3. Oktober 2019
Dropbox dropped
Dropbox hat anscheinend Geldmangel. Oder die Halskrankheit (selbigen nicht vollzukriegen). Ich weiß es nicht. Jedenfalls hat man die Nutzungsbedingungen radikal geändert, so dass Dropbox für mich weitgehend nutzlos geworden ist. Das hängt natürlich von den persönlichen Bedürfnissen ab. Viele können bestimmt immer noch super damit zurechtkommen, ich jedoch nicht mehr.
Für mich am bedeutendsten ist die Änderung, dass man seine Daten nur noch mit drei Geräten synchronisieren kann. Bislang ging das mit so vielen Geräten, wie man wollte, nun nur noch dann mit mehr als drei Geräten, wenn man zahlender Kunde wird, wobei der Spaß mindestens 10 Euro im Monat kosten soll, wenn man jährlich zahlt. Bei monatlicher Zahlweise sind schon 12 Euro fällig, allerdings bekommt man auch satte 2 TB. Dabei war ich fast 10 Jahre lang durchaus ein guter Kostenlos-Nutzer, denn man konnte seinen ursprünglichen Speicherplatz von 2 GB durch Empfehlungen erweitern, wodurch ich mir immerhin weitere 3,25 GB zusammenempfohlen habe. Man bekam 250 MB, dann, wenn jemand auf die eigene Empfehlung die Anwendung auf seinem Rechner installierte (Handy reichte nicht).
Eines meiner wesentlichen Einsatzgebiete ist (bzw. war ...) die Datensammlung für meine kleine Band: Aufnahmen von Proben und Auftritten, Fotos lassen sich so komfortabel austauschen, aber vor allem die Songtexte. Ich kann mir ja nichts auswendig merken. Im Proberaum steht ein alter, träger iMac, der dort sein Gnadenbrot bekommt. Meistens arbeite ich privat an einem Macbook, im Büro an einer Windose und bei Auftritten mit einem iPad als Notenbuch, unterwegs auch mal, wenn auch selten, mit dem Handy. Das sind schon mal neuerdings zwei Geräte zu viel. Ein weiterer Einsatz ist die Speicherung meiner Arduino-Progrämmchen. Dafür muss neben dem Macbook manchmal noch ein Macbook Air herhalten. Noch ein Gerät zu viel. Man kann das zwar auch alles über ein Browserfenster erledigen, aber es ist ja gerade der Witz, dass sich der Clouddienst in das Dateisystem des jeweiligen Rechners integriert. Warum darauf verzichten?
Bei striktester Disziplin könnte ich mich vielleicht mit drei Geräten begnügen. Aber will ich das? Ich bezahle schon monatlich 10 Euro für Webspace. Zwar für “nur” 250 GB, aber die nutze ich zu vielleicht 15 bis 20%. Und es gibt ja Tools, die einen Dienste wie Dropbox mit eigenem Webspace realisieren. Da habe ich vor vielen Jahren Owncloud ausprobiert, und auch durchaus öfter mal genutzt. Aber jedes Mal, wenn die Software ein Update auf dem Server wollte, war das Geschrei groß, denn man muss viel von Hand machen. Da bin ich nicht so geschickt und geduldig, um es vorsichtig auszudrücken.
Im Büro sind wir auf Office 365 umgestiegen. Da bekommt man pro Mitarbeiter 1 TB Cloud-Speicherplatz mit dem Dienst Onedrive bzw. Sharepoint. Die App ist ok. Nur, wenn man Links teilt, steht der Firmenname in der URL. Das mag ich bei privaten Daten nicht.
Jetzt schaue ich mir mal Nextcloud an, ein Fork von Owncloud. Mal sehen. Es gibt anscheinend einen Knopf für das Updaten. Die iPad-App und die Desktop-Anwendung machen einen okayen Eindruck. Für Auftritte ist es vor allem wichtig, dass die App stabil läuft. Das wird sich zeigen. Eventuell nutze ich solange noch sicherheitshalber Dropbox parallel. Aber das Ende ist nah.
(Markus Winninghoff)











