Demo in Aachen am 19.07.2013 gegen das Nichtraucherschutzgesetz in NRW
Nun - zum besseren Verständnis dieses Berichts sei eines vorausgeschickt: Meine Hauptnahrungsmittel sind Kaffee und Zigaretten. Und von beidem reichlich: Zehn bis 20 Tassen Kaffee täglich und zu jeder Tasse Kaffee im Schnitt 2 Zigaretten. Mit Zigaretten meine ich selbstgedrehten Halfzware Tabak, und den Kaffee trinke ich auch nicht aus Nippes-Täßchen, sondern aus meinem "Pott":
Klar weiß ich, daß das ungesund ist - aber das ist Bergsteigen auch! ;-)
Ich erinnere mich noch an Zeiten, wo überall geraucht wurde. In öffentlichen Verkehrsmitteln jeglicher Art, im Kino, in Wartezimmern, auf Ämtern usw. Und ich erinnere mich nicht, daß das jemals jemanden gestört hätte.
In öffentlichen Einrichtungen und am Arbeitsplatz darf ja nun ohnehin schon seit Jahren nicht mehr geraucht werden. Die Gastronomie war auch zu einem großen Teil rauchfrei - warum zur Hölle mußten die Nichtraucher jetzt ausgerechnet in diejenigen Kneipen reinwollen, die den Rauchern noch verblieben waren? Ist das Sendungsbewußtsein? Haben die eine Mission? Stand da draußen jemand vor, der die unter Androhung von Gewalt da reingezwungen hat? Warum konnten die ihr Bier nicht einfach da trinken, wo sie das ohne Rauch bisher schon tun konnten? Waren da die Theken auf einmal leer? Warum also wollen diese Leute jetzt partout in solche Kneipen, in denen noch geraucht werden durfte? Die Erklärung scheint auf der Hand zu liegen: Das waren wohl diejenigen Betriebe, welche im Gegensatz zur Systemgastronomie noch volksnah, nett und gemütlich waren, mit interessanten und lustigen Leuten darin, mit denen sich jeder gerne unterhalten hat. Und nach dem ersten Mai stellen die verdutzten Nichtraucher plötzlich fest, daß mit dem Rauch die meisten der netten Leute und mit denen die auch Gemütlichkeit verschwunden ist! Waren die wirklich so naiv, zu glauben, daß da alles beim alten geblieben wäre und daß die Raucher weiterhin irgendwo hin gehen würden, wo sie sich maßregeln lassen und auch noch Geld dafür bezahlen sollen???
Selbst wenn ich aber nur drei Zigaretten täglich rauchen würde, dann möchte ich die gerne bei einem Glas frisch gezapften Pils an einer gemütlichen Theke bei einer guten Unterhaltung oder einem Smalltalk mit Freunden oder Gleichgesinnten tun und mich dafür nicht vor die Türe schicken lassen! Diese militanten Nichtraucher nehmen egoistischerweise das Recht für sich in Anspruch, ALLE Kneipen besuchen zu wollen und die dort Anwesenden nach Ihren Vorstellungen zu maßregeln! Kein Raucher käme je auf die Idee, sich in einem als Nichtraucherbetrieb ausgewiesenen gastronomischen Betrieb eine Zigarette anstecken zu wollen. Raucher passen sich dort entweder den herrschenden Verhaltensweisen an oder besuchen solche Betriebe gar nicht erst. Warum schaffen einige (längst nicht alle!) Nichtraucher das nicht? Sie verfahren frei nach der Devise: Was nicht sein darf, das nicht sein kann und beharren stur auf ihren Behauptungen, ohne diese faktisch zu untermauern, es sei denn mit fragwürdigen Studien - wobei es mindestens ebenso viele Studien gibt, die deren Studien wiederum ad absurdum führen. Warum also trinken die Ihr Bier nicht in rauchfreien Gaststätten und lassen die Raucher in den für sie ausgewiesenen Betrieben einfach weiterrauchen? Weil es nicht überall Nichtraucherkneipen gibt? Dann gibt es in den entsprechenden Ortschaften offensichtlich keine ausreichend große Kundengruppe, um so einen Betrieb wirtschaftlich führen zu können. McDonalds und Burger Kings gibt es auch nicht überall - wird deshalb eine Frittenbude gezwungen, Big Mäcs oder Fischburger zu verkaufen? Was machen evangelische Gläubige, in deren Ort es nur eine katholische Pfarrgemeinde gibt? Darf der Pfarrer da jetzt nur noch ökumenische Gottesdienste abhalten?
