Ob die so ihre Kandidatinnen locken? 🧐
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#Bachelor #DerBachelor #Fernsehen #Bachelor2019 #DerBachelor2019

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Der Bachelor 🌹
Hi Leute!
Ich habe heute meinen Text zum Thema “Der Bachelor” ferstiggestellt, der demnächst auf “Mein Testgelände” veröffentlicht wird. Ich dachte mal ich poste einen Auszug hieraus auf tumblr um von euch ein bisschen Feedback einzuholen :)
LG Soja
Ich beiße die Zähne zusammen, blicke mich kurz um. Keiner da der sieht, was ich jetzt an meinem PC treiben werde. Ich fühle mich beschämt wie ein 12-jähriger der das erste Mal im Internet nach kostenlosen Pornos sucht. Doch was meine Finger in die Tasten tippen ist etwas anderes. Ich lande auf RTL.de und suche nach dem Player mit dem man sich ganze Folgen der Serie um die es sich heute handeln wird ansehen kann.
Ich klicke auf die älteste verfügbare Folge der jetzigen Staffel. Man will ja von vorne anfangen. Als das Intro des Bachelors erklingt, stelle ich panisch den Ton leiser. Ich hoffe keiner meiner WG Mitbewohner hat das gehört.
Vielen, mit denen ich gesprochen habe, die die Serie ernsthaft und wegen Interesse schauen geht es ähnlich. Man gibt nicht gerne zu, dass man sich Trash TV ansieht. Und trotzdem ist es wie ein Autounfall. Man weiß man sollte nicht, aber man muss hinsehen.
Ich kann mich erinnern, schon ein paar Folgen mit meiner Mutter gesehen zu haben. Damals, als ich noch bei ihr gewohnt habe, müsste ich um die 12 Jahre alt gewesen sein. Andere Castingshows wie „Germanys Next Topmodel“, habe ich damals sehr gerne geschaut, daran kann ich mich erinnern. Der Bachelor war etwas irritierend für mich schon damals, da ich nicht verstand, wieso so viele hübsche Mädchen sich um so einen Mann streiten. „Der sieht doch voll doof aus“ – mein kritisch kindlicher Kommentar zur damaligen Staffel.
Wenn ich heute die Sendung einschalte, sitze ich mit meinem Notizblock und einem Kaffee davor. Der Entertainmentfaktor ist nicht gerade heruntergegangen, der zum Fremdschämen jedoch bis in die unendliche Höhe.
Bachelor Daniel, möchte in dieser Folge die „Ladies“ wie er sie so liebevoll nennt, besser kennenlernen. Somit werden ein paar der 15 Frauen in rote Badeanzüge gesteckt und an den Strand geschickt. „Baywatch Day“, nennen sie das. Dort müssen die Frauen eine Art Hürdenlauf überqueren, damit Daniel sehen kann, welche der Angebeteten am schnellsten rennen und dabei auch noch gut aussehen kann. Qualitäten die man im Jahre 2018 an einem Partner schätzt. Nach diesem intensiven Kennenlernen wird eine der Frauen zu einem kurzen Einzelgespräch mit Daniel gebeten. Sofort fängt bei den anderen eine Lästertirade an. Wieso denn die, ich hab das viel mehr verdient, und vor allem – hast du gesehen wie die sich heute angezogen hat? „Barbie ist nur soviel Wert, wie gut sie vor Ken aussieht“ geht es mir durch den Kopf.
Die Kritik aneinander liegt zu 100% im Äußeren und dem Vorwurf ein „falsches Spiel zu spielen“. Dein Outfit heute ging ja mal gar nicht! Vor ihm tust du so süß, hier bei den anderen Frauen bist du eine Bitch!
Wie gespielt das Ganze ist fällt selbst Mitwirkenden auf.
Das Einzelgespräch geht für den Zuschauer knappe 3 Minuten und es fällt ein Satz, der sich von allem was ich noch sehen werde am meisten um die Persönlichkeit dreht: „Du bist ein bisschen schüchterner oder?“
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In einer Umgebung in der immer die Sonne scheint und die Tage lang und luxuriös in einer Villa mit Pool verbracht werden ist doch alles perfekt. Dieses Bild brennt sich in das Unterbewusstsein des Zuschauers und gaukelt ihm eine heile Welt vor, in der sich Bachelor und Kandidatinnen bewegen. Ob das dem typischen RTL Zuschauer auffällt ist fragwürdig.
