Tage 133 bis 135
Der 133. Tag war dem gepflegten Nichtstun gewidmet. Ich habe lediglich für die nächsten zwei Tage ein Auto gemietet. Nur 30 $ am Tag, das ist okay. Da ich auf der gestrigen Rückfahrt meine Ohren nicht durch ein Tuch geschützt hatte wie an den anderen Tagen, habe ich nun ziemliche Ohrschmerzen und das rechte Ohr ist innen zugeschwollen. Das hält in der Regel einige Tage bis zwei Wochen an. Nicht schön.
Am Abend war ich dann noch mit Soo und Danny im Elilai und haben im edlen Ambiente direkt am Wasser gespeist. Sie erzählten von ihren heutigen Tauchgängen und siehe da, heute war Manta-Tag! Ich habe mich für sie sehr gefreut, denn den Manta vor zwei Tagen hatte nur ich gesehen.
Ich hatte den beiden angeboten, sie mitzunehmen auf eine Autotour und abends am Flughafen abzusetzen, aber siehe da, sie hatten sich von Clark schon ein Auto besorgt.
Und so bin ich dann am nächsten Tag einmal um die größte Insel Babeldaob gefahren. Die eigentliche Ringstraße ist sehr gut ausgebaut. Sobald man diese aber verlässt, kann es knifflig werden. Eines der Highlights war ganz am Anfang das Dörfchen Airai, wo das einzige noch echt erhaltene Bai steht. Die Bais sind die Versammlungshäuser und sehen ganz schick aus mit ihren Bemalungen und dem etwas düsteren Inneren, das man natürlich nicht betreten darf. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle Palau kurz vorstellen: rund 18000 Einwohner leben auf 11 der über dreihundert Inseln mit einer Gesamtfläche von 459 qkm, das ist so etwa die Hälfte der Fläche Berlins. Nachdem sich die Spanier, dann die Deutschen, dann die Japaner und schließlich die USA als Kolonialmacht aufspielten, wurde Palau (manchmal auch Belau) erst 1994 wirklich unabhängig; die angestrebte Atomwaffenfreiheit durfte auf Druck der USA nicht in die Verfassung. Ein echter Witz ist allerdings die Verlegung der Hauptstadt von Koror, dem Hauptort mit über 11000 Einwohnern nach Ngerulmud, einem Ort, der quasi nicht existiert. Jetzt stehen dort mitten im Nichts riesige Regierungsgebäude und ansonsten ist da - nichts. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, mit meinem kleinen Mietwagen einmal durch die Vorhalle zu fahren. Weiterhin habe ich mir an drei verschiedenen Orten Kriegskanus angesehen und auch einen Ort, der als „Stonehenge“ des Pazifik gilt, nämlich die Steinstelen von Ngercholong. An einem anderen Ort habe ich nach einem Kaffee gefragt und dabei erfahren, dass unsere Außenministerin Frau Baerbock vor kurzem auf Palau war und genau das Haus besuchte, wo ich um einen Kaffee bat. Es gab übrigens keinen, dafür aber ein längeres Gespräch mit der Leiterin der Verwaltung von Ngeremecheluch. Nach dem Vorbild der USA gibt es Bundesstaaten, und zwar 16 an der Zahl, wovon einer tatsächlich 25 Einwohner hat. Wie da wohl die Verwaltung aussieht? Noch weiter im Westen der Insel habe ich dann tatsächlich einen Kaffee bekommen und durfte ihn nicht bezahlen. Auf meine Nachfrage, wieso ich denn diesen einen Dollar nicht zahlen sollte, meinte sie, damit ich wiederkomme. Das fand ich sehr nett. Ich habe aber darauf bestanden, zu zahlen, und auch gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering sei, da ich ja morgen abreisen würde. Ich liebe diese kleinen Geschichten. Im Surangels, einem riesigen Einkaufszentrum, gab es kein Bier und allgemein keinen Alkohol. Auf meine Frage, wieso denn, lautete die Antwort: „weil der Besitzer SDA sei.“ Auf Nachfrage: Seventh Day Adventist - ich habe wirklich ein sehr gestörtes Verhältnis zur Religion im Allgemeinen und zur sogenannten christlichen im Speziellen.
An meinem letzten Tag auf Palau habe ich dann einige näher gelegene Orte angefahrenund war unter anderem im Nationalmuseum - klein, aber fein. Dabei fiel mir auf, dass das GPS meines iPhones (ich benutze die App MapsMe als Navi) lustig hin und her sprang. Da hier amerikanische Soldaten los „technische Helfer“ tätig sind vermute ich eine Art Störsender. Amis, GPS, Störungen - Zufall? Ich sehe schon das Alu-Hütchen. Ist bestimmt der Beginn einer neuen Verschwörungstheorie. ;)
Am Abend bin ich mit dem Auto zum Flughafen gefahren und habe, wie schon auf Tahiti, den Schlüssel unter die Fußmatte gelegt. Im Prinzip hatte ich das Auto am zweiten Tag fast umsonst, da ein Taxi von Koror zum Flughafen auch mindestens 25 $ kostet.
Bei der Gepäckkontrolle stand es 6:1 für die Kontrolleur*innen. Und sie haben mich quasi durchgewunken und gescherzt. Kein Männeken außer mir war so zeitig da. Die wussten wahrscheinlich, wie relaxt man hier mit United Airlines umgeht, nicht so wie in Manila. In Manila drei Stunden vorher da sein, hier eine.
21:50 Uhr war Abflug und so war ich erst nach Mitternacht in Manila. Taxi zum Hotel „MySpaceHotel @BGC“, eingecheckt. Geschlafen. … Der Horror begann erst später…
Vokabel des Tages: entspannt - relaxed
Die meisten Bilder sind leider weg …











