Unzufrieden mit dem Job? Das Gefühl, nur Probleme Anderer zu lösen - und das eigene Leben dabei zu verpassen?
Warum machen wir sowas? Uns abhängig von Menschen, die uns sagen, was wir tun sollen?
Gründe gibt es viele - Unsicherheit, Trägheit, mangelndes Selbstvertrauen...
Lust auf das Gegenteil? Endlich jeden Tag voller Tatendurst aufwachen und es kaum erwarten können, loszulegen?
Dann heißt es, die obigen Gründe zu erkennen und zu überwinden.
Als Unternehmensberater ist man extrem in dieser Mühle gefangen - fremdbestimmt von der Frage, in welchem Bett man schläft (Hotel in Kundennähe) bis hin zur Kleidung (Krawattenpflicht). Und wofür? Millionär werden Leute wie die Geissens - mussten die jemals in Hotelbetten schlafen? 18 Stunden am Tag Präsentationen schrubben? Krawattenknoten binden?
Natürlich gibt es auch den ehrenhaften Zugang und die Neugier - aus ersterem erwächst der Drang, Menschen helfen zu wollen, Dinge zum funktionieren zu bringen, die Liebe zur Perfektion, aus zweitem die unbändige Lust am Lernen.
Beides kann auch ein Beraterleben erfüllend machen - wenn man sich darüber klar ist, dass der Preis, den man an Privatleben zahlt, dadurch aufgewogen ist.
Oft ist aber die Neugier irgendwann erschöpft (nach drei Jahren lässt sich das häufig beobachten), und die Sehnsucht nach mehr “Eigenem” beginnt.
Wie kommt man dann raus? Was bleibt als Alternative? Viele sagen dann: Ich hab ja doch nix anderes gelernt. Ironie des Schicksals: Die bestausgesuchtesten, hochqualifiziertesten stehen dann da und glauben sich selbst nicht, lebenstüchtig zu sein.
Folge: Eine Stelle im mittleren oder gehobenen Management irgendwo, mit Glück im Vorstand oder in der Geschäftsführung... mehr gesichtlose Büros, Krawatten, Businesskasperei. Wenig: eigener Gestaltungsspielraum. Das eigene Ding machen. Eigener Kopf.
Warum eigentlich nicht? Kann es sein, dass man das verlernt hat - oder verlernt “bekommt”? Und wenn ja - wie lernt man das wieder? Nicht “für Andere” arbeiten, sondern für sich?