Anja Kampmann entfaltet in ihrem sprachgewaltigen und für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierten Roman «Die Wut ist ein heller Stern» in kurzen Szenen die Geschichte einer Artistin, die im roten Hamburg den Aufstieg der Nazis erlebt.
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Anja Kampmann entfaltet in ihrem sprachgewaltigen und für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierten Roman «Die Wut ist ein heller Stern» in kurzen Szenen die Geschichte einer Artistin, die im roten Hamburg den Aufstieg der Nazis erlebt.
Norbert Gstrein erzählt in seinem für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierten Roman von einem Mann, der den Krieg nie gesehen hat und dennoch nicht von ihm loskommt. Die elegante Beiläufigkeit, mit der Gstrein durch ein Jahrhundert führt, erinnert an Autoren wie W.G. Sebald oder Joseph Roth.
Katerina Poladjan legt in ihrem mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichneten Roman »Goldstrand« mal eben ein Jahrhundert auf die Couch, um zu fragen, was ein Leben und was Europa ist. Vom ersten Moment an zieht dieser in filmischen Szenen erzählte Roman in seinen Bann.
Die Berliner Schriftstellerin Katerina Poladjan hat den Preis der Leipziger Buchmesse für den besten literarischen Titel gewonnen. Das Buch »Balkan-Odyssee. 1933–1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa« der Münchener Historikerin Marie-Janine Calic wurde als bestes Sachbuch ausgezeichnet.
Die Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse sind da. In den drei Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung sind jeweils fünf Titel nominiert. Nominiert sind Autor:innen wie Anja Kampmann, Katerina Poladjan, Norbert Gstrein, Ines Geipel und Ulli Lust.
Montagsgedicht: Anja Kampmann
The Moon and the Nightspirit | Manuela Mordhorst | 2012 planetarium hören wir uns atmen in der nachtam morgen ein spechtwertet die lochkarten ausder gewöhnlichen träumedort sind wir nicht gewesenschwärze wie ein fliehendes rehdie uns umschloss fern der häuserwenig lässt sich sagenüber die verbindungslinien der sternedie bäume stehen nass und voller tropfenim planetarium früherer zeitwar es eine…
Als die Tür sich öffnete, sah er Patrícias heißes Gesicht, die Wangen rot wie von einem kleinen Mädchen nach dem Schnee. Was ist, sagte er matt. Und er schloss, als hätte er es schon immer getan, seine Arme um sie und führte sie hinaus und fuhr mit dem roten Honda gegen das Glasige ihrer Augen, gegen die Stille und die Eindeutigkeit der Wache, gegen das Endlose dieser Straßen, denen andere Straßen folgten, durch den Staub, zu dem beruhigenden Geräusch der Steine, die gegen den Karrenboden sprengten, plötzlich und stark. Wen wollen sie anklagen, sagte sie. Da ist niemand. Wo ist er gemeldet? Malta? Malta? - Wie hoch die Wasser steigen
Als wäre diese Kneipe die andere Seite dieses Augenblicks, die er damals schon ahnte. Von der er wusste, schon damals, Mátyás' Kopf an seiner Schulter, der leichte Geruch der Schmiedefeuer, und auf dem Rückweg die alte Kanone unter den Bäumen, die Gräber der Kolonialherren, die Inschriften, die er damals schon lesen, aber nicht verstehen konnte. Mátyás lag neben ihm auf dem Grün. Als wäre hinter all dem nichts anderes gewesen als das Schwanken der Zweige. Als hätte er es damals schon sehen können, hätte er genauer darauf geachtet. Sich selbst, an diesem dunkelbraunen Eichentisch. - Wie hoch die Wasser steigen