Ebenfalls sind diese Bedingungen, unter denen die Frauen den Bachelor kennenlernen utopisch. Immer am Strand, in Luxushotels mit „Dreamdates“. Ob eine Liebe die sich unter solchen Umständen formt noch hält, wenn man zurück in Deutschland in Jogginghose, ungeschminkt und mit Chips vor dem Fernseher sitzt und das perfekte Scheinbild des Partners nicht mehr auf erhalten werden kann?
Den letzten Staffeln zufolge ist dem eher nicht so. Die Bachelor- und Bachelorettebeziehungen halten im Schnitt kaum ein paar Monate. Die wahre Liebe, so wie es in der Show immer wieder wiederholte wird, war das nun nicht.
Die Bachelorette ist hierbei auch ein guter Stichpunkt. Ist der Bachelor wirklich so ein „frauenverachtendes Format“ wie z.b. Tim Mälzer es betitelt, wenn es doch das Gegenstück dazu gibt?
Das Konzept der Bachelorette ist im Prinzip das Gleiche wie beim herkömmlichen Bachelor, nur dass die Rollen in den Geschlechtern getauscht werden. Eine Frau wird von vielen Männern begehrt. Dass dies ein Versuch der Erweiterung aber auch insbesondere Rechtfertigung des Bachelorformats war, ist sehr offensichtlich. „Wir haben zu viel Kritik und Vorwürfe des Sexismus? Dann lasst doch das selbe, nur anderes herum abdrehen! Haben wir gleich Content für das nächste Jahr.“
Dass die Bachelorette Einschaltquoten nicht mit denen des klassischen Bachelors mithalten können war zu erwarten. Es ist gesellschaftlich wesentlich akzeptabler, wenn ein Mann sich mit vielen Frauen umgibt und gleichzeitig eine sexuelle Beziehung zu ihnen hat, als wenn eine Frau ähnliches tut.
Außerdem sind die berühmt berüchtigten „Zickenkriege“ der Kandidatinnen mitunter Hauptgrund weshalb der Bachelor so gut läuft. Das ist nur in der Lightversion bei den Kandidaten der Bachelorette vorzufinden.
Doch ist der Bachelor wirklich ein so sexistisches Format? Wird einem Mann mal wieder die Macht über das Glück nicht nur einer, sondern vieler Frauen in die Hand gegeben?
Ja und Nein, würde ich sagen.
Wie schon früher angesprochen, sollte sich jede Kandidatin im Klaren darüber sein, für was sie sich anmeldet, wenn sie zum Bachelor geht. Recherchematerial ist in den letzten Staffeln und in der Klatschpresse zu Genügen vorhanden. Außerdem sind die Kandidatinnen erwachsene Frauen, die für sich selbst entscheiden können sollten, ob sie mit der Medienpräsenz und den sozialen Folgen klarkommen können, die die Teilnahme an der Show mit sich bringen.
Das muss man fairerweise gesagt haben, bevor man den Bachelor und sein Produktionsteam verteufelt.
Dass, jedoch Kandidatinnen innerhalb der Show sehr gegeneinander aufgestachelt werden, allgemein manipuliert und nach Aussagen früherer Kandidatinnen, sehr unter Alkoholeinfluss gestellt werden ist nicht unbedingt vorhersehbar.
Ich denke, es wäre frauenverachtend, wenn man sich als Frau nicht frei entscheiden könnte. Also sollte jede Frau auch die Entscheidung für sich treffen können an solch einer Fernsehserie teilzunehmen. Jedem sein Recht auf freie Entscheidung. Das halte ich für sehr wichtig.
Doch warum entscheiden sich so viele Frauen an diesem Format teilzunehmen, sollte sich der Zuschauer fragen. Sind sie alle so dumm und suchen dort wirklich die wahre Liebe? Meiner Meinung nach dürfte das nur bei einem Bruchteil zutreffen, wobei sich das auch im Laufe der Sendung dahingehend entwickeln kann.
