10. April 2021
Corona-Schnelltest, fünf Sterne, gerne wieder
Bei meinem ersten Covid-Test musste ich fast ein wenig weinen: Nicht, weil das Wattestäbchen am Kleinhirn gekitzelt hätte (das hat der Tester sehr sanft gemacht) – sondern weil es ein so überraschend reibungsloser digital unterstützter Prozess war. Eine Weile vorher habe ich mich online angemeldet und einen Termin ausgewählt (fünf-Minuten-genau), ohne einen Account anlegen zu müssen, sofort kam die E-Mail mit einem QR-Code und einer iCal-Datei zum Eintragen des Termins in den Kalender. Am vereinbarten Termin dann auf zum Testzentrum: Keine Schlange, keine Wartezeit (aber stetiger Durchfluss von Leuten – die Fünf-Minuten-Slots scheinen zu funktionieren), QR-Code auf dem Telefon vorzeigen (auf Anhieb und reibungslos anscheinend mit einem Smartphone durch die Folientrennung am Empfangstresen gescannt), Ausweis vorzeigen, in die Testkabine, Stäbchen in die Nase, schon bin ich wieder raus – ohne irgendwas berührt zu haben, was ich nicht selbst mitgebracht hätte.
Gut zehn Minuten brauche ich mit dem Fahrrad vom Testzentrum nach Hause, und kaum schließe ich das Hoftor auf, kommt die Benachrichtigung: »Ihr Testergebnis liegt vor«, steht im E-Mail-Betreff. Ich klicke auf den Link, weise mich mit meiner E-Mail-Adresse und Postleitzahl aus, und in freudigem Frühlingsgrün erhalte ich die Nachricht meines negativen Befunds, den ich auch als PDF zum Ausdrucken herunterladen kann.
Solche reibungslosen und durchdachten Prozesse bin ich nicht gewohnt – keine unnötigen Daten angeben müssen, Termine, die eingehalten werden, kein Papier, Scanner, die auf Anhieb funktionieren. Eins davon kriegen die meisten hin. Aber alles? Das fühlt sich doch endlich einmal wieder nach der guten Sorte in der Zukunft leben an.
(Felix Neumann)











