Lochkonversationen
2016, Graciella de Pompom
if you had to tell me a story, what would it be? silence.
ich weiß nicht, in diesem moment wäre es über limits, vielleicht, sagt sie am anderen ende des tisches. sie schält die verbrannten stellen von der zwiebel. steht auf und trägt das dreckige geschirr in die küche. im aschenbecher schwelt ihre zigarette vor sich hin.
er bleibt sitzen, starrt in die luft, aus dem fenster, ich weiß nicht genau. den kopf auf die hand gestützt, er denkt nach, kaut auf seiner lippe. aus der küche das klappern vom abwasch. er steht schwerfällig auf, durchquert das zimmer und fällt in die couch. deutlich hörbar atmet er aus. aus der küche immer noch das klappern vom abwasch. kann ich eine zigarette haben? sein schnaufen vom anderen ende des zimmers, er starrt in den schwarzen bildschirm. zahnschmerz oder weltschmerz? das weiß man nie so genau bei dem, sagt sie. und wenn es ein film wäre? was?
sie wickelt das brot in ein tuch, steckt die hände in die hüften. immer noch über limits, über die beziehung zwischen menschen. ich müsste darüber nachdenken. sie geht in die küche. hast du feuer? er steht auf, mit schweren schritten, drückt ihr einen kuss auf die stirn, die hand auf ihrer schulter. legst du dich mit mir ins bett? bist du müde? oder willst du ficken? keins von beiden. kuscheln? es wird still. obwohl draußen die sonne scheint, ist es kühl im haus. die kastanie vor dem fenster bremst das licht aus. das summen des kühlschranks, die vögel, ein flugzeg. manchmal gehen leute vorm fenster vorbei, wortfetzen in einer anderen sprache. wie ein altes radio ist das manchmal, sagt sie und grinst. im keller trocknet die wäsche. willst du tee? mit dem finger gräbt sie ein loch in ihre hose. sie liegen im bett, er auf dem rücken, sie an ihn gekuschelt.
er hat die mütze ins gesicht gezogen. kannst du die tür zumachen? sie atmen unter der decke, ihrer höhle. weißt du, heute morgen ist mir etwas aufgefallen. immer wenn ich morgens aufstehe, schläfst du noch. und wenn ich abends ins bett gehe, bin ich zu müde um über die welt zu reden. der tag war schon lang genug.ich will auch nicht immer über die welt reden, sagt sie. sie hält seine hand, er seine auf ihrer hüfte. augen, blicke. manchmal habe ich angst, weil ich dich so gern habe.
weil mich das aufhalten könnte. ich habe auch manchmal angst, weil ich dich so gerne habe. weil ich dich eines tages nicht mehr so gern haben könnte. und das würde mich aufhalten. nasen streichen nasen. wangen streichen wangen. sie hält seinen kopf. er küsst ihre augen. vor dem fenster ein kind mit roller. im aschenbecher, die zigarette.