Wir Raucher haben uns schon aus vielen Örtlichkeiten zurückziehen müssen und damit konnten wir auch soweit leben. Doch langsam wird der angebliche Nichtraucherschutz zum Raucherverfolgungsgesetz. Tatsache ist auch, das eine Partei, die bei einer Wahlbeteiligung von um die 60 Prozent gerade einmal 14 Prozent der Wählerstimmen erreicht hat, dieses Gesetz unter Anwendung des Fraktionszwangs durchgeboxt hat.
Selbst den fanatischsten Nichtrauchern sollte inzwischen auch aufgefallen sein, daß wir mit sinnfreien Ge- und Verboten zumeist aus der Ecke der EG oder der Grünen in den letzten 10 Jahren geradezu überschüttet wurden! Gegen das, was aus dieser Ecke kommt, sind die Enthüllungen über die NSA beinahe erheiternd zu nennen! Was kommt als Nächstes? Gräbt man evtl. den alten Öttinger-Plan wieder aus und verbietet Motorräder, weil die nach dessen Ansicht keinerlei volkswirtschaftlichen Nutzen haben? Heute erst lese ich davon, daß man mit dem Gedanken spielt, die Sonntags-Flohmärkte einzubremsen. Unsern "Volksvertretern" scheint wirklich kein Unfug groß genug zu sein, als daß sie den nicht auch noch in eine Verordnung, ein Ge- oder Verbot pressen könnten, woran sich dann alle, nur nicht sie selbst zu halten haben: Im Deutschen Bundestag ist das Rauchen weiterhin in ausgewiesenen Bereichen erlaubt!
Irgendwann reicht es einfach auch mal!!! Höchste Zeit, diesen Regulierungswahnsinn mal einzubremsen und unsere "Volksvertreter" in ihre Schranken zu weisen!
Und so fand der "Smokers Walk" nach Demonstrationen in Köln, Düsseldorf, Düren, Krefeld, Münster, Bergheim und Bonn am 19.Juli bei schönstem Sommerwetter auch seinen Weg nach Aachen. Auftakt der Veranstaltung war vor dem Parteibüro der SPD in der Heinrichsallee.
Knapp 1000 Teilnehmer waren dort erschienen, um ihrem Unmut über das von der grünen Ministerein Barbara Steffens gegen alle Widerstände durchgeboxte Antirauch-Gesetz Ausdruck zu verleihen, darunter auch viele Bekannte. Ebenso waren Vertreter fast aller namhaften Medien vor Ort.
Nach der Eröffnungsanprache durch Manfred Engelhardt (Video) mit einer Grußnote von Herbert Napp, der als "Vesuv von Neuss" derzeit täglich für Schlagzeilen sorgt, setzte sich der Zug in Bewegung.
Auf dem Weg über den Hansemannplatz, die Peterstraße und den Kapuzinergraben vorbei am Bushof und am Elisenbrunnen bis zum Parteibüro von Bündnis 90 / die Grünen hatte sich die Zahl der Marschierenden annähernd verdoppelt.
Auch vor dem grünen Parteibüro sprachen einige Redner, darunter auch der 74-jährige Friedhelm A., der in der letzten Zeit Schlagzeilen gemacht hatte, weil man ihn wegen seiner Zigarettenraucherei die Wohnung gekündigt hatte.
Alles in allem eine hervorragend gelunge Veranstaltung, der hoffentlich noch viele weitere auch in anderen Städten folgen werden, bis dieses unselige Gesetz, welches die Gesellschaft spaltet, endlich wieder aufgehoben wird und für alle Zeiten Geschichte ist.
Ach ja - ein Foto von mir selbst sollte ich vielleicht auch noch machen lassen? So bat ich die Dame auf dem Bild hierüber kurzerhand, meine Canon mal in die Hand zu nehmen und mir dafür derweil für ein Bild von mir ihr Plakat auszuleihen. Dafür an dieser Stelle nochmals vielen Dank!
Zeitgleich hatte wohl ein Vertreter unserer Lokalpresse von den Aachener Nachrichten / Aachener Zeitung auch seine Kamera auf mich gerichtet - jedenfalls fand ich mein Foto heute morgen im Regionalteil unserer Zeitung ;-)