Nach ledernen Lenkergriffen für mein Fahrrad stand auch für mich ein blanket strap ganz oben auf der Liste. Der Deckengurt, der von nun an mein Begleiter sein wird, unterscheidet sich nur in Details vom ersten Versuch. Vor allem ist es der handgenähte Griff (aus zwei gleichstarken Riemen), der ins Auge sticht. Damit bin ich sehr zufrieden, denn meine Handnähte werden immer regelmäßiger und dadurch ansprechender.
Und ich habe wieder etwas gelernt: Wenn man spätnachts noch an solchen Projekten arbeitet, sollte man es tunlichst vermeiden, zwei offene Gläser mit klaren Flüssigkeiten (in meinem Fall Gummi-Arabicum-Lösung und Lederöl) nebeneinander auf dem Werktisch stehen zu haben. Es ging nochmal gut, da ich die Verwechslung schnell genug gemerkt habe, aber einen Quasi-Sperrgrund (Gummi Arabicum) dort aufzutragen, wo eigentlich Öl hin soll, kann man getrost als vermeidbaren Fehler betrachten.
Sei´s drum – es ist ja nichts passiert und die Salzach-Saison kann kommen!
After the heavy rainfalls and floodings of the past week, the weather in Salzburg presents us with a little sun. A welcome reason for me to make some summer acoutrements.
Having completed a set of leather grips for my bicycle, I made a blanket strap for myself. It's only a couple of minor details that make this a little different from the first one, which I made for an acquaintance. The most noticeable feature of this piece is the handstitched handle. I must admit I am quite content with the way my stitching develops. It's getting pretty regular and therefore nice to look at.
One thing I could've done without, was accidentally applying gum arabic on one of the strap loops during treating the unfinished pieces with a coat of neatsfoot oil. You just shouldn't let two unscrewed glasses with similar-looking liquids sit on top of your workbench, never ever! Fortunately, I became aware of my mistake within seconds and could wipe the stuff off without any further trouble.
Well, lesson learned – and off I go, to a nice place in the sun.
Gesagt, getan, und ein bisschen mitfotografiert. Das gute Stück wird übrigens nicht nur in der Stadt oder am See stylish aussehen, sondern die neue Besitzerin hat noch Größeres im Sinn: mitsamt Decke nach Israel und in die Wüste. Masel tov!
Hier noch ein paar Bilder vom Entstehungsprozess.
Mit dem Riemenschneider werden die Riemen (was für eine Überraschung!) geschnitten.
Das Endeisen sorgt für schöne Riemenenden.
In das angefeuchtete Leder werden mit dem Streicheisen (mit verstellbarem Anschlag) dekorative Riefen eingedrückt. Das geht am besten, wenn man das Werkzeug vorher über einer Spiritusflamme erhitzt (Spiritus brennt heißer als z. B. eine Kerzenflamme und er rußt außerdem nicht).
Hier sind die Löcher für Nieten und Schnalle schon geschlagen. Das Loch für die Schnalle ist deshalb so lang, damit der Dorn sich auch frei bewegen kann (Das Werkzeug dafür heißt denn auch Langlocheisen). Erst wird der Riemen noch schön geölt und dann wird das Ganze zusammengebaut. Im Prinzip ist das nichts anderes als ein kleiner Gürtel.
Die geölten und zusammengebauten Riemen. Rund um die Nietköpfe sieht man noch ganz gut die Eindrücke vom Nietwerkzeug, das dafür sorgt, dass die Köpfe schön bombiert (halbrund) und nicht platt sind.
Nochmal das fertige Teil nachdem alle Riemen (die zwei mit den Schnallen, ein verbindendes Griffstück und der Schulterriemen) miteinander vernietet und die Löcher zum Schließen geschlagen sind. Das Leder, das durch das aufgebrachte Klauenöl schön nachdunkelt und wunderbar geschmeidig wird, passt in der Farbe ganz hervorragend zu meiner eigenen grauen Wolldecke. Der gelungene Versuch blanket strap wird wohl bald wiederholt. Und sollte sich in diesen Breiten jemals wieder die Sommersonne zeigen, dürfte man damit ziemlich sicher der coolste Picknicker im Park sein...