Wein und Milch
Der Herr mit dem Handy bitte weg von der Tür. Ich sitze in einer Balgenkamera. Nachts. Mein Großvater hatte mir so eine geschenkt. Flach und handlich. Wenn man einen metallischen Knopf drückte, öffnete sich ein Klappe. Der schwarze Balgen fuhr heraus und reckte ein gläsernes Auge in die Welt. Mein Großvater hatte mit dieser Kamera Frankreich fotografiert. Aus der Luft, von oben. Vielleicht war es auch eine andere Kamera. Größer, kriegstauglicher. Ich erinnere mich. ‘A votre sante’ sagte er jedes Mal, wenn es Wein gab. Einmal sagte er, dass es die Milch des nahen Gutshofs war, die ihm, zurück in der Heimat, das Leben gerettet habe. Nach der Hungerzeit der Gefangenschaft. Der Faltenbalg zwischen den Abteilen zittert leicht. Der Mann telefoniert nicht mehr.










