The Medium - Well done oder doch nur Rare?
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The Medium wurde von Blooper Team entwickelt, den Machern von Blair Witch. Die Version, die ich gespielt habe, war die XBOX Version auf Windows 10. Warum ich das anmerke, werdet ihr später sehen, denn ich habe eine kleine Fehlerbehebung für euch.
Grundlegend ist das Spiel kurz, insgesamt ca. 10-15 Stunden Spielzeit, je nachdem wie sehr man an Rätseln oder den Fluchtsequenzen festhängt. Das ist etwas für ca. 2-3 Sessions oder auch mal einen reinen Videospiel-Tag. So weit so gut.
Ich habe das Spiel eine längere Zeit im Blick gehabt, da ich von Blair Witch echt überzeugt war und das Spiel gerne durchgespielt habe. Dadurch mit gewissen Erwartungen gefüllt, die in die Richtung eines guten Horrorspiels gingen, machte ich mich also an der Seite von Marianne auf nach Niwa.
Zu Beginn geht es um die Grundgeschichte von Marianne. Während ihrer Kindheit war sie in einem Heim. Sie erschien jedem seltsam, da sie immer wieder mit unsichtbaren Freunden sprach. Wegen dieser übernatürlichen Fertigkeiten wurde sie ausgegrenzt. Später wurde Sie von Jack, einem Bestatter, adoptiert, der ihre Fertigkeiten als Gabe verstand. Leider ist er kurz vor Beginn des Spiels verstorben, sodass wir nicht mehr viel über ihn erfahren.
Während Sie also die Bestattung ihrer Vaterfigur vorbereitet, lernen wir als Spieler die Steuerung und das Gimmick des Spiels kennen: Das Wahrnehmen von 2 Welten. Zu Anfang lernen wir erstmal, wie wir Eindrücke wahrnehmen und damit versteckte Gegenstände finden. Wir suchen damit Jacks Krawattennadel, die er bei der Bestattung tragen soll. Im Anschluss an eine kleine Gruseleinlage sehen wir zum ersten Mal die Geisterwelt. In dieser zweifach dargestellten Sequenz senden wir Jack in das Jenseits, da er noch in unserer Welt festhängt.
Nachdem wir ihn fortgeschickt haben, bekommen wir plötzlich einen Anruf von einem Mann namens Thomas. Er bittet uns zum stillgelegten Resort Niwa zu kommen. Über das Resort gibt es etliche Gerüchte, die alle etwas mit einem Massaker zu tun haben, was für die Schließung gesorgt haben soll. Also machen wir uns auf, um dieses Resort und seine Geschichte zu erkunden.
Gefühlsmäßig war ich tatsächlich schnell bei Marianne und konnte mich mit ihr identifizieren. Sie ist eine Frau, die durch die Proben in ihrem Leben gewachsen ist und sich nicht hat unterkriegen lassen. Sehr schön sind für die Hintergründe alle möglichen kleinen Gegenstände in den Umgebungen, die alle zur Geschichte beitragen.
Die Geisterwelt wirkt sehr grotesk und gibt einem den Eindruck der Alptraumwelt von Silent Hill oder einem Teil des Cthulhu-Mythos entsprungen zu sein. Währenddessen ist unsere Welt auf seine eigene Art und Weise düster dargestellt. Sie erzählt mit der Dekoration die Geschichte eines gescheiterten Großprojekts des polnischen Staates, was viel mehr Geheimnisse birgt, als jemals einer der Bewohner hätte ahnen können.
Innerhalb der ersten 2 Stunden hatte ich bei The Medium das Gefühl eher ein Point’n’Click-Adventure zu spielen, wie Black Mirror, Dark Matter oder die Blackwell-Reihe. Das Remake von Black Mirror werde ich in nächster Zeit noch spielen, aber The Medium hat mir für einen Großteil der Zeit genau dieses Gefühl gegeben, was ich damals bei Black Mirror 1-3 hatte.
Die Mechaniken des Spiels
Dass das Spiel wie ein altes Point’n’Click-Adventure eher linear wirkt hat seinen Vorteil. Im Gegensatz zu Blair Witch fühlte ich mich deutlich seltener verloren in der Umgebung. Man wird immer wieder zu wichtigen Punkten hingeleitet und muss sich nicht großartig einen Kopf machen, wo man hinmuss. Dennoch wird auch der Entdeckerdrang in einigen Arealen belohnt, wodurch man zusätzliche Geschichten erfährt.
