Nachdem jemand also erkannt hat, Motivation alleine ist zu unbeständig; dass es etwas Zuverlässiges braucht. und nachdem jemand erkannt hat, Disziplin ist zu kalt, dass es etwas Herzliches braucht. und nachdem jemand erkannt hat, Realität ist nicht absolut, dass es etwas Wahres braucht. Ja, diese Person steht vor einer Herausforderung: Vertrauen. Es ist einfach und naiv und schmerzhaft sich in Zyklen von Motivation und nicht-Motivation zu befinden, immer wieder neu zu starten, hoffnungsvoll; einfach deshalb, weil Emotionen Ausrede für Verantwortung ist. Verantwortung ist schwer. Es ist naiv und schmerzhaft in Zyklen von Disziplin und nicht-Disziplin zu sein, immer wieder was zu setzen, Früchte zu sehen, etwas zu erreichen, sich fangen lassen, in Zielen, die man glaubt wichtig zu sein. Naiv deshalb, weil keine Unschuldigkeit besteht, in den Motiven hinter den Zielen. Es ist schmerzhaft das Wahre zu sehen. Es ist für viele wahrscheinlich die größte Herausforderung ihres Lebens. Man muss sich mal vorstellen, jemand der sagen wir 50 Jahre gelebt hat, plötzlich merkt, dass all die Motive hirnrissig waren, leer und stumpf; nie wirkliches Leben stattgefunden hat, außer natürlich rausreißende und wunderschöne Erlebnisse als Nebenprodukt des Wegs. Es braucht dann Vertrauen. Vertrauen in das eigene Gespür für das Wahre. Es gibt keinen Sinn, aber doch liegt Erfüllung im Leben, alles konzeptuelle fällt weg; -und je länger man an Konzepten hing, desto stärker der Schmerz, desto tiefer die Identitätskrise, und desto essenzieller die Notwendigkeit von Vertrauen. Wer klar sieht, muss erstmal eben das tun, klar sehen, akzeptieren, dass Dinge sind, wie sie sind. Im Buddhismus nennt man diese Menschen Sotapanna. Jemand der die ersten 3 Fesseln des Daseins überwunden hat. Weggefallen ist der Glaube, dass Riten und Regeln als alleiniges Werkzeug genügen, und es gibt keinen Zweifel mehr an der “Lehre Buddhas”/der Weg der gegangen werden muss, und es gibt keinen Persönlichkeitsglauben mehr/ keine Identität im vorherigen Sinne. Das ist ein Prozess der Akzeptanz; dass es mehr gibt als das weltliche, mehr gibt als Essen und Sex, denn alles wird klar gesehen, alles weltliche unterliegt dieser Dualität; der Nahrung der Spezies: Sex und dem Sex des Individuums: Nahrung. Sobald Akzeptanz tiefgreifender wird, eröffnet sich eine komplett neue Dimension des Lebens, etwas Wunderschönes und in sich Erfüllendes, eine Unabhängigkeit vom Äußeren, keine Extase bis dahin(vllt. Einblicke); aber die Erkenntnis, dass immerwährende Extase möglich ist. Aber auch das Wissen, dass es eventuell ein langer Weg ist, obwohl es auch jederzeit unmittelbar zugänglich ist. Vertrauen muss immer wieder kultiviert werden, besonnen werden auf das, was wahr ist. Es muss vertraut werden auf den Prozess selbst; alles wird immer perplexer und in sich unschlüssig; Paradox nach Paradox wird angesammelt und integriert. In eben das muss man eintauchen. Tut man das, so kommt man zu einem weiteren Hindernis; Mut. Es braucht enorme Bereitschaft, denn nun ist man nicht mehr verantwortlich; sobald man diese Verantwortung klar sieht!; nur für sein Ego, sein eingeschränktes Dasein; sondern für alles, für jeden; verantwortlich für das Wahre und die Auflösung des Unwahren; begonnen mit sich selbst; nun in allem;