Der dritte Tag schlaucht schon standardmäßig und die Füße tun weh. Außerdem werden meine Blogeinträge zu lang, sodass ich schon splitten musste. Wir konnten uns an dem Tag erst zu Deserted Fear aufraffen, um mit ein wenig Death Metal in die Gänge zu kommen. Voll sympathische Ossis, bei denen sich der Gitarrist auch nicht für Gags zu schade war, wie seine Mutti von der Bühne aus zu grüßen, denn schließlich läuft das Festival seit Jahren live im Rockpalast, oder dann auch mal zu fragen, ob er die Kamera anheben dürfe, denn er wolle schon immer mal wissen, wie schwer so ein Teil sei. Sehr witzig, aber dennoch auch eine geile Show mit guter Musik. Dann ging es weiter mit einer deutschen Legende. Gitarrist Herman Frank ist wieder mit Victory am Start, die im letzten Jahr ein großartiges, neues Album herausbrachten. Der einzige Schwachpunkt bei diesem Auftritt war, dass auf dem Backdrop groß "Rock'n'Roll Kids Forever" zu lesen war, aber der Song leider - im Gegensatz zur Tournee - nicht gespielt wurde. Trotzdem einfach eine geile Metal-Band und ich wartete auch schon gespannt auf Blackie und seine Mannen. Aber da gab es ja noch einiges an großartigen Bands davor. Auf den letzten Touren der Tunesier Myrath war ich regelmäßig, seit mein verstorbener Gitarrist Jörn mir diese Combo empfohlen hat. Hier sagte dann auch mal Rock-Hard-Begründer Holger selbst die Band an, die danach ein Potpourri ihres progressiven Könnens mit Power Metal und Melodien aus 1000 und einer Nacht zum Besten gaben. Dazu noch eine bezaubernde Tänzerin, die in verschiedenen Gewändern eine gute Performance zur Musik beisteuerte. Dazu noch einige auf Deutsch gerichtete Worte von Sänger Zaher und er schaffte es, die komplette Arena zum Mitsingen zu bewegen. Immer wieder ein stimmliches, akustisches und optisches Highlight. Onkel Udo zelebrierte dann unter dem Banner "Dirkschneider" 40 Jahre "Balls To The Wall" und spielte das komplette Album durch. Hier war die Menge natürlich in Ekstase. Schon mit dem Opener und Titeltrack waren die Dämme gebrochen und mag sich Udo auch ein wenig technische Unterstützung geholt haben (wie Vermutungen beim Weitersingen ohne Mikrofon zuließen), war die Performance des alten Mannes und seiner Kapelle genial. Hatte schon ein leichtes Unwohlsein, als es dann zum Headliner W.A.S.P. ging, aber das hat sich schnell gelegt. Zwar wurde ein riesiges Tohuwabohu gemacht, denn der Rockstar ließ sich direkt hin und zurück von der Bühne von einem Van kutschieren, aber als dann direkt "I Wanna Be Somebody" erklang, war jeglicher Zweifel behoben. Klar, die Jahre zeichnen sich auch in seinem Gesicht ab, aber er hat noch toll gesungen und sich super auf der Bühne bewegt. "L.O.V.E. Machine" kam dann direkt als zweites, aber es blieb noch Luft nach oben für weitere Klassiker. Das Bühnenbild fand ich etwas komisch und auch Blackie verzichtete auf viel Verkleidung wie in den alten Tagen, aber die Zugabe begann direkt mit Intro und "Inside The Electric Circus", was dann doch noch zum Bild passte. Auch bei W.A.S.P. flogen wieder sonderbar leuchtende Dinger durch die Luft im Publikum. Vielleicht nicht so toll, wenn das jemand an den Schädel bekommt. Aber schließlich sind wir hier beim Heavy Metal und es muss auch nicht immer jeder in Zuckerwatte eingeschnürt werden. Sieht gut aus. Geiler und würdiger Headliner! Ich soll ja nicht immer so negativ schreiben, weshalb ich dann mal meine Meinung über Preispolitik an Ständen und für Bier außen vor lasse, aber insgesamt können wir im Ruhrpott froh sein, ein solches Festival zu haben. Ausführlichere Meinungen gibt es dann in dem kommenden Film, den ich gerade mit Pierre Schröder mache. Dazu haben wir uns u.a. mit Rock-Hard-Gründer Holger Stratmann mal auf deren Couch gefläzt.