Die Rätsel, die es gibt, sind tatsächlich keine, die das Rad neu erfinden, haben mir aber doch ein paar Mal den Weg versperrt... vielleicht war ich aber auch einfach nicht klug genug. Die Mechanik mit den 2 Parallel-Welten gibt dabei meist den Ton an.
So muss man zum Beispiel in der Geisterwelt eine Energiequelle finden, mit der wir uns aufladen können. Im Anschluss können wir mit einer Geisterwelle einen Schaltkasten in unserer Welt wieder zum Laufen zu bringen. Das macht man im Spiel einige Male, mit ein paar Änderungen, die das immer wieder ein wenig interessant machen. Solche Rätsel sind aber bei weitem nichts neues.
Auch die Flucht-Sequenzen erfinden nichts neu, aber sind für mich teils so unübersichtlich gewesen, dass ich doch das ein ums andere Mal in den Feind reingerannt bin. Die Steuerung mit meinem XBOX One Controller, der zudem noch leichten Drift auf dem rechten Stick hat, war dabei nicht immer hilfreich. Der Drift ist jedoch nur bei Dokumenten relevant, aber hier ist eher die Schuld bei Microsoft, die eine Einstellung der Deadzones wie Steam nicht ermöglichen.
Während Kamerawechseln, egal ob auf der Flucht oder im normalen Verlauf, wird die Richtung beibehalten, heißt man brauch nicht den Stick plötzlich in eine gänzlich andere Richtung drücken. Das dies, besonders auf der Flucht, ein Vorteil ist, brauche ich glaube ich nicht erwähnen.
Fehlerbehebung bei kleinen Grafikfehlern
Wie erwähnt habe ich die XBOX Version auf Windows 10 gespielt. Das bedeutete für mich, dass es ab einem gewissen Punkt in Niwa kam, dass ich immer wieder flackernde Gegenstände hatte. Je nach Qualitätseinstellung der Grafik, entweder als Farben oder einfach nur Gamma Flackern. Nach ein wenig Googeln hatte ich herausgefunden, dass sich diese wohl über DirectX 11 erzwingen, lösen lassen.
Leider ist dies über die XBOX-App nicht möglich, da hier keine Startoptionen festgelegt werden können und das Spiel selbst die Einstellmöglichkeit nicht bietet. Also selbst an die Fehlerbehebung gemacht. Herausgefunden habe ich dann, dass es bei mir durch SSAO zu dem Flackern kam. Zu finden ist die Einstellung unter Display > Erweiterte Einstellungen > SSAO. Mit SSAO deaktiviert hatte ich zwar immer noch leichtes Flackern bei ein paar Gegenständen, aber nichts, was mich vom Weiterspielen abgehalten hätte.
Tatsächlich war aber dies der einzige Fehler, den ich konkret hatte. Die Performance mit auf 60 Frames FPS-Grenze, war bei mir mit meiner GTX 1070 vollkommen in Ordnung. Klar hier und da gab es kleine Frame-Einbrüche, die waren aber zu verschmerzen, insgesamt lief es jedoch flüssig. Leider ist das bisher die final gepatchte Version und grade das Flackern, sollte man meinen, dürfte behoben worden sein. Ob noch Patches anstehe wage ich leider zu bezweifeln.
Was ist also meine Endbewertung von The Medium? Für mich ist es tatsächlich eher medium. Es hat seine Ecken und Kanten, grade beim Gameplay erfindet es nichts neu und ist damit eher mittelmäßig angesiedelt. Parallelwelten kennt man bereits aus Silent Hill, wenn auch nicht parallel sichtbar umgesetzt. Geister die einen herumführen oder einem etwas zeigen wollen, sind auch nichts neues in Horrorspielen. Dennoch konnte mich das Spiel für die 11 Stunden am Stück in den Bann ziehen und wer die Klischees und die Kanten beim Gameplay akzeptieren kann, der kann sich das Spiel aufgrund der Story und der Ästhetik definitiv anschauen.
Dadurch das ich es über den XBOX Game Pass gespielt habe, habe ich natürlich nicht den normalen Preis gezahlt und würde auch den Kauf nur empfehlen, wenn es heruntergesetzt ist. Für 20€ macht man da nichts mehr falsch.