Mit 16 Kilo Übergewicht im Land der 1000 Treppenstufen
Soweit die Füße tragen…
Die einzig wahre Methode das Elbsandsteingebirge zu erleben, so beschloss die Rote Sockenfraktion im Vorfeld der Wanderung, sei es sich mit Zelt und Schlafsack auf dem Rücken auf den Weg zu machen.
Schnell war klar, dass diesmal die großen Wanderrucksäcke gepackt werden mussten. Den lang gehegten Traum von einem kompakten leichten Zelt mit einem gewissen Maß an Komfort, hatten Ernst und Liesel sich sich bereits im Sommer erfüllt.
Beim Packen wurde die Bekleidung auf das nötigste reduziert, drei Unterhosen, zwei T-Shirts, 3-Paar Socken, 1 Wanderhose……die roten Socken.……eine Sonntagshose für Ernst……….Zelt, Isomatte, Schlafsack, Töpfe, Kocher Gaskartusche, Besteck, Kulturbeutel, Handtücher, Karten…….ein Buch für Liesel…….und so weiter….
Die Gepäckkontrolle ergab 16 Kilo Gewicht für Ernst und etwa 13 für Liesel….hin und her überlegt, was zu Hause bleiben kann….nichts!!! Also dann Augen zu und durch!
Das erste Ziel hieß Pirna, wo man sich zwei Tage Zeit zur Akklimatisierung nahm. Kaum in Pirna angekommen wurden die Rucksäcke geschultert und die ersten Schritte in Richtung Campingplatz getätigt. Unterwegs kamen Ernst und Liesel Zweifel, ob es nicht doch möglich wäre auf einige Dinge zu verzichten….gesagt, getan.. es wurde ein Päckchen geschnürt und nach Hause geschickt. Wer braucht schon einen zweiten Topf, Gabeln oder gar Verbandzeug? Haute Cuisine wird ohnehin völlig überbewertet und Jod und Pflaster mussten für den Notfall reichen. Die wichtigsten Dinge, wie die Sonntagshose und das Buch wurden selbstverständlich im Gepäck behalten.
Und los konnte es gehen. Zuerst noch mit dem Bus bis zum Startpunkt in Liebethal. Mit im Bus saßen neben Ernst und Liesel zwei weitere lustige Wandergesellen mit dem gleichen Ziel. Gemeinsam stand man auch schon kurze Zeit später vor einem ersten Hinweisschild, der Malerweg war wegen Steinschlaggefahr gesperrt…..ups…..!
Also entschied sich die Rote Socken Fraktion dazu der ausgeschilderten Umleitung zu folgen.
Es soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass der Malerweg insgesamt sehr gut ausgeschildert ist (vielleicht hätten wir die Wanderkarten auch zu Hause lassen sollen?!). Da die Umleitung über einen ziemlich unromantischen Asphaltweg verlief nutzen ernst und Liesel die erste Gelegenheit wieder auf den Malerweg zu gelangen. Leider zu früh! Bereits nach wenigen Schritten landeten sie vor einem Baustellenschild mit Warnhinweis. Aber egal, sie stiefelten einfach weiter durch die Baustelle.
Zu Liesels großem Glück eine Stempelstelle. Es ist also auch auf dem Malerweg möglich zu dokumentieren, dass man diesen auch wirklich komplett gelaufen ist. Ruckzuck zückte Liesel den Stempel auf die erste freie Seite in der Wanderkladde….dort blieb er einsam und allein bis zum Ende der Reise……..
Nach einem wunderschönen ersten Wandertag landeten Ernst und Liesel im Garten des Kunsthauses auf einem Hügel in Wehlen. Alle Türen standen offen, aber weit und breit war niemand zu sehen, bei dem man sich hätte anmelden können. Also schnappte Liesel sich das Telefon und erfuhr, dass der Vermieter in Basel ein Kunstprojekt gestaltete und dies bei der Reservierung nicht bedacht hatte. Also konnten die beiden sich frei im Haus bewegen, die Dusche und ein gemütliches Plätzchen auf der Wiese waren schnell gefunden. Der Vermieter hatte das komplette Haus liebevoll mit Bewegungsmeldern und kleinen Lämpchen so ausgestattet, dass man Problemlos auch im dunkeln durch das etwas rumpelige aber mit Kunstwerken gespickte Gebäude seinen Weg fand. Vor der Abreise am nächsten Morgen steckten Ernst und Liesel die Übernachtungsgebühr wie versprochen in die Kaffeedose und weiter ging es.
An dieser Stelle brechen die Erzählungen ab, die Aufzeichnungen in der Wanderkladde werden unleserlich. Die Erinnerungen von Ernst und Liesel sind im Nebel der sich überlagernden Bilder verschwunden.
Im Gedächtnis geblieben ist die Ankunft in Hohnstein, wo man über die Tourismuszentrale einen kostenfreien Busshuttle zum Campingplatz organisiert bekam. Auf diese letzen zwei Kilometer der Wanderung verzichteten Ernst und Liesel zugunsten der Organisation von Lebensmitteln. Auch gönnte man sich jeweils zwei köstliche Kugeln Eiscreme in der Abendsonne, bevor es mit dem Bus zur Entenfarm ging. Hier gibt es eine sehr schöne Zeltwiese am Ende des Campingplatzes. Die Cämpinggäste waren sympathisch und die Hundebesitzer hatten ihre Vierbeiner fest im Griff……alle?….nicht alle auf einem kleinen Fleck der Campingwiese fand sich des Nachts eine Einsiedlerin ein, die sich mit ihrem „Campingbus“ zentral auf der Zeltwiese positionierte. Naja, vermutlich war die Rezeption nicht mehr besetzt……!
Kaum der abendlichen Dusche entschlüpft stolperten Ernst und Liesel auch schon über den zum Bus gehörigen Vierbeiner, der offensichtlich ohne Leine und doppelten Boden im dunkeln umherirrte.
O.K. geschenkt, der brauchte wohl nach einem Tag im Bus etwas Bewegung, dachten sie..…
bis zum Frühstück, als die quietschende Töle fröhlich auf der Wandergesellen Frühstück zustürmte………hmpf…..!!!
Neben weiteren Etappen und einer romantischen Boofenübernachtung mit Sonnenaufgang über den Nebelwolken soll das wunderbare Wanderstüberl in Hinterhermsdorf nicht unerwähnt bleiben. Dort labten sich die Protagonisten an wunderbaren Speisen und sind bis heute begeistert vom dem Wirt, den man wohl als Original bezeichnen darf!
So endete die Erforschung des Elbsandsteingebirges und ist der Roten Socken Fraktion in guter Erinnerung geblieben.











