Wie fair ist eigentlich Öko-Gold? Und was ist das?
Was ist Öko-Gold oder „Grünes Gold“?
Als Öko-Gold wird gemeinhin Gold bezeichnet, welches aus zertifizierten Minen gefördert wurde. Der bekannteste und akzeptierteste Zertifizierer ist die Faitrade Foundation, die auch hinter dem bekannten Fairtrade Logo steht. Die Faitrade Foundation hat letztes Jahr zum ersten Mal ein Bergbauunternehmen mit dem Fairtrade Siegel ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um das Bergbauprojekt Oro Verde (zu deutsch „Grünes Gold“) in Kolumbien. Seit diesem Jahr arbeitet Fairtrade mit mehreren Minenbesitzern in Zentralafrika zusammen. Aus der Zusammenarbeit sollen bessere Arbeitsbedingungen für die Minenarbeiter und ein größerer Fokus auf Umweltschutz beim Betrieb der Minen entstehen. In zwei Jahren könnten dann die ersten Goldbarren mit Fairtrade-Logo in Europa zu kaufen sein.
Der Markt ist sehr überschaubar
Dadurch das die private Nachfrage nach fairen oder grünen Gold noch recht gering ist, hält sich auch das Angebot in Grenzen. Dieses Jahr sollen rund 400 Kilogramm Fairtrade verkauft worden sein. Im Vergleich zu den rund 2.089 Tonnen, die in den ersten drei Quartalen von 2012 gefördert wurden. Die Frage ist also inwieweit der Markt wachsen kann, wenn nicht mehr Konsumenten beim Kauf darauf achten woher das Gold stammt und somit den Produktherstellern signalisieren, dass grünes Gold nachgefragt wird.
Auf der anderen Seite ist das Siegel eine Möglichkeit zur Bekämpfung der Armut aus Sicht mancher Beobachter. In einem ähnlichen Projekt in Peru wurden die Überschüsse aus den höheren Preisen, die zudem mit Vorfinanzierungen und Langzeitbeziehungen mit Händlern des Fairtrade-Netzwerkes und der daraus resultierenden Stabilität einhergehen, von Verantwortlichen genutzt Gesundheits- und Bildungswesen umzustrukturieren und zu verbessern. Der Preis liegt in der Regel zwischen 12 und 14 Prozent über dem üblichen Marktpreis. Wenn das direkt an die Kunden weitergegeben würde, dann würde die goldene Halskette zu Weihnachten nicht 200 Euro sondern 224 Euro kosten.
Es ist aber bekanntlich nicht alles Gold was glänzt. Vermehrt wird auch Kritik am Öko-Gold geäußert. Manche Umweltschützer sehen den stärkeren Fokus sozialer Veränderungen kritisch, da zum Einen politische Zustände in den Betreiberländern mit Wirtschaftsinstrumenten gesteuert werden sollen und weniger die negativen Umwelteinflüße der Produktionsprozesse gemindert. Zwar spielt dies auch eine Rolle, aber nur in zweiter Linie. Das ist eine Kritik die auch generell mit dem Fairtrade-Siegel verbunden wird. Zwar wird niemand argumentieren, dass bessere Arbeitsbedingungen für Arbeiter und höhere Löhne etwas Schlechtes sind, jedoch sind dann die Bezeichnungen „Öko-Gold“ und „grünes Gold“ etwas irreführend. In jedem Fall lohnt es sich beim nächsten Goldkauf darauf zu achten, woher das Gold stammt. Und selbst wenn es kein Fairtrade-Siegel trägt, kann man ja eventuell den Juwelier fragen, woher er sein Gold bezieht. Und wenn man Glück hat, bezieht er es gar nicht von Minen – egal ob grün oder dreckig – sondern gleich wiederaufbereitet aus altem, eingeschmolzenen Gold von Leuten, die ihre alten, ungebrauchten oder ungewollten Goldartikel verkauft haben. Das ist dann Gold-Recycling, das Gold, welches man am ehesten als Öko-Gold bezeichnen kann.