Etwas, was ich niemals unterstützen werde, ist Hass.
Hass auf eine ganze ethnische Gruppe, oder Anhänger einer Religion, oder Menschen mit einer bestimmten sexuellen Orientierung.
Ich werde es niemals verstehen.
Man kann - man muss - eine politische Meinung haben, diese Meinung muss nicht mit der Norm übereinstimmen, man muss sich informieren.
Man darf als Deutscher nicht nur Proisrael sein, weil es Hitler mal gab. Und gleichzeitig darf man nicht sagen: alle Juden führen Krieg.
Es ist immer ein schmaler Grad auf dem man läuft. Zwischen einer starken politischen Meinung und dem Niedermachen einer ganzen Gruppierung. Natürlich ist es so wie meine Mutter gestern sagte: Klar, haben Lauras Eltern was gegen Albaner, die haben doch den Krieg miterlebt. Sowas bleibt in den Köpfen der Leute, die können auch nicht aus ihrer Haut und was die Albaner gemacht haben, war schrecklich.
Aber wie soll man mit dem Erlebten seiner Eltern umgehen?
Meine Mutter ist täglich mit den schlimmsten Extremen konfrontiert, kriegt nur die Ausländer mit, die auf Grund von vermeindlicher Religion ihre Kinder misshandeln oder vernachlässigen und Frauen wegsperren. Das setzt sich fest.
Natürlich haben unsere Eltern Geschichte und natürlich sehen wir uns dem gegenüber gestellt, aber umso wichtiger ist es, eine Grenze zu ziehen.
Ich bin ich, Mama. Meine Erfahrungen sind anders.
Und dabei darf man niemandem weh tun.
Es ist ein schmaler Grad.
Die meisten Dinge gibt es nur in Extremen. Und das ist es, wonach ich auf der Suche bin. Ob es etwas gibt, indem ich meine Extremen vereinbaren kann.
Jede Religion lehnt Homosexualität ab, in allen drei Schriften, werden Frauen diskrimminiert und es wird Krieg gegen Unglaube unterstützt. Aber trotzdem glaube ich an einen Gott. Wo gehöre ich also hin?
Gestern im Theater sagte eine Schauspielerin: Toleranz in der katholischen Kirche? Und in meinem Kopf schrie es: gibt es nicht!
Wenn man den Islam als intolerant bezeichnet, eine Religion, die so viele Interpretationsmöglichkeiten bietet, dass sie Frieden sein könnte, was beschreibt dann die katholische Kirche richtig?
Das ist alles nicht leicht. Und vielleicht werde ich niemals etwas finden, dass mir wirklich richtig passt.
Vielleicht muss ich einfach so bleiben wie ich bin: weiterhin das vereinen, was mir wichtig ist, meine Werte und Einstellungen und die Regeln, an die ich mich halte, die stammen alle aus so unterschiedlichen Kulturen und Religionen und Ländern. Vielleicht finde ich irgendwann etwas für mich, vielleicht macht mich das Durcheinander auch irgendwie aus.