Was ist das Spiel?, frage ich mich. Für mich unschuldiges, ziel- und wertfreies Tun. Etwas kindliches, natürliches. Der Filter, den wir sonst über uns legen, weicht. Ich gebe dir Recht, es scheint beliebig. In der Kreation des Schreibens gibt es keine Gesetze, eher Naturgesetze, wenn sie dem Spielerischen entspringt. Spielen stellt für mich jeden Moment bewusst Dinge in Frage, lässt sie los. Ich spiele mit ihnen, um sie aus neuen Winkeln betrachten zu können. Dadurch gibt es wenig Starre, mehr Hinterfragen. Mehrheitlich ist Spiel für mich die Befreiung von Norm, von Stil. Ist dieser Text wertvoll? Ist die Sprache angemessen? Darf und kann ich das überhaupt sagen? Ist das wahr? Diese Fragen kommen erst im Nachgang. Wenn ich meine Katzen beim Spielen beobachte, sehe ich volle Präsenz, Neugier. Sie vergessen in gewissem Maße auch sich, ihre Prägungen. Finden zu einer Art natürlichen Essenz und Gespür etwas nachzugehen. Wenn ich spiele, dann nicht des Gewinnens wegen, sondern angeleitet von einem natürlich Prozess. Dinge die inspirieren, bewegen, führen nicht die Nase oder die Pfoten sondern den Stift.
Ich denke es wäre zu einseitig und auch wenig demütig sich als Mensch voll und ganz dem Spiel zu widmen. Da es mir aber in Vergessenheit geraten scheint, sehe ich mich eher als Förderin einer positiven und heilsamen Art und Weise dem Leben zu begegnen. Das Spiel bewusst ins Leben zu integrieren ist die Freiheit von der du so schön sprichst. Besessen vom Guten und Schönen, mit dem wir einfach immer wieder gerne spielen. Es erfüllt uns, es ist mutig, so auch das Ego loszulassen. Die, die wirklich spielen, haben nichts zu verbergen.