu hecheln und auch manchmal etwas langsamer zu laufen.
Also schlug der Tierarzt vor, auch noch auf weitere mögliche Erreger zu untersuchen. Der Titer der Ehrlichiose war zum Glück unverändert, also nicht erhöht. Das ist schon mal gut. Es kam dann beim Testen auf weitere mögliche Infektionen jedoch heraus, dass Mesty ein Titer hat, der auf Infektionen mit Borreliose und Anaplasmose hinweisen. Wie lange diese schon vorliegen, ist schwierig zu sagen. Irgendwann muss Mesty sich aber mal über eine Zecke die Borreliose und die Anaplasmose eingefangen haben. Das ist jetzt nicht schlimm, da es kein akuter Ausbruch ist, doch es könnte vielleicht ihre leichte Beeinträchtigung in der Leistungsfähigkeit und Ausdauer erklären. Also behandeln wir das jetzt mit einem Antibiotikum. Das, so der Tierarzt, kann man zum Glück mit ein und demselben Antibiotikum behandeln, Doxycyclin. Dieses muss sie nun vier Wochen lang nehmen, je eine Dosis morgens und am Nachmittag. Und in einem halben Jahr werden wir dann den Täter noch einmal bestimmen lassen und sehen, ob sich eine Besserung eingestellt hat. Ich habe natürlich auch überlegt, wo Mesty sich die Infektion nun geholt haben könnte. Prinzipiell könnte das auch hier in Deutschland geschehen sein. Da ich sie aber wie meine beiden anderen präventiv behandle mit Bravecto, sollte ihr hier eigentlich nichts passiert sein. Aber vielleicht war es doch einmal eine Zecke ganz fuhren im Frühjahr, als ich den Hunden noch nichts gegeben hatte. Wenn, dann wäre das mehr als ärgerlich. Auch wenn Mesty nicht an Borreliose erkrankt ist, sowie Yoshi, so wäre das doch ein Grund, mir Vorwürfe zu machen. Ich überlege nun also, ob ich nächstes Jahr nicht noch viel eher anfangen, gegen Zeckenbisse vorzubeugen. Schwarzkümmelöl bekommen die Hunde bei mir mittlerweile das ganze Jahr über. Es wirkt gegen Zecken durchaus abwehrend. Aber nicht jede Zecke lässt sich dadurch abschrecken. Die meisten Zecken, die ich bisher bei Mesty gefunden habe, waren von der Haut wieder oben auf das Fell gekrochen, wohl weil der Geruch des Schwarzkümmelöls auf der Haut ihnen nicht angenehm war. Der kleinere Teil hat sich trotzdem festgebissen. Der Titer gibt keinen Aufschluss darüber, wo und wann die Infektion eingefangen wurde. Es könnte im Prinzip auch schon in Spanien gewesen sein. Anaplasmose gibt es auch im Mittelmeerraum. Das gleiche trifft auch für die Borreliose zu. Deshalb nehme ich an, dass sie diese beiden Infektionen schon mitgebracht hat.