Im 2-CV
Seit acht Minuten sitze ich den dünn bespannten Sitz im Oppositionsauto vergeblich warm. Es ist nie verschlossen. Mein Atem beschlägt die Windschutzscheibe. Dahinter das verklinkerte Haus im Rauhreif des steif gepflegten Monopoly-Gartens. Unter dem Auto eine Stellfläche aus Waschbetonplatten - fürsorglich in den Vorgarten gelegt, damit das Oppositionsauto seinen Platz hat.
Meine Zeit läuft. Ich werde zu spät sein. Ihm ist das zu spät sein egal. Herr H. wird mich tadeln, wenn ich die Tür zum Physiksaal leise öffne.
Endlich tritt er aus der Haustür und kommt langsamen Schrittes auf das Oppositionsauto zu. Er verstaut seine Tasche sorgfältig auf der Rückbank und setzt sich neben mich. Ein kurz genicktes 'Morgen'. Das Blättchen hängt an seinen Lippen, während er meditativ in der Tabaktüte rührt. Am Ohr ein Oppositionsohrring. Irgendwann blinkt das Benzinfeuerzeug kurz auf und die Oppositionsselbsgedrehte wandert in den rechten Mundwinkel. Endlich springt der Motor an und wir rollen rückwärts auf die Siedlungsstraße. Wortlose Fahrt durch die Felder in die Kleinstadt.
Morgen früh sitze ich wieder hier.
















