Die Flaggen der Republik BIRMA (amtlich: Republik der Union von Myanmar / ပြည်ထောင် စု သမ္မတ မြန်မာနိုင်ငံတော် ) und der Volksrepublik BANGLADESCH ( বাংলাদেশ)
Entsetzt beobachtet die Welt den aktuellen, brutalen Übergriff der Regierung von Birma gegen das Volk der Rohingya. Zehntausende Menschen sind in diesem Augenblick auf der Flucht nach Bangladesch. Sie alle hätten in Deutschland einen wohl begründeten Asylanspruch...
Seit der Staatsgründung Birmas im Jahr 1948 ist dies die 20. groß angelegte Militäroperation gegen die muslimische Minderheit der Rohingya. In Birma besteht die Bevölkerung aus knapp 90 % Buddhisten, die alle religiösen Minderheiten (Christen: 5,5 %, Moslems: 3,5 %) massiv verfolgen und beschränken.
Der Vielvölkerstaat Birma vereint bei 52 Mio. Einwohnern insgesamt 135 verschiedene Ethnien; die Rohingya werden vom Staat jedoch nicht als Bevölkerungsgruppe anerkannt. Sie unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von der birmanischen Bevölkerungsmehrheit, sie sind dunkelhäutig und sprechen eine indoarische Sprache aus der indogermanischen Sprachfamilie (ursprünglich in arabischer Schrift), während die Sprache der Mehrheit in Birma der sinothibetischen Sprachfamilie zugehört. Ein Gesetz von 1982 verweigert den Rohingya die Staatsbürgerschaft Birmas, ohne Bürgerrechte und ohne Dokumente. Städte, Dörfer, Heiligtümer und Landwirtschaft werden regelmäßig zerstört, die Menschen vertrieben. Grund- und Privatbesitz wird nicht anerkannt oder geschützt, Rohingya dürfen nicht ins Ausland reisen und unterliegen auch innerhalb des Staates strikten Reisebeschränkungen. Dazu kommen Sondersteuern, Zwangsarbeit, Inhaftierungen, Folter, Vergewaltigungen und Morde. Von den Vereinten Nationen werden die Rohingya als eine der am stärksten verfolgten Minderheiten der Welt bezeichnet.
Die rund 1 Mio. Flüchtlinge werden auch in den Nachbarstaaten oft schlecht behandelt. In Erinnerung geblieben sind die „Bootsflüchtlinge“ - 1000 Rohingya-Flüchtlinge, die im Jahr 2009 von Thailand keine Aufenthaltserlaubnis bekamen und statt dessen in motor- und navigationslosen Booten auf die offene See abgeschoben wurden. Weniger als die Hälfte überlebten damals ...
P.S.: Auch Christen unterliegen in Birma den Diskriminierungen der buddhistischen Bevölkerungsmehrheit, egal unter welcher Regierung. Dem im Jahre 2007 bekannt gewordenen Regierungsprogramm „zur Zerstörung der christlichen Religion in Myanmar“ zufolge, sollen sie systematisch und schnellstmöglich aus Birma vertrieben werden.
Ein kurzes Wort zu Bangladesch: Der Staat war, genau wie der Nachbar Birma, bis 1947 ein Teil Britisch-Indiens und wurde in der Folge des indischen Religions- und Bürgerkriegs bzw. durch die Teilung des Subkontinents politisch Pakistan zugeordnet („Ost-Pakistan“). Die staatliche Unabhängigkeit wurde nach einem äußerst brutalen Bürgerkrieg im Dezember 1971 erreicht.