I think uh............ might be adding Bayonetta to my crush list........

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Badass?! I
-Amelie-
Ich schleppte mich die letzten Meter aus dem Taxi in Richtung Eingang. Den kleinen Fernseher unter den linken Arm geklemmt, meinen einhundertfünfzig Kilo schweren Koffer an der rechten Hand. Dann noch eine Handtasche und das Handy zwischen Ohr und Schulter gequetscht. Meine Mutter, wer auch sonst. „Nein Mum, ich lebe noch. Ja, ich weiß. Jaha...Du hättest mich ja auch fahren können.“
Plötzlich vernahm ich ein Tuten vom anderen Ende. Na super, da hatte sie mal wieder einfach aufgelegt. Wie so oft, wenn es brenzlig wurde- einfach verschwinden. Sie kann es sich ja mit ihrem einen Meter fünfundfünfzig erlauben: wer mal eben so groß ist, dass er über die Theke beim Bäcker gucken kann, fällt einfach mal nicht so sehr auf. Weder sie, noch mein Dad wollten mich hierher bringen, aber beide bestanden darauf, dass ich bloß auf diese komische Privatschule mit Wohnanlagen gehe. Weit, weit weg von Zuhause. Nur damit sie wieder ihre Ruhe hatten. Pah! Als ob die mich so leicht loswerden. Spätestens zu Weihnachten steh ich wieder bei denen auf der Matte und werde Dad beichten, dass Mum eine Affäre hat mit dem süßen Klempner. Oh ja, der ist echt niedlich. Viel zu süß für meine Mutter, aber das gehört hier nicht hin. Fakt ist: ich steh auf diesem Gelände. Alleine. Mit meinem Gepäck. Und das Schlimme ist: ich habe überhaupt keine Ahnung, wo ich hin muss. Wäre ich schlau gewesen, hätte ich diese blöden Unterlagen mitgenommen, aber es musste ja schnell gehen, als man mich loswerden wollte.
„Harry kommt gleich noch einmal vorbei und du möchtest den Krach von den Rohren bestimmt nicht noch mitbekommen, bevor du gehst, oder Spätzchen?“
Der einzige Krach, der mich in diesem Haus angekotzt hat, war der Krach, den sie gemacht hat, während Harry „sich um die Rohre gekümmert hatte“. Mir kommt mein Sandwich wieder hoch, wenn ich nur daran denke. Naja, auf jeden Fall hatte ich es versäumt sämtliche Unterlagen, die mir jetzt behilflich sein könnten, mitzunehmen. Bitter, ich weiß. Noch bitterer war, dass nicht mal mehr der Himmel auf meiner Seite stand. Es regnete plötzlich wie aus Kübeln und ich suchte unter einem Baum Schutz. Meine Sachen hievte ich auf die Parkbank, die darunter stand. Ich sah den Tropfen zu, wie sie nacheinander auf den Boden fielen. Genau so hab ich mir das vorgestellt. Mein letztes Schuljahr in dieser gammeligen, pardon, ranzigen Privatschule, in der ich zu allem Überfluss auch noch wohnen musste. Irgendwo im Nirgendwo. „Wo es auch noch regnet!“, murmelte ich vor mir her. Ich bemerkte, wie die Bank sich auf der anderen Seite sank und sah mich um. Ein anderes Mädchen, so ungefähr in meinem Alter, mit bestimmt doppelt so viel Gepäck setzte sich neben mich. Selbstbewusst, wie ich nunmal bin, ließ ich es mir nicht nehmen sie auch gleich anzusprechen.
„Zum ersten Mal hier?“
Sie sah mich entgeistert an. Ich hatte zwei Optionen. Option A: einfach weiter auf sie einreden oder Option B: LAUF!
Da ich zweiteres für sinnlos und verschwenderisch empfand- meine Haare werden bei hoher Luftfeuchtigkeit lockig, das kann ich nicht auch noch verschlimmern, wenn ich durch den Regenhaufen laufe- blieb ich gelassen sitzen und ließ mein Plappermaul machen.
„Keine Angst, ich hab heute Morgen schon was gegessen. Ich bin Amelie.“ Ich lächelte sie an. Nun hoben sich auch ihre Mundwinkel und sie begann zu strahlen. „Liza, hi. Und ja, ich bin zum ersten Mal hier.“
Trifft sich super, ich auch, Zuckerpuppe. Wenn du mir jetzt auch noch sagen kannst, wo ich hin soll, bist' nen Held.
„Und du hast nicht zufällig 'ne Idee, wo du oder wo vielmehr ich, hin muss?“
Sie schüttelte den Kopf. Super. Dann campen wir eben einfach auf dem Schulgelände, weil ich werde meinen Fernseher- das einzige, was mir geblieben ist, von der Außenwelt- garantiert nicht durch den Regen tragen und somit riskieren, dass ich A: jeden Mittwoch 'Grey's Anatomy' verpasste und B: meiner eventuell unsympathischen Zimmergenossin nicht mehr entgehen konnte.
Ach ja, keine fünf Minuten später war neu erworbene Freundin Liza damit beschäftigt, meinen Fernseher ins Gebäude zu hieven. Zugegeben, das kleine Ding ist nicht so schwer, aber ich fand es dann doch ganz schön anspruchsvoll den Regenschirm zu halten.