Diese Welt, wie sie heute ist, ist nicht empfehlenswert....
Habe heute nach Jahren mal wieder Tumblr und habe einige Sachen eingegeben und mir die Blogs angesehen. Was ich dort gesehen habe, hat mich zum einen sehr traurig und zum anderen auch wütend und fassungslos gemacht. Egal was ich eingegeben habe, ob Studium, Abitur, Schule..... Egal was, viele Posts die ich gesehen habe, waren auf irgendeine Art und Weise mit Depressionen in Verbindung zu bringen. Depressionen, Mobbing, Selbstmordgedanken.
Natürlich ist Mobbing nicht erst seit kurzem ein Thema, auch ich wurde jahrelang immer gemobbt, meist war es den Mobbern nicht mal richtig bewusst gewesen. Ich gehe bald wieder zur Schule, mache weiter Ausbildung und habe bereits Angst davor, dass es wieder so endet wie das letzte Mal. Trotzdem versuche ich mich nicht unterkriegen zu lassen, positiv zu denken, denn oft ist genau das der Schlüssel zur Lösung: Nicht von Anfang an negativ denken. Ich weiß, wie es ist in diesem Loch gefangen zu sein, war bereits beim Psychologen und habe mir helfen lassen, aber diese Narben auf der Seele bleiben, die Ängste gehen nicht einfach weg.
Das traurige an dem ganzen Thema ist.... Es fängt bereits im Kindergarten an. Ich bin gelernte sozialpädagogische Assistentin, mache bald die Ausbildung zur Erzieherin und arbeite derzeit in einem Kindergarten. Durch meine eigenen Erfahrungen bin ich sensibler, was das Thema Mobbing betrifft und könnte jedes mal heulen, wenn ich sehe, wie die Kinder im Alter von 3-6 bereits anfangen, sich gegenseitig Auszugrenzen und zu mobben. Das schlimmste an der ganzen Sache ist, dass sie bereits das Denken haben, was viele Mobber haben: Ist doch nur Spaß.
Es ist kein Spaß, es zerstört Seelen, Menschen und vor allem nimmt es Leben. MOBBING TÖTET MENSCHEN!
Aber das heißt nicht, dass Mobbing in der Natur des Menschen liegt, nein, Kinder sind das Spiegelbild der Erwachsenen, der Eltern. Da stellt sich mir die Frage: Wie kann ich den Kindern erklären, was Mobbing ist. Es ist schwierig, denn Kinder sind sehr schnell mit Informationen überfordert. Kinder verstehen noch nicht die Folgen von ihrem Handeln in diesem Ausmaße. Fakt ist aber, wir müssen diesen ewigen Kreislauf durchbrechen. Sonst wird es immer so weiter gehen. Die Schwachen werden gemobbt, die gemobbten gehen einen von 3 Wegen: Suizid, Therapie oder sie werden selbst zu Mobbern um sich selbst zu schützen. So kann es nicht weiter gehen.
Was ist so schwer daran, frage ich.
Was zum Teufel ist so schwer daran, Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind, das Verhalten, dass man selbst nicht nachvollziehen kann, zu hinterfragen, oder es einfach gut sein zu lassen. Was ist so schwer daran, jemandem zu sagen, wenn einem etwas nicht gefällt, oder man die Person nicht mag, nichts mit ihr zu tun haben möchte? Ja es ist Scheiße zu hören, dass jemand einen nicht mag, es verletzt diejenigen, aber das geht vorbei. Wenn man es verschweigt und die Person lieber ignoriert, ausgrenzt, ohne, dass sie weiß, warum, tut es nur umso mehr und vor allem viel länger weh.
Aber..... Warum mobben Menschen?
Ganz einfach. Es gibt unterschiedliche Gründe. Entweder, um dazu zu gehören, cool zu sein. Mobbing ist nicht cool! Wer einen zum Mobbing ansgiftet, damit man zur Gruppe gehört, ist falsch, ist schwach und hat meistens selbst Probleme, die er damit verstecken will.
Manche Mobben jedoch auch, damit sie selbst nicht gemobbt werden, ganz nach dem Motto:Angriff ist die beste Verteidigung. Falsch! Ja du hast dann von anderen den Respekt, gehörst dazu, wirst nicht nieder gemacht, aber denk darüber nach, was es in einem auslöst, wenn man gemobbt wird, wie es sich anfühlt, wie hilflos man ist, weil man allein dasteht. Und dann stell dir vor, dein Kind später kommt von der Schule nach Hause, hat Angst, weint und hat vielleicht sogar Selbstmordgedanken, weil es gemobbt wurde und dann denkst du daran, dass du genauso warst wie die und du bekommst Schuldgefühle. Willst du das?
Du fühlst dich stark, wenn du andere mobbst, aber ich sage dir eines: Wer mobbt ist schwach, wer sich für die Schwachen einsetzt, ihnen hilft, ist wahrlich stark.
Ich habe vor einigen Tagen ein Video über Mobbing gesehen, wo ein Junge gefragt wurde, ob er sich wohl fühlt in der Klasse. Er verneinte. Die Mobberin, die Anführerin der Klasse meinte nur: "Er ist doch selbst schuld, gucken sie sich den doch mal an!"
Als sie dann gefragt wurde, warum sie weiter mache, obwohl sie gehört hat, dass es dem jungen schlecht ginge sagte sie nur: "Er sieht nicht so aus, als würde er sich gleich das Leben nehmen, also ist doch alles in Ordnung "
Meine Gedanken dazu waren folgende:
1:Du kannst also Menschen ansehen, ob sie sich umbringen wollen?
2:Woran siehst du es denn? Daran, ob er sich ritzt? Nicht jeder mit Selbstmordgedanken verletzt sich selbst, ich tat es nie, konnte es nicht (zu meinem Glück)
3:Jetzt ist er vielleicht noch nicht so weit, aber woher willst du wissen, wie weit er noch davon entfernt ist, es zu tun? Sich das Leben zu nehmen?
4:Und was wäre, wenn er plötzlich nach der Schule auf dem Dach steht? Springen will? Stehst du dann unten und filmst auch noch, weil er das ja eh nicht macht, weil er nicht so aussieht?
Man sieht den Menschen nicht an, wie sie denken, wie sie fühlen, wie es ihnen geht. Heutzutage trägt doch jeder eine Maske, die seine wahren Gefühle verschleiert. Du siehst es ihnen nicht an. Bei jedem zeigen sich Depressionen anders, bei mir war es anhand der schulnoten, ich wurde immer schlechter, wusste nicht warum, fühlte mich unwohl, dachte darüber nach, wie es wäre, wenn ich einfach plötzlich nicht mehr da wäre, wer trauern würde. Dann bekam ich einen Nervenzusammenbruch und ging zu einem Psychologen. Beim zweiten Mal merkte ich es sofort, als ich immer schlechter wurde, immer zu spät kam, obwohl ich rechtzeitig losfuhr, nichts dagegen tun konnte und suchte mir erneut Hilfe. Zu beiden Zeitpunkten hatte keiner damit gerechnet, keiner gewusst, was in mir vorging, weil sie meine Wesensveränderung nicht bemerkten, weil ich allen eine heile welt vorgespielt hatte.
Depressionen kann man nicht immer sehen!
Mobbing tötet Menschen!
Denkt nach, bevor ihr handelt oder sprecht, ihr wisst nie, was euer Gegenüber voher schon durchgemacht hat, wisst nicht, wie es ihm wirklich geht.




















