Woyzeck by Georg Büchner at Festival d‘Avignon
Set design by Jan Pappelbaum
Director Thomas Ostermeier

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Woyzeck by Georg Büchner at Festival d‘Avignon
Set design by Jan Pappelbaum
Director Thomas Ostermeier
march2023 | Alias Anastasius | stage and costume design | Berliner Ensemble
Photos © Moritz Haase
Amazing panoramic view from tower
versteh mich oder missversteh mich
nimm mich wie es dir gefällt
jedes Wort ist wahr keines ist wirklich
jeder Satz taugliches Bühnenbild für deine Vorstellung von Welt
Bühnenbild? (Eine kleine Selbstbeweihräucherung)
Als ich ankam, war da nichts, oder fast nichts, jedenfalls war da nichts von dem, was wir in einem Telefonat in der Woche zuvor besprochen hatten. Statt einem kleinen Tisch, auf dem ich ein paar hübsche Dinge platzieren wollte, war an der Stelle, von der aus ich tätig werden sollte, ein Stuhl, der die massige Gestalt einer nicht mehr taufrischen Person davon abhielt, beim Kuchenessen auf den Fußboden zu fallen. Hinter der Stuhllehne waren vielleicht 20 cm Platz zu einer weißen Wand. Der ganze Raum war gefüllt mit einer riesigen, schräggestellten Tafel, um die herum auf Stühlen etwa zwei Dutzend Kuchenesser saßen und aßen. Da, wo ausreichend Platz war, um überhaupt noch etwas oder jemanden in den Raum zu bringen, stand ein kombinierter Cafe-Kuchen-Gabentisch, an den in regelmäßigen Abständen jemand unter abwechselnd lautem oder leisem Aufheulen oder Aufstöhnen der Betroffenen und/oder Anwesenden anstieß. Ich war eingeladen, vorzutragen. Das, das war mir sofort klar, würde ich auch tun. Wenn es keine Bühne gab, dann würde ich halt eine zaubern. Wenn es kein Bühnenbild gab, würde ich eben eines in die Vorstellung der Anwesenden malen. Zunächst aber hieß es, den angebotenen Kuchen und den ebenfalls angebotenen Kaffee zu nichten, um der Gastfreundschaft genüge zu tun. Der Kuchen war lecker, ausgesprochen lecker, trotzdem ist es vor dem Vortrag nicht unbedingt einfach, Kuchen zu essen. Schon die Idee, ich könne mich verschlucken, macht jedes Essen zu einem echten Auftrag. Ich verschluckte mich nicht. Anstelle eines Bühnenbildes zog ich meine Klangschale aus der Tasche und stieß sie mit einem Klöppel an. Ihr satter Klang sicherte mir im Nu die Aufmerksamkeit der Anwesenden. Erst erzählte ich ein paar Worte zu mir, ging rasch über zu der zu feiernden Person, dann führte ich die Gesellschaft mit Worten in das Reich der Märchen. Während ich erzählte und erzählte, bauten sich die Anwesenden ihre eigenen Bühnenbilder. Ich weiß nicht, was sie sahen - dass sie sahen war offensichtlich. Langsam führte ich sie wieder sacht, ganz sacht zurück, zu ihrer Feier, ihrem Feierlichkeitsanlass, ihrem Jetzt. Strahlende Augen bestätigten mir: wir alle haben sie in uns, die Bühnenbilder der Erzählpoesie. Man muss sie nur entstauben und zulassen, dann nehmen sie sich den Platz, den sie brauchen - überall.
unsichtbar
Bühnenbild gibt nicht viel her
ist nur schablone völlig leer
das bild es kommt sich einsam vor
dahinter auch davor wie nie zuvor
das spiel in vollem gange
ein riesiges gerange
doch leblos muss es nun steh'n
bei diesen possen zuzuseh'n
vergißt dabei nun voll und ganz
das es erstrahlt in großen glanz
davor und dahinter nicht existent
wenn nicht vom Bilde so getrennt.
©️michi
My stage design of the stage musical version of Disneys “Mulan”
Jayme Mellema scenic - Jayme Mellema scenic design Peter Pan Children's Theatre of Charlotte