Mittlerweile bin auch ich in den letzten Monaten der Fahrdienstleiter-Ausbildung angekommen.
Anfang des Jahres stand das ESTW-Seminar an. Die ESTW-Technik ist neben den mechanischen Stellwerken und den Drucktasten-Stellwerken die dritte Stellwerks-Bauform, die man intensivst erlernt. In 15 Tagen wurde uns alles über den doch sehr komplexen Aufbau beigebracht, wie man Züge im Regelfall durch seinen Steuerbereich bekommt und wie man die Sicherheit bei Störungen oder Arbeiten sicherstellt.
Die ESTWs haben dabei den Vorteil, dass man mit der „Fahrstraßenprüfung“ Störungen (wie z.B. eine als besetzt angezeigte Weiche) schnell erkennen und Ersatzmaßnahmen einleiten kann. Andererseits ist es bei den meisten ESTWs so, dass der Bedienplatz des Stellwerks weit weg von der eigentlichen Außenanlage ist. So sitze auch ich jetzt in der Betriebszentrale in Hannover und steuere Bahnhöfe im westlichen Niedersachsen.
Bei diesem Seminar muss man sich schon ziemlich ranhalten, denn die Störungen sind nicht ohne. Ansporn zum Lernen bilden drei Lernerfolgskontrollen. :) Auch praktisch wurde an einer Simulationsanlage so ziemlich alles was man mit einem ESTW machen kann geübt.
Dann kam noch die Zwischenprüfung mit Fragen zur Eisenbahn im Allgemeinen und zu Güterwagen im Speziellen. Denn in der praktischen Prüfung war es Aufgabe, eine Zugprüfung und Bremsprobe an einem Güterzug durchzuführen. Dazu lief man am Zug entlang und hat alles überprüft, dass alles in Ordnung ist: Türen, Räder, Bremsen, Federung, Kupplungen und so weiter. Das ist schon sehr interessant, wie so eine Bremse am Zug funktioniert.
Und letzte Woche hatte ich mein Übernahmegespräch und werde dann nach der Ausbildung auf die SOS-Stellwerke (Sottrum, Ottersberg, Sagehorn) kommen.