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Haiku XXXIII
To pass the winter
Five birds lump in the vast sky
Each one takes a flight
Five Bee-eaters by csillogo11
Auf den Spuren des Bebop
Axel Fischbacher und sein Quintett haben eine Platte mit Musik von Charlie Parker eingespielt.
Auch im Jazz gibt es eine Handvoll Säulenheilige, der Altsaxophonist Charlie Parker (1920-1955) ist einer von ihnen. Er war ein Erneuerer, ist einer der Erfinder des Bebop, hat damit die Grundlagen für den Modern Jazz gelegt. Parkers Spitzname war Bird, „Five Birds“ hat der in Krefeld nicht nur durch die Sessionreihe Jazzattack bestens bekannte E-Gitarrist Axel Fischbacher seine Platte genannt, auf der er mit seinem Quintett neun Stücke von Parker ganz heutig interpretiert.
Die „fünf Vögel“, das sind neben Fischbacher der Saxophonist Denis Gäbel, Matthias Bergmann am Flügelhorn, Nico Brandenburg am Kontrabass und Tim Dudek am Schlagzeug. Alle Stücke stammen von Parker, alle Arrangements von Fischbacher.
Axel Fischbacher (hinter dem Sofa links) mit Matthias Bergmann, Nico Brandenburg, Denis Gäbel und Tim Dudek (im Uhrzeigersinn). Foto: Claudia Fischbacher.
20 Jahre habe er den Gedanken mit sich herumgetragen, so ein Parker-Projekt zu stemmen, sagt Fischbacher. Jetzt hat er sich getraut, und es hat sich gelohnt. Der gebürtige Lübecker, der auch eine Zeitlang in Krefeld lebte, jetzt wieder in Hilden wohnt, ist sowieso im Moment einiges zuzutrauen. Wäre er ein Sportler, würde man über ihn sagen, er spielt jetzt schon seit geraumer Zeit in der Form seines Lebens. Er bedient seine halbakustische E-Gitarre enorm variantenreich, phrasiert konsequent, lässt seine Finger nie einfach nur laufen. Jeder Ton scheint genau richtig an seinem Platz, alles Überflüssige scheint eliminiert. Von einem Mann mit Potential hat er sich zu einer festen Größe gewandelt.
Axel Fischbacher. Foto: Claudia Fischbacher.
Denis Gäbel, der Saxophonist der Band, spielt kein Alt wie Parker, sondern überwiegend Tenorsaxophon. Allein schon in diesem Besetzungsdetail wird deutlich, dass Fischbacher mit seinem Projekt Parker nicht nacheifern will, sondern mit dem vorgegebenen Material seinen eigenen Umgang sucht. Gäbels Spiel ist ganz heutig, mit seinem süffigen bis scharfen Ton erinnert er ein wenig an Michael Brecker.
Zu Gäbels extrovertierteren Art liefert der zweite Bläser der Gruppe ein passendes Gegengewicht. Matthias Bergmann bedient sein Flügelhorn deutlich introvertierter, wenn auch nicht weniger eloquent. Das Flügelhorn, das normalerweise die weicher klingende Variante zur Trompete darstellt, klingt bei Bergmann leicht angeraut, kratzig, das macht es interessant.
Nico Brandenburg ist ein grundsolider Kontrabassist, der auch bei schnellen Tempi die Walking-Bass-Linien klar konturiert, und Tim Dudek schließlich kann schon wirklich verdammt gut swingen, er sorgt für gehörigen Drive. Das ist insgesamt eine tolle Besetzung, die sich Fischbacher da zusammengestellt hat, und das Quintett harmonierte bei den live eingespielten Aufnahmen hörbar auf hohem Niveau.
Mit „Au Privave“, „Donna Lee“ und „Ornithology“ finden sich drei der bekanntesten Parker-Stücke auf der CD, aber auch der Rest der neun Nummern ist Parker-Fans natürlich vertraut. Fischbacher hat die Stücke individuell arrangiert, ohne sie zu entstellen oder ihnen unbedingt einen eigenen Stempel aufzudrücken.
Mal ist es ein anderer als der gewohnte Swing-Groove, der das Hörbild verändert, auch entkleidet Fischbacher ein Stück auch einmal seines Harmoniegerüsts und lässt modal darüber improvisieren. Rhythmus- und Tempowechsel sowie unerwartete Themenpausen sind weitere Stilmittel. Alles das dient dazu, Parkers Spur nicht einfach nur zurückzuverfolgen, sondern mitklingen zu lassen, was denn seit den guten alten Bebop-Zeiten vor cirka 70 Jahren noch so alles im Jazz passiert ist – und nicht nur das gelingt. Fischbacher und sein Quintett haben eine sehr hörenswerte Platte hinbekommen, die man den Jazzfans bedingungslos empfehlen kann.
Info
Die Platte „Five Birds“ des Axel Fischbacher Quintetts ist beim Label Jazzsick Records als CD und auf Vinyl erschienen. Sie ist im Handel und bei den einschlägigen Internetportalen erhältlich.
www.jazzsick.com
All I can think about right now is Nick with birbs. Oh god.
Five Birds - The Ruby Pines
My friend Moorea is the vocalist! I went to high school with her and for some reason I can't get enough of her music lately!