Familiengeschichte in handschriftlichen Eintragungen - Teil 3 von 3
Unter den Büchern des Nachlasses, gab es gleich einige, die mit handschriftlichen Eintragungen versehen waren. Sie belegen wie in verschiedenen Jahrzehnten über mehrere Generationen Bücher verschenkt wurden.
Teil 3: "Büchergeschenke von Ursel"
Eine dieser Personen war anscheinend meine Großtante Ursel. Ursel war einige Jahre älter als meine Oma und zog früh aus dem Elternhaus fort. Dies belastete später die Beziehung der beiden Schwestern stark und folglich habe ich leider gar keine Erinnerungen an Ursel.
Meine Oma erzählte mir später, dass sie als Mädchen das Gefühl hatte, dass Ursel sie damals "im Stich gelassen" habe.
Ursels Büchergeschenke belegen zwei Momentaufnahmen der Beziehung der Schwestern aus den Jahren 1952 und 1955. Meine Oma war in diesen Zeitraum ein Teenager im Elternhaus meiner Urgroßeltern aber Ursel war bereits ausgezogen und mit ihrem Mann Kosta liiert.
Ursels erstes Geschenk an meine Oma ist das Buch "Im Dutzend billiger" (1949), mit humorvollen Geschichten einer Familie mit zwölf Kindern. Sie schenkte es meiner Oma zu ihrem 14. Geburtstag und schreibt dazu:
„Herzliche Geburtstagsgrüße Deine Ursel und Kosta Im Juni 1952“
Das zweite Buchgeschenk mit Widmung folgte 3 1/2 Jahre später zu Weihnachten und ist das Buch "Weggenossen" (1950) von Sophie Charlotte von Sell. Über dieses Buch finde ich leider nur, dass es wohl damals ein ziemlicher Bestseller gewesen sein muss. Eine Inhaltsangabe oder ähnliches fehlte aber also bleibt mir wohl nur, es die Tage mal selbst zu lesen. Ursels Widmung in diesem Buch lautet:
„Ein kleiner Weihnachtsgruß von Ursel und Kosta Weihnachten, 1955“
Beide Bücher befanden sich gemeinsam mit nur wenigen anderen oben auf dem Kleiderschrank im Schlafzimmer meiner Großeltern - im Gegensatz zu dem Großteil der Bücher aus dem Wohnzimmer. Auch wenn die Beziehung zwischen meiner Oma und ihrer großen Schwester nicht immer einfach war, scheint es, als hätte sie ihre Buchgeschenke später im Leben nah bei sich haben wollen. Dies zumindest ist meine Interpretation dieses Fundes.




















