20.10.2019 Berliner SC - Türkiyemspor Berlin 2:1
Hubertus-Sportplatz 2 (90)
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20.10.2019 Berliner SC - Türkiyemspor Berlin 2:1
Hubertus-Sportplatz 2 (90)
Drei Punkte!
Am Ende dieser Schneeschlacht konnten wir uns als Gewinner glücklich schätzen. Denn mit einem guten Fußballspiel hatte das wenig zu tun. Zwar waren wir vom Anstoßpunkt weg das zielstrebigere Team und versuchten aus der Witterungslage das Beste zu machen, dennoch gelang es nicht immer ein strukturiertes Spiel aufzuziehen. Pässe verhungerten im fingerdicken Schneematsch, der das Spielfeld bedeckte. Spieler schlingerten über den Platz, als ob sie auf rohen Eiern laufen würden. Und Torschüsse hatten auch eher den Charakter von Rückpässen.
Zwar hatten wir in der ersten Halbzeit einige hochkarätige Torchancen, in denen wir die Hintermannschaft des Gastgebers mit guten Zuspielen auf die Spitze aushebelten. Zugleich ließ aber auch der Berliner SC einige Chancen liegen, weil sie den Ball nicht kontrolliert bekamen. Zum Halbzeitpfiff konnten sich beide Teams über das 0:0 glücklich schätzen, auch wenn das spielerische Übergewicht bei unserer Mannschaft lag. Aber es lag schon die Vorahnung in der Luft, dass der Sieg hier und heute nur durch einen glücklich Zufall zustande kommen würde.
Der zweite Durchgang wurde durch ein engagierteres Auftreten des Berliner SC geprägt. Unsere Mannschaft hatte alle Hände voll zu tun, den eigenen Strafraum sauber zu halten. Dabei kamen uns vor allem Aluminium und der Schnee zur Hilfe. In der Schlussphase konnten wir uns aus dieser ergebnislosen Umklammerung des Gegners wieder befreien und das Spiel in dessen Hälfte verlagern. Ein Eckball in den letzten Spielminuten führte schließlich zum erhofften Glückstor für eines der beiden Teams. In diesem Fall unserem. Irgendwie gelangte unser Abwehrspieler an den ausgeführten Eckball und konnte ihn zum 0:1 ins gegnerische Tor bugsieren.
Neben den drei Punkten, die wir in diesem 6-Punkte-Spiel ergatterten, konnten sich beide Mannschaften aber vor allem darüber freuen, dass wir ohne Verletzte durch diese Partie kamen.
Was für ein großartiges Wochenende! Nicht nur, dass wir als E-Junioren den Titel beim Doberaner Sommerfest 2016 verteidigen konnten, den im vergangenen Jahr die 2004er vom FSV Berolina Stralau geholt haben, sondern auch das gesamte Drumherum. Es war ein richtiges Fussballfest, was der Doberaner FC seinen Gästen darbot. Und die Kinder zahlten es mit spannenden Partien zurück.
Wir traten in Gruppe B gegen Teams vom Friedrichshagener SV, MTV Soltau, HFC Schwarz-Weiß, Eintracht Köänis Wusterhausen, SG Motor Neptun Rostock, SC Schwarzenbek und die 2. vom Gastgeber Doberaner FC an. Und es ging gleich gut los für unsere Jungs. Mit einem 5:0 setzten sie ein sportliches Ausrufezeichen an die Konkurrenz. Dabei hatten wir insbesondere den Berliner SC im Blick, der in Gruppe A als möglicher Erstplatzierter antrat. Und so ging es gleich weiter mit vier weiteren Siegen am Tag 1 ohne Gegentor. Zufrieden konnte man sich mit 15 Punkten, 15:0 Toren und Platz 1 auf das abendliche Viertelfinale Deutschland - Italien freuen, das wir bis zum Ende mit viel Nervenflattern und Jubel mitverfolgten.
Der Tag 2 begann gleich mit dem Spitzenspiel in Gruppe B. MTV Soltau hieß der Gegner, die mit 13 Punkten auf Platz 2 übernachtet hatten. Und so wurde es die erwartbar bissige und auch emotional umkämpfte Partie, die wir mit 0:0 für uns entschieden, denn nun fehlte nur noch ein Sieg, um als Erstplatzierter ins Viertelfinale einzuziehen. Im letzten Gruppenspiel gegen den Friedrichshagener SV kamen vor allem die bisherige Auswechseln zum Einsatz, um die Stammmannschaft für die Finalbegegnungen etwas zu schonen. Sie machten ihre Sache sehr gut und wir standen am Ende der Vorrunde mit 18:0 Toren und 19 Punkten unangefochten an der Spitze.
