Rockige Gitarren malen romantische Klangbilder
Die Band Pavallion stellt am Freitag ihre Debut-LP „2048“ in der Friedenskirche vor.
Nicht radiotauglich, viel zu lange Stücke, keine gängigen Liedstrukturen – aber eigenwillig, klangverliebt, atmosphärisch beeindruckend, kurz: kein Mainstream-Pop, aber höchst interessanter Post-Rock, das ist die Musik der Krefelder Band Pavallion. Sie existiert seit 2014 und hat sich mit verhältnismäßig vielen Konzerten schnell unter hiesigen Musikfans einen Namen gemacht. Nun hat das Quartett seine erste Platte eingespielt. Das Präsentationskonzert zur LP „2048“ findet am Freitag, den 5. Mai in der Friedenskirche statt.
Sebastian Dückers, Gitarre und Gesang, Steven Hein, Gitarre und Gesang, Andreas Zanders, Bass, und Piet Fischer, Schlagzeug, geht es offensichtlich um die Musik und nicht um kurzlebigen Chartstürmer-Ruhm. Gemeinsam entwickeln sie ihre Stücke, die oft mit einem langen Intro anfangen und sich dann auch in der Folge langsam entwickeln. Das längste Stück auf der LP dauert über 12, das kürzeste fast sechs Minuten, so etwas spielt keine Radiosender.
Die Musiker setzen viel Hall ein, für den Leadgesang von Sebastian Dückers und für die beiden E-Gitarren. Es entstehen weite Klangräume, man könnte auch von musikalischen Breitwandfilmen sprechen. Da gibt es viel zu hören.
Piet Fischer, Andreas Zanders, Steven Hein und Sebastian Dücker (v.l.) sind die Band Pavallion. Foto: Christina Ziem.
Der Gesang von Dückers, manchmal mehrstimmig ergänzt von Heinen, ist Teil der Stücke, nicht ihr Hauptzweck, dem sich alles andere als Begleitung unterordnet. In den Klangräumen der Stücke entstehen aus dem Geflecht aller Instrumente und des teilweise vorkommenden Gesangs Klangbilder, fast im Sinne der romantischen Programmmusik. „Hurricane“ heißt nicht von ungefähr eines der Stücke, und die Gitarristen entfachen hier tatsächlich musikalisch einen Sturm. So wüst (und live wahrscheinlich auch laut) geht es bei Pavallion aber nicht immer zu.
Die beiden Gitarristen ergänzen einander sehr gut, klanglich sind sie immer auseinanderzuhalten. Mal wird Schlaggitarre gespielt, dann werden wieder Arpeggien gezupft, viele Töne und Akkorde werden mit langen Nachklangzeiten lange stehen gelassen. Manche Klangbilder entwickeln sich so minimalistisch in sich langsam aufschaukelnder Dynamik zu heftigen Klanggewittern, die stets mehr bleiben als bloßes Getöse. Intermezzo-artig eingestreute Gitarrensoli braucht es da nicht mehr.
Schon fast bedächtig, aber so muss es hier auch sein, setzt Andreas Zanders auf seinem Bass die Ankerpunkte, Schlagzeuger Piet Fischer hat den schwierigeren Job. In meist langsamen und höchstens mittleren Tempi erstens abwechslungsreich, zweitens korrekt im Timing und drittens nicht komplett drucklos zu spielen, ist für Schlagzeuger viel schwieriger, als in hohen Tempi Dauergas zu geben. Fischer erledigt seine Aufgabe mit Bravour.
Insgesamt ist Pavallion ein hörenswertes LP-Debut gelungen. Nichts für Freunde gängiger Popmusik, wie gesagt. Rockfans mit Ausdauer zum Zuhören kommen hier auf ihre Kosten.
Info
Das Debut-Album „2048“ von Pavallion erscheint als Vinyl-Platte (180 Gramm) und hat eine Gesamtspielzeit von etwas mehr als 48 Minuten.
Unter: pavallion.bandcamp.com kann man die Songs digital downloaden oder die Vinyl-Version bestellen.
Das Release-Konzert findet am 5. Mai in der Friedenskirche statt. Einlass 19 Uhr, Beginn 20:48 Uhr.











