Ehe ich mich versah, bin ich am Rastplatz, quatsche einen Fahrer an und schon geht’s wieder weiter. Diesmal nach Milano. Es ist Antonio, ein Pendler mit tollem Firmenwagen, ein BMW 4er GT. Im Innenraum rotes Leder und eine wohltuende Atmosphäre. Er lernt grade aufgrund seines neuen Jobs Englisch. Perfekt, so können wir es gleich in der Praxis trainieren. Was wir auch definiv nutzen.
Antonio ist der Vater von zwei Kindern und einer bezaubernden Ehefrau, doch das Pendeln nach Milano nervt ihn auf Dauer. Auch die Polarisierung der Bevölkerung auf die Metropolen kritisiert er. Ich kenne das nur zu gut aus meinem Heimatort München. Dort liegt das Geld & es gibt Jobs, haufenweise Jobs. Doch ein Leben in einer Großstadt hat einen hohen Preis. Ist das gerechtfertigt für Stau an allen Zubringern und Lärm in der Stadt? Antonio verneint diese Frage. Das, was München in Deutschland ist, verzeichnet sich in Roma, Milano und Torino in Italien ab. Eine Entlastung funktioniert seiner Meinung nach nur, wenn man für eine funktionierende Infrastruktur im ländlichen Bereich des Landes sorgt. Erst dann ist eine Umverteilung der Menschen möglich und erst dann werden sie das freiwillig tun, statt mehrere Stunden am Tag zu Pendeln.
Die Zeit vergeht schnell und wir kommen im südwestlichen Teil von Mailand an. Das Forum.
Noch schnell einen Espresso im Coffeeshop und schon muss Antonio weiter.