Ich habe Gilmore Girls ja immer als etwas kitschig, unrealistisch und übertrieben amerikanisch wahrgenommen.
Jetzt habe ich mich aber nach etwas Abstand (studiere seit Jahren im Ausland) mal wieder etwas näher mit meinem Dorf beschäftigt und ich muss sagen, es hat mehr Ähnlichkeiten mit Stars Hollow als mir lieb wäre. ( das ist eine Lüge, ich liebe mein Dorf)
Wir haben natürlich den Bäcker, dessen Mitarbeiter*innen uns alle mit Namen begrüßen und in dem sich das Dorf zum Lästern und Beobachten trifft. Den schlechtgelaunten Supermarktbesitzer, der mich immer ganz grimmig anschaut wenn ich auch nur erwäge mit Karte zu zahlen, oder keine 17 Cent passend habe.
Seit neuestem haben wir auch ein Foodsharingregal, welches mit einem kleinen Fest inklusive Musikkapellenspiel eingeweiht wurde.
Letzte Woche war ein Dorffest, an dessen Organisation wirklich fast alle beteiligt waren und heute haben wir uns zum Ortsschild bekranzen und Dorf und Kirche schmücken getroffen, da am Sonntag natürlich auch ein ganz wichtiges Fest ist, an dem jeder anwesend sein muss.
Ich fahre mit dem Rad durch die Gegend und alle winken sich zu, Menschen bleiben mitten auf der Straße stehen um zu schwatzen und meine Mutter holt offizielle Dokumente für mich ab, weil man sich ja nicht im Rathaus ausweisen muss. Meine Oma weiß mehr über das Leben meiner Freund*innen als ich. Meine Mutter tauscht Honig und selbstgemachte Marmelade gegen Eier von den Hühnern ihrer Freundin und backt Kuchen, weil 'es könnte ja jemand vorbeikommen'.
Ich liebs hier.