Im Viertelfinale erwartete uns die erste Mannschaft des Gastgebers Doberaner FC, die als Viertplatzierter der Gruppe B mit 9 Punkten und einem 3:3 Torverhältnis weitergekommen waren. Wie man dies in sieben Partien schaffen konnte, mussten wir im Spiel am eigenen Leibe erfahren. Durch die Aufhebung der Rückpassregel und ohne Mittellinie standen die Doberaner wie ein Bollwerk in der eigenen Hälfte und der Torhüter schlug die Bälle weit nach vorne, wo ein, zwei Spieler darauf hofften, den Ball zu erreichen. Doch unsere hochkonzentrierte Hintermannschaft ließ - wie schon in den zuvortuen Partien - nichts anbrennen. Letztendlich wurde das Spiel in der Schlussminute durch einen Handneunmeter entschieden, der durch unseren Spielmacher souverän ins linke untere Eck vollendet wurde.
Durch die Zweitplatzierung des Berliner SC in der Gruppenphase kam es dann bereits zu diesem Zeitpunkt zu unserem eigentlichen Wunschfinale. In einer kämpferisch starken Partie, die von beiden Seiten auf hohem technischen Niveau geführt wurde mit leichten Vorteilen für uns, kam es in diesem Turnier zum ersten Neunmeterschießen für uns. Die drei Schützen waren schnell gefunden, die Mannschaft eingeschworen auf das nun Kommende und dann ging es auch schon los. Auf beiden zeigten die Schützen Nerven und vergaben ihre Chancen, so dass es am Ende zu einer weitern Runde kam, in der wir das Glück auf unserer Seite hatten als der letzte Schütze des Berliner SC seinen Schuß an die Latte donnerte und von dort übers Tor vergab. FINALE!!!
Dort erwartete uns erneut der MTV Soltau. Es hieß jetzt in zwei Halbzeiten von je 7 1/2 Minuten die letzten Kräfte zu mobilisieren. Vorher noch ein Handshake mit dem Gegner auf eine faire Partie, um etwas die Spannung aus der ersten Begegnung herauszunehmen, dann ging es auch schon los. Dabei hatten wir erneut den besseren Start erwischt. Die Bero-Jungs drängten den Gegner in seine Hälfte und suchten den Abschluss. Schließlich traf erneut der Spielmacher mit einem Volleyschuß nach Hereingäbe von unserer laufstarken rechten Seiten ins Netz. 1:0 für Berolina. Leider kam es kurz darauf zur ersten und auch letzten Unstimmigkeit in der Abwehrreihe, wodurch Soltau den Ausgleich noch vor dem Pausenpfiff erzielte. In der zweiten Halbzeit ging es ähnlich packend, aber fair zur Sache. Doch es blieb beim 1:1. Neunmeterschießen!
Umringt von allen anwesenden Mannschaften, Eltern und Betreuern versammelten sich die Finalteams am Punkt, um den Sieger des Turniers auszumachen. Wer sollte es werden? Wer hätte die nötige Nervenstärke, um die Tore zu machen? Wer die bessere Reaktion, um einen Schuss zu halten? Nach dem ersten Durchgang aller drei Schützen hieß es wieder 2:2 und erneut zusätzliche Neunmeterschüsse. Und dies war die Stunde unseres Keepers, der beim letzten Schuss der Soltauer in die richtige Ecke sprang und die Kugel gegen den Pfosten lenkte. WAHNSINN!
Dieses Turnier bot einfach alles. Und am Ende gingen wir erschöpft aber glücklich vom Feld und konnten den Pokal erneut nach Stralau holen. Und die Jungs ließen ihren Tormann hochleben und haben bereits angekündigt, ihn in der kommenden Saison zu Kapitän wählen zu wollen.
Aber das ist dann eine andere Geschichte.
(Alle Bilder finden sich auf der Facebook-Seite des Doberaner FC.)
Nicht als Verlierer den Platz verlassen
Nach einer packenden zweiten Halbzeit, in der unsere Mannschaft den Gastgeber vom Berliner SC fest im Griff hatte, musste man sich letztendlich 7:4 (6:1) geschlagen geben. Dennoch hat das Trainergespann nur anerkennende Wort für die bislang beste Rückrundenleistung der Spieler übrig und hat anschließend deutlich gemacht, dass die Mannschaft nicht als Verlierer vom Platz gegangen ist.
Auch wenn die erste Halbzeit vom Ergebnis eindeutig ausfiel, waren die Jungs jederzeit in der Lage ihr eigenes Spielsystem zu zeigen und brachten sich auch nicht durch die Gegentreffer aus dem Konzept. In der zweiten Halbzeit kam das Team von Berolina Stralau guter Dinge und hochmotiviert aus der Kabine und zeigte eine engagierte Partie, in der der BSC kaum mehr vors Tor von Bero kam. Frühes Pressing führte zu Ballverlusten des Gegners und zu schnellen Gegenstößen, die zahlreiche Torchancen eröffneten. Nach einem Hand-7-Meter waren die Jungs auf ein zwei Tore Abstand ran und man spürte, dass sie mindestens den Ausgleich erringen wollten. Zu diesem Zeitpunkt wäre er längst hochverdient gewesen. Zwar konnte der BSC noch einmal vor unser Tor kommen und den Abstand erneut erhöhen, dennoch ließen sich unsere Spieler davon nicht entmutigen und machten bis zum Abpfiff Druck auf das gegnerische Tor, das aber leider wie vernagelt blieb.
Dennoch: Super gemacht, Jungs! So bitte weiterspielen.