Earscratcher
Samstag, 28. Februar 2026, 20.30 Uhr.
Weikersheim lockt, Heinz fährt, Marius kommt auch mit. Was steht an? Elsbeth, Norbert und der Schlockmaster, der mit Gilda-Blick die Theke besorgt. Auf der Bühne drei Boys aus Chicago – der Saxer DAVE REMPIS, nur echt mit weißem Strähnchen im Haar, und der wollbemützte Drummer TIM DAISY, die schon im Juni 2009 und im Mai 2016 im Rempis Percussion Quartet in der Kultstätte am Sportplatz aufgespielt haben. Der Cellist FRED LONBERG-HOLM, auf zwei rote Bierkisten platziert, war seit 2007 dreimal mit Survival Unit III da, mit dem ADA Trio, mit Seval, mit wieder auch Rempis in Ballister und im Duo mit Ken Vandermark. Die Pianistin ELISABETH HARNIK ist 2019 mit Feichtmair & Polaschegg, 2022 mit Flight Mode dagewesen, ich leider nicht. So dass mein Augenmerk besonders der bislang nur tonträgerisch – mit Plasmic, Udo Schindler, Andrea Centazzo, Didi Kern, Jaap Blonk, aktuell mit The Thunks – vertrauten Grazerin gilt. Ihre Bekanntschaft mit Rempis geht zurück bis 2013, wurde 2020 in St. Johann aufgefrischt, ebendort auch schon 2022 mit Daisy und Lonberg-Holm ohrenkratzerisch auf acht Füße gestellt und 2024 transatlantisch vertieft. Sie servieren: 2/7 Jaulen, Heulen, Schrillen, Hämmern... 2/7 kakophil verspieltes Rappeln, Klimpern, lustvoll garstiges Knarzen, Kratzen, Gackern, Muschelgeraschel, Gong- und Luftschläge, tonloses Pusten, Fisimatenten mit den Pianinoinnereien, mit Angelschnur, das Cello fräsend verstärkt, ein Pollocken von pianissimo bis giftgelb... 1/7 frohlockende, jubelnde Vitalität, lauthalsen Überschwang, Seehundtremolo, Gewirbel auf Fell und Blech, Altostöße bis ins Altissimo... 1/7 zarte Anflüge von Harmonie, Melancholie, embryonaler Melodik, Besinnlichkeit, Minigroove... Das volle Programm, das wirkliche Leben, nein, besser als... Vervollkommnet mit der wunderbaren Encore, die Harnik wundersam von den Pianinodrähten scharrt, gefühlvoll tastet und die per Cello und Alto für gut befunden wird. Und von uns allen auch, oder? Der kleine Club als einmal mehr dER Ort der Aufmerksamkeit, der Offenheit, der Abenteuerlust. Bei der Verdüsterung und Verbiesterung da Draußen umso mehr.
Rigobert Dittmann
Das ist aber wieder ein schöner Text geworden...
...findet
Schorle
Und freut sich, dass Jazz auch für jüngere Fans wie Tobias passt.










