Laut Simmel ist für die Mode entscheidend, dass wir Nachahmen und uns gleichzeitig auch Absondern wollen. Besonders zu erkennen ist dies zwischen den Schichten. Dabei versuchen die unteren Schichten die oberen zu imitieren. Die oberen Schichten versuchen jedoch genau dies zu verhindern und wollen sich weiter abgrenzen. So entsteht eine neue Mode.
Daraus lässt sich ableiten, dass es ohne verschiedene Schichten auch keine Mode geben kann.
Weiterhin wird hervorgehoben, dass man mit der Mode niemals alleine da steht, es gibt immer Gleichgesinnte, die sie auch anstreben. Aber nicht jeder kann die Mode haben, sonst wäre sie nicht mehr erstrebenswert.
Außerdem, so Simmel, sind Frauen besonders anfällig für die Mode und ihre Erscheinungen. Das liegt daran, dass die Frau das treuere Geschlecht ist und durch die unstetige Mode diesen Umstand ausgleichen kann.
Zusammenfassend sind wichtig:
1.Die Mode entsteht durch Nachahmung und Abgrenzung (unterschiedlicher Schichten).
2. Der Reiz der Mode liegt in ihrer schnellen Verbreitung und der damit einhergehenden Vergänglichkeit.
3. Durch Mode lassen sich Zusammengehörigkeit, genauso wie die Abgrenzung zu anderen zeigen.
Georg Simmel, „Die Mode“, in: Ders., Philosophische Kultur. Über das Abenteuer, die Geschlechter und die Krise der Moderne. Gesammelte Essais (zuerst 1923), Berlin 1983, S.26-51