Ich denke, dass viele den Bachelor als Chance sehen. Die Chance, die schon viele Reality TV Stars hatten, und somit als Sprungbrett zum großen Erfolg genutzt haben. Kim Kardashian als Vorbild. Oder eben Daniela Katzenberger, auf deutscher Ebene. Die Kandidatinnen sind jung, sehen gut aus und sind größtenteils clever. Wieso nicht durch eine Castingshow im Fernsehen erste Aufmerksamkeit ergattern, sei es von Firmen, Produktionen oder der Presse? Damit wäre der erste Schritt zur medialen Präsenz getan und man hat es in der Zukunft leichter. Zumindest denken das viele.
Doch ist es trotzdem ein gesellschaftliches Problem? Da ich vermute, dass bei einigen dieses „Sprungbrett Bachelor“ als letzte Chance, doch noch erfolgreich zu sein gesehen wird, würde ich die Frage mit „ja“ beantworten.
Dass du in dieser Welt als Frau nur so viel Wert bist wie gut du aussiehst, wird dir schon sehr früh klargemacht. Die Bestätigung die man beim Bachelor für sein Aussehen bekommt, da es ausschließlich darum geht, ist Nährboden für das weibliche verzweifelte Ego.
Es ist schade, dass viele Frauen denken, sie könnten nur so in ihrem Leben erfolgreich werden. Dadurch, dass sie sich, wie bei einem Markt zur Schau stellen und bewerten lassen. Du solltest, falls du das wirklich möchtest, auf jeden Fall die Möglichkeit haben, diesen Weg einzuschlagen. Ich bin mir sicher, dass viele das für sich bewusst entscheiden. Andere jedoch, sehen es als einzigen Weg in dieser Gesellschaft einen Wert zu erhalten.
Und genau das ist der Fehler, den ich im Konzept Bachelor sehe.
Das Ausnutzen und erneutes Bestätigen der Vorstellung, dass du als Frau nur dann Erfolg haben kannst, wenn du dir jeglichen charakterlichen Wert absagst, und deine Hülle das Maß deiner Wertigkeit ersetzt.
Mann muss nicht dumm oder ungebildet sein, dass man als Frau daran glaubt.
Schlussendlich würde ich sagen, dass der Bachelor gefährlich unterhaltsam für jedes Alter und Geschlecht sein kann. Gefährlich, da sich das Bild was die Show vermittelt ganz schnell ins eigene Unterbewusstsein einnisten kann. Sei dies, dass man nur so viel Wert ist wie man Aussieht, und dass eine andere Person dir diesen Wert zuschreiben kann, oder, dass die wahre Liebe nur am Strand oder am Pool existiert. Die Serie ist oft fake und geskriptet, „Reality TV“ als Markenbegriff.
Dennoch denke ich, dass man als eigenständiger erwachsener Mensch selbst die Entscheidung treffen können sollte daran teilzunehmen, sei es jetzt aus karrieretechnischen Gründen oder um tatsächlich die vermeintlich wahre Liebe zu finden. Nur schade finde ich es, wenn dies aus dem Gedankengang stammt, dass man als Frau nur auf diesem Wege erfolgreich sein könne. Außerdem, was wäre unsere Gesellschaft ohne Trash TV? Man muss ja irgendwie die Bestätigung finden, dass das eigene Leben doch nicht so schlimm ist, schließlich gibt es ja immer Leute die zum Bachelor oder DSDS gehen.
nicht irgendein Osnabrücker
Griesert's Papa ist #Oberbürgermeister in #Osnabrück. Niko Griesert ist der neue #RTL-Batchelor. via @uebermedien und von @niggi
Stefan “Niggi” Niggemeier ist aktuell wohl der bekannteste Medienjournalist im Land. Zusammen mit Boris Rosenkranz -früher taz und NDR- präsentiert er das Medienblog “UEBERMEDIEN”. Geboren im Harderberg nahe Osnabrück sammelte er nach dem Abitur bis 1993 erste berufliche Erfahrungen als “fester freier Mitarbeiter” bei der Neuen Osnabrücker Zeitung in seiner Heimat. Oder um seine “Offenlegung,…
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