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F(i)aker?
Unter den Wiener Fiakern kursiert der interne, periodisch erscheinende Rundbrief 'Der Kutscher', in dem der Berufsstand untereinander sein uns Outsidern völlig unbekanntes Wesen auslebt. Denn ähnlich wie der Taxler in [beliebige Großstadt einfügen] oder der Köbes in Köln lebt der Fiaker-Kutscher hauptsächlich von seinem Image als furchtloses Raubein, das [also das Image!] die Touristen scharenweise in die hölzernen Fahrzeuge treibt. Die Postille im gehefteten A5-Format beschäftigt sich mit Ideen für neue G'schichterln für die Touristen, Einkaufstipps und -quellen für den distinguierten Kutscher sowie Gesundheitstipps, denn die Arbeit auf dem Bock und mit den Pferden bei jeder Witterung ist anspruchsvoll. Weiters gibts eine vegane Rezept-Ecke, eine Rätselseite, den aktuellen Bericht der Gleichstellungsbeauftragten sowie die üblichen Bekanntmachungen und sogar eine Lyrik-Abteilung. Und seit der Asphalt-Kleberei wählen die Fiaker den 'Klima-Liebling des Monats', der/die von der Gilde Rechtsbeistand für die nächste Verhandlung gestellt bekommt. Auch die Leserbriefe aus den eigenen Reihen sorgen immer wieder für reichlich Diskussionsstoff zwischen den Kolleg:innen an den Fiaker-Standplätzen, denn degenerierte Zivilisationskrankheiten wie WhatsApp-Gruppen sind in der Zunft komplett verpönt. Heute bekommen wir die seltene Gelegenheit, ein kleines Stück unbeholfene Lyrik aus 'Der Kutscher' vorstellen zu können – Kottan hat sich zur Veröffentlichung an dieser Stelle entschieden, nachdem sich ein Fiaker-Pferd gezielt und komplett direkt neben der Fahrertür seines Wagens erleichtert hatte, während der Kutscher ihn breit angrinste. Nach dem anschließenden Handgemenge mit dem Major hielt dieser tatsächlich ein arg mitgenommenes Exemplar des ‚Kutschers‘ in den Händen und war plötzlich im Besitz des Beweises, dass der gemeine Fiaker uns alle mehr oder weniger verarscht:
Da geht sie hin, die gute alte Zeit, die eine war der inneren Stabilität, und wir alle kannten nie ein Leid, jetzt scheint alles längst zu spät, Gewohntes scheint entfernt so weit! Und was ist mit dem Heute? Ewiggestrig klingen die ersten Zeilen, werdet nicht des Wahnsinns fette Beute, unsren Altruismus lasst uns teilen, Zusammenhalt fördern aller Leute! Ich fürchte viele Momente zu verpassen, weil die Zeit davonzurennen scheint, denn mir wurde ein Wunsch überlassen, zu erfahren die Erleuchtung, die alle eint: Liebe auszustrahlen und nicht hassen! —— Lassts euch nicht unterkriegen, Euer Gustl B.
Kein Wunder, dass die Drei aus dem Sicherheitsbüro nach dem ersten Lesen dieser Zeilen komplett irritiert zusammenstanden. Seltsame Gefühlslage…
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Vienna, 2006
In & Out
Vienna is famous for its horse-drawn taxis, called Fiakers. Normally worked by family-run organizations, they go back to 1693 and are an iconic piece of the city's rich heritage. – WTF Fun Facts
Source: https://www.virtualvienna.net/the-fiaker-a-taxi-with-tradition/
fiaker. wien.
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@samirafee