Sonntag, 17 Uhr. Die Aula im Festivalzentrum ist bis in die letzten Winkel gefüllt. Es werden noch weitere Klappstühle in den Raum getragen, um allen einen Sitzplatz zur Verfügung zu stellen. Nachdem die Türen geschlossen wurden, werden wir vom zuständigen Praktikanten begrüßt. Ob nicht vielleicht jemand 'nen Anschlussjob für ihn hätte? Social Media-, Excel- und Kalkulationsskills wären allemal vorzuweisen. Das Blogteam erklärt sich bei Interesse gerne bereit, entsprechende Angebote weiterzuleiten.
Dann marschiert der selbst-betitelte Anti-Anti-Aufstandsbekämpfungschor singend in den Saal und baut sich in Reih und Glied auf der Bühne auf. Die Internationale. Aus vollen Hälsen. Nach einem Monat harter Arbeit kommt der Auftritt endlich ins Rollen. Ein #Vermittlungs#event, das es geschafft hat, den eigenen Wunsch nach einem bunt gemischten Publikum zu realisieren. Publikum, höre die Signale!
Foto: Johanna Baschke
Während uns der Change-Agent von Resolut Revolution Resolution Inc. den Chor als deren neuestes Produkt präsentiert, wird den meisten Zuschauer*innen wohl klar, auf was sie sich hier eingelassen haben. „Vielleicht ist der Eindruck entstanden, wir wollten Ihnen nur etwas verkaufen. Nein. Wir wollen viel mehr!“ Die, mit einer ordentlichen Prise Zynismus gewürzten, satirischen Zwischenstücke des Vertreters von RRR Inc. kontrastieren und ergänzen die Kampflieder des Arbeiter*innenchors. Gleichzeitig täuscht der Humor aber nicht über die Ernsthaftigkeit des Inhalts und seiner Urheber*innen hinweg. Das wird auch allen klar, als die Solistin noch einmal darauf hinweist, dass die Lieder mehr sind als historische Fragmente. Sie sind auch Ausdruck eines, tief in unserer Natur und unserer Gesellschaft verwurzelten, Bedürfnisses nach Gerechtigkeit.
Als sich nach gut einer Stunde der Chor und das Publikum gemeinsam in den Hof begeben, begleitet von „We Shall Overcome“, sieht man viele lächelnde, aber auch nachdenkliche Gesichter in der Menge. Eine Zuschauerin äußert das, was wohl nicht nur ich so empfunden habe: „Ich fand's einfach richtig schön.“