Interview mit der BACHMANN-PREIS-Jurorin Daniela Strigl: "Die Literaturkritik ist Erstautoren eine gewisse Aufmerksamkeit schuldig" > MEHR (c) literaturcafe.de
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Interview mit der BACHMANN-PREIS-Jurorin Daniela Strigl: "Die Literaturkritik ist Erstautoren eine gewisse Aufmerksamkeit schuldig" > MEHR (c) literaturcafe.de
Klagenfurt X - Steffen Popp
Ein Trickfilmchen porträtiert Steffen Popp. Weißer Plastikstuhl steht und fällt und steht. Doch wie schon gestern verhält sich meine Begeisterung für das filmische Porträt umgekehrt proportional zu der für den Text. Darin gibt es ausführliche Provinzmeditationen (ohne deren komplette und absolute Verachtung), sehr feine Beobachtungen und vertraute (Achtung Outing: auch ich bin im Osten aufgewachsen!) Gefühle. Die Figuren haben realistische (=nicht vorabendserientaugliche) Namen (Dirk!), fahren Golf und sind auf einer Art Spurensuche. Der Text ist eher Momentaufnahme als Erzählung, eher langes Gedicht als "richtige" Story. Aber das kann man hier erstaunlich gut aushalten.
Nebenbei sieht Steffen Popp aus wie ein Abiturient mit vor allem weiblichen Freunden, mit denen er die Geringschätzung von Popkultur (bitte zu honorieren, dass ich mir alle Namenswitze verkneifen konnte) wie die Leistungskurse teilt. Hobby: Fechten. Klavier spielen kann er bestimmt auch.
Frau Strigl spricht von einem „reichen Text“ und „poetischer und sozialer Kartographie“. Mir wird endgültig klar, wie sehr ich diese Frau mag. Jawohl, auch ihre Frisur, ihre Klamotten, ihre aus der Zeit gefallene Brille! Sie ist unglaublich schlau und geistreich und hat viel mehr Humor als man ihr auf den ersten Blick zutraut. Dagegen mosert ein A.C.Sulzer an Popps Vortrag herum und macht es sich auch sonst sehr einfach: „Von Lyrik versteh ich nichts.“
Auch Steffen Popp ist preisverdächtig.