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Reisvorbereitung
Der Entschluss übert die Alpen zu wandern, ist u.a. aus einer medialen Laune heraus geboren. Berichte über den GR 20 im Fernsehen, das Buch und auch der Film “Der große Trip”, ein Bericht in der hiesigen Tageszeitung über die “Komfortroute über die Alpen”, Erfahrungsberichte von Freunden und Nachbarn die über die Alpen oder sonst wie gewandert oder auf dem Jacobsweg gepilgert sind ... haben das zarte Pfänzchen gesät, was sich einem handfesten Entschluss entwicklet hat: wir wandern über die Alpen.
Sicher müssen wir uns auch mental und konditionell vorbereitet: Wanderungen in der Umgebung am Wochenende, einmal die Woche zu Fuß zur Arbeit, Wander-Traininglager in der Eifel etc. Gleichwohl der langen Vorbereitungszeit von mehr als 9 Monaten, bin ich 3 mal zur Arbeit geangen (ca. 7 km), waren wir an zwei Wochenenden in der Eifel (einmal insgesamt 20 km, das andere mal etwas über 30 km) und sind einmal eine Etappe des Kölnpfades (12 km) gegangen. Ist das jetzt “gut” vorbereitet? Es wird sich zeigen - zumal gerade die letzten Wanderungen ausschließlich dazu gedacht waren, meine neuen Wanderschuhe einzulaufen.
Zwei Tage vor dem Start - ich habe meine alten Schuhe gewachst, ich werde das Risiko mit den neuen Schuhen (rechts) nicht eingehen, obwohl sie mir sicher den besseren Halt bieten und eine Vibram-Sohle haben. Bedauerlich - ich hatte mir die Schuhe im Februar bei McTrek gekauft - war ein Weihnachtsgeschenk meiner Frau - im Nachgang fühle ich mich schlecht beraten. Die AKU Schuhe sind eher was für Menschen mit schmalen Füßen .. zu den gehöre ich beliebe nicht. Obwaohl ich die Schuhe beim Schuster noch mal “ausbeuteln” lassen habe, verschiedenste Socken probiert habe, die teuren Einlegesohlen gegen die Standdardsohlen getauscht, finde ich kein belastbares Setting. Ob das mit den alten Schuhen gehen wird? Wir werden sehen.
Mein ganzer Plunder kommt in meinen Rucksack von Osprey, der Kestrel 48 in schönem Dragon Red - da ist der Name schon Programm.
Ich verstaue meine Sachen gerne in die sogenannten “wo sind meine Säckchen”-Beutel. Diese wasserdichten Beutel habe ich mir vor gut 5 Jahren mal gekauft. Sie sind von Expeed und sind treue Reisebegleiter geworden. So rolle ich bspw. meine Anziehsachen zusammen, die dann gerollt wunderbar in einen Beutel passen, Schuhe haben einen eigenen Beutel, genauso wie die Hygieneartikel. Alles wird schon getrennt verpackt - so herrscht in meinem Rucksack immer Ordnung und ich komme überall super bequem dran.
Mein Rucksack kommt gepackt auf ca. 10 kg inklusive einer Wasserblase mit 2,5 l Trinkwasser. Der Rucksack ist zu einem drittel leer. Ich wäre auch mit einem kleineren Rucksack ausgekommen. Mehr mitnehmen weil noch Platz ist, will ich nicht. Schließlich will das alles über die Alpen getragen werden.
Zahlen, Daten, Fakten
Auf die-alpenüberquerung.com ist die Route beschrieben mit “Die komfortable Alpenüberquerung: Kurze bis mittellange Etappen – Übernachtungen in Qualitätsunterkünften.“ Entgegen meiner sonstigen Neigung - immer alles besser zu wissen und zu können :-) - habe ich diese Wandertour nicht selbst organisiert! Keine Streckenplanung, kein Suchen von Unterkünften (bei den bisherigen Radwanderungen mache ich das mit Vorliebe vor der Reise - bitte keine bösen Überraschungen unterwegs) und keine Auseinandersetzung mit der Partnerin, weiviel Kilometer am Tag zu bewältigen sind.
Feuer und Eis Touristik bieten diese Tour vom Tegernsee nach Sterzing mit 7 Übernachtungen ab dem 19.06. für 1.090,00 Euro an - ohne Gepäcktransfer in guten Hotels mit Frühstück. Wir haben noch eine zusätzliche Übernachtung (128,00 für 2 Personen/ÜnF) am Tegernsee gebucht, damit wir bequem am Vortag anreisen können und dann Dienstag den 19.06. ausgeruht starten können. Am Zielort in Sterzing gönnen wir uns noch zwei Übernachtungen in Steindls Boutiquehotel (256,00 Euro) bevor wir dann wieder nach Köln zurück reisen.
An- und Abreise erfolgt mit der Deutschen Bahn von Köln nach München bzw. Gmund (Tegernsee). Zurück müssen wir vom Zielort Sterzing erst noch mit dem Bus nach München fahren, bevor es von da wieder mit dem ICE zurück nach Köln geht. Die An- und Abreisekosten belaufen sich auf 165,56 Euro für zwei Personen - jeweils mit Sitzplatzreservierung.
Die Wanderung selbst beläuft sich auf insgesamt ca. 115 km und 3.300 hm; verteilt auf 7 Etappen von flach und lang bis kurz und hoch. Höchster Punkt 2.280 m (Wir werden nicht von Gmund aus starten, sondern von Bad Wiessee. Zusätzlich kommen noch ein paar Kilometer in Bus/Bahn - soweit ich das verstanden habe.
Die Reiseunterlagen sind ein Hingucker für sich. Schön im Filztäschen kommt eine Wanderkarte, Detail Beschreibungen der jeweiligen Etappen mit wichtigen Hinweisen, daher (wie. bspw. “Achtung! Falls es in den letzten Tagen geschneit ...” GESCHNEIT! Hilfe ich bin im Sommerurlaub) Stempelheftchen, Anstecknadel “die alpenüberqerer” und Hotelgutscheine.
... selbstverständlich, werden wir die Anstecknadeln erst auf der Rückreise an unser Reverse heften.
Prolog
„... einmal über die Alpen“ hört sich doch viel dramatischer an als, „ich gehe wandern“. Verspricht Abenteuer und Dramatik, Schweiß und Blut, Grenzgang und ein spannendes Ende. Oder? Nun, wenn du geneigter Abonnent nun hier solche spanndenden Dinge erwartes ... lösch den Blogg direkt wieder.
Das Motto scheint ein ganz anderes zu sein: „Wandern ist eine Tätigkeit der Beine und ein Zustand der Seele!“ So zumindest der Leitspruch auf einer Übersichtskarte des Reiseveranstalters “Feuer und Eis”.
Ich werde also mehr über das Wandern mit Fotos berichten und den Zustand meiner Seele mit Worten beschreiben. Wenn Dich das Interessiert ... dann verweil hier. Ich will Dir nix versprechen! Vor allem weiß ich nicht, was ich so aus meiner Seele alles Preis geben will. :-) Lassen wir uns also überraschen und begleite mich ein Stück des Weges.
“Wir passen nicht zusammen, Doch wir zahl'n den Preis Wir beide sind wie Feuer und Eis Ich kühl’ dich ab, du machst mich heiß Auch wenn es für mehr nicht reicht“