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VW und Betriebsrat dementieren Vertrauensfrage
Die Gräben sind tief zwischen dem VW-Betriebsrat und dem Management. Doch eine angebliche Eskalation des Streits hat es offenbar doch nicht gegeben: Der „Spiegel“ hatte am Freitag in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf VW-Topmanager berichtet, dass Herbert Diess, Chef der Kernmarke, Betriebsratschef Bernd Osterloh die Vertrauensfrage gestellt habe. Auf Diess‘ Frage, ob er den Konzern verlassen soll, habe Osterloh mit „Nein“ geantwortet. Dieses Gespräch habe es nie gegeben, teilte dagegen Stefan Ohletz, Sprecher der VW-Kernmarke, mit. Und auch der Betriebsrat bestreitet einen solchen Vorfall: „Das ist eine Falschmeldung“, erklärte ein Sprecher der Arbeitnehmervertretung.
„Bei VW liegen die Nerven blank“
Laut „Spiegel“ hat VW-Markenchef Diess Betriebsratschef Osterloh die Vertrauensfrage gestellt – beide Seiten dementieren. Einschätzungen der schwierigen Lage beim Autobauer.
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Annäherung durch Schreiben des Betriebsrats?
Möglicherweise haben sich die Wogen nach einem Schreiben des Betriebsrats an die Belegschaft dann doch eher geglättet. In Osterlohs Brief vom Donnerstag geht es um den Sparkurs des krisengeschüttelten Autobauers – vor allem darum, wer diesen zu spüren bekommt. Der Betriebsrat befürchte, dass der Diesel-Skandal „hinterrücks dazu genutzt werden soll, personelle Einschnitte vorzunehmen, die bis vor wenigen Monaten kein Thema waren“, heißt es. Die Arbeitnehmervertretung fordert Job- und Zukunfts-Garantien für die Belegschaft. Von „gravierenden Vertrauensproblemen“ ist zudem die Rede. Harte Worte, aber der Vorstand nahm das Schreiben positiv auf. Der Personalvorstand der Marke Volkswagen, Karlheinz Blessing, bezeichnete es als „sehr gute Vorlage für die weitere Arbeit“ und betonte: „Wir begrüßen ausdrücklich das Verhandlungsangebot für einen langfristigen Zukunftspakt“.
Porsche und Piëch wollen Diess halten
Dass Diess tatsächlich geht, schien ohnehin unwahrscheinlich. Denn auch die Familien Porsche und Piëch, die mehr als 52 Prozent der VW-Stammaktien besitzen, wollen Diess nach Angaben des „Spiegel“ halten. Vertreter der Familien wollen Diess und Osterloh dem Blatt zufolge auffordern, gemeinsam über einen möglichen Abbau von Arbeitsplätzen zu verhandeln – und ihren Streit nicht öffentlich auszutragen.
Beim stockenden Rückruf sucht VW Alternativen
Wenn das Präsidium des Aufsichtsrats am Montag zusammentritt, wird wohl auch der Diess-Osterloh-Konflikt Thema sein. Doch es gibt noch einige andere Baustellen – nicht zuletzt die Frage nach der Höhe der Bonuszahlungen an die Vorstände in Zeiten der Krise. Und dann ist da immer noch das Problem mit den Rückrufen: Volkswagen will mit Manipulationssoftware ausgestatteten Autos ein Update verpassen. Aber damit geht es nicht voran. Schon Ende Februar sollten betroffene Passats in die Werkstätten gerufen werden. Doch noch immer fehlt dafür die Freigabe des zuständigen Kraftfahrtbundesamts (KBA). Jetzt will VW offenbar andere Modelle vorziehen. Noch sei nichts entschieden, sagte ein Sprecher, es gebe aber entsprechende Überlegungen.
Dieses Thema im Programm:
Niedersachsen 18.00 Uhr | 08.04.2016 | 18:00 Uhr
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