Holland IV 2026 - Tag 9
Mannen en vrouwen, dames en heren! Herrschaften!
An der Wohnzimmerdecke eines Hauses in Franeker in Friesland befindet sich ein waschechtes UNESCO-Welterbe.
Hier hängt das weltweit größte bewegliche Modell unseres Sonnensystems aus den 1770er-Jahren und das älteste noch funktionierende Planetarium der Welt.
Der Erfinder setzte mit dem Planetarium auf sachliche Information als Mittel gegen Fake News.
Dieses präzise bewegliche Modell des Sonnensystems wurde zwischen 1774 und 1781 vom friesischen Wollkämmer Eise Eisinga gebaut.
Eise Eisinga wurde am 21. Februar 1744 in Dronrijp geboren. Wie viele Kinder zu dieser Zeit musste auch Eise arbeiten.
Er half in der Wollkämmerei seines Vaters mit, und es war auch sein Vater, der im kleinen Eise das Interesse an Astronomie und Mathematik weckte.
Eise war derart wissbegierig, dass er schon als kleiner Junge wöchentlich zu Fuß nach Franeker ging, wo er gemeinsam mit dem Wollfärber Willem Wijtses an der Akademie von Franeker die mathematischen Werke von Euklid studierte.
Astronomie und Mathematik waren nur seine Hobbys. Auf Basis des Selbststudiums schrieb er bereits im Alter von 15 Jahren ein Mathematikbuch.
Zwei Jahre später folgte ein Buch über Astronomie.
Im Alter von 24 Jahren heiratete Eise die junge Pietje Jacobs, und im Jahr 1768 ließ er sich als Wollkämmer in Franeker nieder.
Der friesische Pfarrer Eelco Alta sagte für Mai 1774 voraus, dass der Mond mit den Planeten kollidieren und die Erde untergehen würde.
Eise Eisinga wusste jedoch, dass „die Erde doch weiter bestehen würde“.
So beschloss er, eine Maschine zu bauen, „die mir jederzeit zeigen kann, was am Himmel gerade passiert“.
Mit dieser Maschine konnte er Interessierten zeigen, wie sich die Planeten bewegen.
Im Jahr 1778 gab er öffentlich bekannt, dass er bereits vier Jahre lang an einem beweglichen astronomischen Planetarium arbeitete.
Und das mit tatkräftiger Unterstützung seiner Familie, denn sein Vater stellte Scheiben und Zahnräder aus Holz her, während sein Bruder das Planetensystem auf die Decke des Wohnzimmers malte.
Wilhelm I., Prinz von Oranien und erster König der Niederlande, war so beeindruckt von Eisingas Konstruktion, dass er das Haus kaufte und zum königlichen Planetarium erklärte.
Auf diese Weise wurde es für die Öffentlichkeit zugänglich.
Das Modell der Sonne mit den sechs um sie kreisenden Planeten funktioniert auch heute noch.
Damit ist Eisingas Maschine das älteste funktionierende Planetarium der Welt.
Eisinga starb im Jahr 1828 im Alter von 84 Jahren. Er hinterließ ein Testament, in dem er die Funktionsweise seines Planetariums genau beschrieb.
Das von ihm gebaute Planetarium zeigt bis heute die aktuelle Position der Planeten.
Die Planeten des Planetariums bewegen sich zeitgleich mit den realen Planeten um die Sonne: Merkur zum Beispiel in 88 Tagen, die Erde in einem Jahr und Saturn sogar in mehr als 29 Jahren!
Der Mechanismus funktioniert über ein ausgeklügeltes Räderwerk aus Holzreifen und Scheiben, mit zehntausend handgeschmiedeten Nägeln als Zähnen.
Eine Pendeluhr und neun Gewichte treiben das System an.
Das Planetarium ist zugleich ein Museum mit einer umfangreichen Sammlung historischer und astronomischer Instrumente und Einblicken in die moderne Astronomie.
Zudem gibt es einen kleinen Kinosaal, in dem Filme zum Thema gezeigt werden.
Nach einem langen Vorlauf von mehr als acht Jahren, in dem das Planetarium 2010 als offizieller niederländischer Kandidat in die „Vorläufige Liste des UNESCO-Welterbes“ aufgenommen wurde, wurde 2012 der Aktionsplan erstellt.
Im Jahr 2023 wurde das Planetarium in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Das ganze Museum besteht inzwischen aus drei nebeneinander liegenden Kaufmannshäusern zu denen auch ein Kaffee gehört.
Im Innenhof, der von den Häusern umschlossen ist, lässt es sich angenehm ruhig sitzen und den sehr leckeren Kuchen genießen.
Tot ziens!
Angie, Micha, Honey & der Hasenbär














