Ich sehe Schiller sehr oft; regelmäßig alle Mittwoche, Sonnabende und Montage nachmittags anderthalb Stunden, aber außerdem noch manchmal des Abends entweder bei ihm oder bei Goethe, oder bei der Wolzogen. Das ist Dir ein liebenswürdiges Weib. Neulich [Dienstag 19. Juni] war ich dort eingeladen. Die Schillern fand ich schon da, dann kam Frau von Stein und Amalia von Imhoff (jetzt Helvig). Gegen acht Uhr kam Schiller und unvermutet auch Goethe. Was das für eine Freude erregte, glaubst Du nicht. Wir blieben bis elf Uhr zusammen. Das war ein seliger Abend. Wa haben wir gelacht bei Tische, wo Schiller uns aus der ‚Tausend und einen Nacht' erzählte, und Goethe dazu die allerernstesten und zugleich komischsten Anmerkungen machte.
— Heinrich Voß, 1804













